- Fußnoten oder Autor-Jahr — welcher Stil gilt in der Germanistik?
- Das hängt von deinem Teilfach ab — das ist die wichtigste Unterscheidung in der Germanistik. In der Literaturwissenschaft (Neuere deutsche Literatur, Ältere deutsche Literatur/Mediävistik) gilt klassisch die deutsche Zitierweise mit Fußnoten: Bei der ersten Nennung steht der Vollbeleg in der Fußnote, danach ein Kurzbeleg. In der germanistischen Linguistik dagegen ist das Autor-Jahr-System im Fließtext Standard — ein Kurzbeleg in Klammern wie „(Müller 2017: 32)", vergleichbar mit Harvard. Beide Systeme innerhalb einer Arbeit zu mischen ist der häufigste Formfehler. Welches an deinem Lehrstuhl konkret gilt, steht im Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten deines Instituts. Citely erkennt Fußnoten und Autor-Jahr und meldet, sobald du innerhalb einer Arbeit zwischen beiden wechselst.
- Wie zitiere ich literarische Primärtexte korrekt?
- Primärtexte — die literarischen Werke selbst — zitierst du immer aus einer klar benannten Ausgabe, die du im Literaturverzeichnis vollständig angibst. Bei Lyrik und Versdramen zitierst du nach Versen (z. B. „V. 1–4"), bei Dramen nach Akt, Szene und Vers — etwa „(Schiller: Wallensteins Tod, II, 2, V. 760)" —, bei Prosa nach Seitenzahl der verwendeten Ausgabe. Wichtig ist die Ausgabe: Eine historisch-kritische Ausgabe unterscheidet sich in Text und Zählung von einer Reclam-Heftausgabe — Seitenangaben gelten nur für genau deine Ausgabe. Bei häufig zitierten Werken kannst du nach der ersten Vollnennung eine Sigle einführen. Verlasse dich bei Stellenangaben nie auf das Gedächtnis oder auf KI-Ausgaben: Citely prüft im Modul Zitations-Inhalt, ob die angegebene Stelle den zitierten Wortlaut wirklich enthält.
- Wie viel Sekundärliteratur muss ich einbeziehen?
- Eine feste Zahl gibt es nicht, aber eine germanistische Hausarbeit lebt vom Gespräch mit der Forschung. Faustregel an vielen Lehrstühlen: etwa eine wissenschaftliche Quelle pro Seite Haupttext, bei einer 15-Seiten-Arbeit also rund 15 Titel — Tendenz nach oben, wenn dein Thema gut erforscht ist. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern der Umgang: Du sollst zentrale Positionen der Forschung kennen, einordnen und dich zu ihnen verhalten, nicht nur Belege aneinanderreihen. Reine Nacherzählung der Sekundärliteratur reicht nicht; gefragt ist deine eigene, am Text belegte Position. Citely prüft beim Upload, ob jede Quelle aus dem Literaturverzeichnis auch im Text vorkommt — und umgekehrt.
- Wie zitiere ich aus mehrbändigen oder historisch-kritischen Werkausgaben?
- Zitiere immer aus der wissenschaftlich zuverlässigsten Ausgabe — bei den Klassikern nach Möglichkeit die historisch-kritische Ausgabe, sonst eine neuere Studien- oder Gesamtausgabe. Mehrbändige Ausgaben brauchen eine präzise Angabe, weil eine Seitenzahl allein nicht eindeutig ist: üblich ist Band und Seite, etwa „Bd. 2, S. 145", oft ergänzt um die Sigle der Ausgabe, die du bei der ersten Nennung einführst — bei Goethe etwa „FA" für die Frankfurter Ausgabe oder „MA" für die Münchner Studienausgabe. Bei historisch-kritischen Ausgaben gibst du zusätzlich an, ob du aus dem Text- oder dem Apparatband zitierst. Im Literaturverzeichnis steht die vollständige Ausgabe mit Herausgeber, Band, Ort und Jahr. Diese Genauigkeit ist in der Editionsphilologie kein Detail, sondern Bewertungskriterium. Citely prüft, ob deine Primärtext-Belege einen vollständigen, eindeutigen Eintrag im Literaturverzeichnis haben.