- Was ist der Unterschied zwischen Quelle und Darstellung?
- Das ist die wichtigste Unterscheidung im Geschichtsstudium. Eine Quelle stammt aus der Zeit, die du untersuchst — ein Brief, eine Akte, eine Zeitung, ein Foto, ein Gesