Self-Check vor der Abgabe

Hausarbeit prüfen — Germanistik

Die Germanistik hat zwei Seelen: Die Literaturwissenschaft interpretiert Texte und belegt jede Deutung am Werk, die Linguistik untersucht Sprache anhand von Daten und Beispielen. Beide Teilfächer zitieren sogar unterschiedlich — Literaturwissenschaft klassisch in Fußnoten, Linguistik im Autor-Jahr-System. Häufiger Bruch in literaturwissenschaftlichen Arbeiten: Die Interpretation behauptet etwas über den Text, ohne die Textstelle zu zeigen. Citely prüft genau das vor der Abgabe — Roter Faden, Zitations-Form (Fußnoten oder Autor-Jahr), Sprache und Wissenschaftlichkeit, parallel in 5 Minuten.

Stand: Juni 2026 · Autor: Luca Wallenfels
  • Roter Faden
  • Sprache
  • Wissenschaftlichkeit
  • Zitations-Form
  • Zitations-Inhalt

Was Citely für Germanistik-Arbeiten prüft

§01

Roter Faden

In literaturwissenschaftlichen Arbeiten muss jede These über den Text am Text belegt werden. Klassischer Bruch: Die Einleitung kündigt eine Deutung an, die Analyse zeigt aber nie die Stellen, die sie tragen. Citely markiert Interpretationsschritte ohne Textbeleg.

§02

Sprache

Germanistische Arbeiten kippen leicht in Nacherzählung oder ins essayistisch-assoziative. Citely flaggt Passagen, die den Inhalt nacherzählen statt analysieren, und Deutungen, die wie persönlicher Eindruck statt belegte Lesart klingen.

§03

Wissenschaftlichkeit

Im Fach gilt: Eine Interpretation ist nur so gut wie ihr Textbeleg, und die Forschungsliteratur muss einbezogen sein. Citely zeigt, wo Deutungen unbelegt bleiben und wo die Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur fehlt.

§04

Zitations-Form

Die Literaturwissenschaft zitiert in Fußnoten (deutsche Zitierweise), die Linguistik im Autor-Jahr-System — innerhalb desselben Fachs zwei Welten. Citely erkennt beide, prüft Konsistenz und meldet, wenn du das System deines Teilfachs verlässt.

§05Pro

Zitations-Inhalt

Häufiger Halluzinations-Trigger: erfundene Sekundärliteratur-Titel und falsche Stellenangaben in Werkausgaben (Vers, Akt, Seite), die KI-Tools beim Umformulieren erzeugen. Citely prüft jede Quelle gegen die Original-Bibliografie und markiert nicht_gefunden oder sinnentstellt.

Typische Fehler in Germanistik-Hausarbeiten

  • Nacherzählung statt Analyse

    Die Arbeit gibt den Inhalt des Werks wieder, statt eine Frage an den Text zu stellen und zu beantworten. Prüfer:innen erwarten Analyse, keine Inhaltsangabe. Citely markiert Passagen, die referieren, ohne eine analytische Aussage zu treffen.

  • Interpretation ohne Textbeleg

    Eine Deutung wird behauptet, aber die Textstelle, die sie stützt, fehlt — kein Zitat, keine Vers- oder Seitenangabe. Citely markiert Interpretationsschritte, denen der konkrete Beleg am Primärtext fehlt.

  • Primärtext und Sekundärliteratur vermischt

    Das literarische Werk (Primärtext) und die Forschung darüber (Sekundärliteratur) werden nicht klar getrennt — etwa wenn eine Forschungsthese als Aussage des Werks selbst dargestellt wird. Citely markiert, wo die Ebene zwischen Quelle und Forschung verschwimmt.

  • Werkausgabe nicht eindeutig nachgewiesen

    Ein Primärtext wird zitiert, ohne die verwendete Ausgabe anzugeben — dabei unterscheiden sich Ausgaben in Seitenzahlen, teils im Text. Citely prüft, ob jeder Primärtext-Beleg einen vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis hat.

Zitierstil-Empfehlung für Germanistik

Die Germanistik kennt zwei Zitiersysteme, und welches gilt, hängt vom Teilfach ab. In der Literaturwissenschaft (Neuere deutsche Literatur, Mediävistik) ist die deutsche Zitierweise mit Fußnoten Standard — Vollbeleg in der Fußnote, Kurzbeleg ab der zweiten Nennung. In der Linguistik (Sprachwissenschaft) zitierst du dagegen im Autor-Jahr-System direkt im Fließtext, ähnlich wie Harvard. Schreibst du also eine literaturwissenschaftliche Arbeit, nutzt du Fußnoten; in der Linguistik Autor-Jahr. Im Zweifel entscheidet der Leitfaden des Lehrstuhls. Citely erkennt beide Systeme und meldet, wenn du sie vermischst oder das für dein Teilfach falsche wählst.

Alle Zitierstile im Überblick

Häufige Fragen zu Germanistik

Fußnoten oder Autor-Jahr — welcher Stil gilt in der Germanistik?
Das hängt von deinem Teilfach ab — das ist die wichtigste Unterscheidung in der Germanistik. In der Literaturwissenschaft (Neuere deutsche Literatur, Ältere deutsche Literatur/Mediävistik) gilt klassisch die deutsche Zitierweise mit Fußnoten: Bei der ersten Nennung steht der Vollbeleg in der Fußnote, danach ein Kurzbeleg. In der germanistischen Linguistik dagegen ist das Autor-Jahr-System im Fließtext Standard — ein Kurzbeleg in Klammern wie „(Müller 2017: 32)", vergleichbar mit Harvard. Beide Systeme innerhalb einer Arbeit zu mischen ist der häufigste Formfehler. Welches an deinem Lehrstuhl konkret gilt, steht im Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten deines Instituts. Citely erkennt Fußnoten und Autor-Jahr und meldet, sobald du innerhalb einer Arbeit zwischen beiden wechselst.
Wie zitiere ich literarische Primärtexte korrekt?
Primärtexte — die literarischen Werke selbst — zitierst du immer aus einer klar benannten Ausgabe, die du im Literaturverzeichnis vollständig angibst. Bei Lyrik und Versdramen zitierst du nach Versen (z. B. „V. 1–4"), bei Dramen nach Akt, Szene und Vers — etwa „(Schiller: Wallensteins Tod, II, 2, V. 760)" —, bei Prosa nach Seitenzahl der verwendeten Ausgabe. Wichtig ist die Ausgabe: Eine historisch-kritische Ausgabe unterscheidet sich in Text und Zählung von einer Reclam-Heftausgabe — Seitenangaben gelten nur für genau deine Ausgabe. Bei häufig zitierten Werken kannst du nach der ersten Vollnennung eine Sigle einführen. Verlasse dich bei Stellenangaben nie auf das Gedächtnis oder auf KI-Ausgaben: Citely prüft im Modul Zitations-Inhalt, ob die angegebene Stelle den zitierten Wortlaut wirklich enthält.
Wie viel Sekundärliteratur muss ich einbeziehen?
Eine feste Zahl gibt es nicht, aber eine germanistische Hausarbeit lebt vom Gespräch mit der Forschung. Faustregel an vielen Lehrstühlen: etwa eine wissenschaftliche Quelle pro Seite Haupttext, bei einer 15-Seiten-Arbeit also rund 15 Titel — Tendenz nach oben, wenn dein Thema gut erforscht ist. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern der Umgang: Du sollst zentrale Positionen der Forschung kennen, einordnen und dich zu ihnen verhalten, nicht nur Belege aneinanderreihen. Reine Nacherzählung der Sekundärliteratur reicht nicht; gefragt ist deine eigene, am Text belegte Position. Citely prüft beim Upload, ob jede Quelle aus dem Literaturverzeichnis auch im Text vorkommt — und umgekehrt.
Wie zitiere ich aus mehrbändigen oder historisch-kritischen Werkausgaben?
Zitiere immer aus der wissenschaftlich zuverlässigsten Ausgabe — bei den Klassikern nach Möglichkeit die historisch-kritische Ausgabe, sonst eine neuere Studien- oder Gesamtausgabe. Mehrbändige Ausgaben brauchen eine präzise Angabe, weil eine Seitenzahl allein nicht eindeutig ist: üblich ist Band und Seite, etwa „Bd. 2, S. 145", oft ergänzt um die Sigle der Ausgabe, die du bei der ersten Nennung einführst — bei Goethe etwa „FA" für die Frankfurter Ausgabe oder „MA" für die Münchner Studienausgabe. Bei historisch-kritischen Ausgaben gibst du zusätzlich an, ob du aus dem Text- oder dem Apparatband zitierst. Im Literaturverzeichnis steht die vollständige Ausgabe mit Herausgeber, Band, Ort und Jahr. Diese Genauigkeit ist in der Editionsphilologie kein Detail, sondern Bewertungskriterium. Citely prüft, ob deine Primärtext-Belege einen vollständigen, eindeutigen Eintrag im Literaturverzeichnis haben.

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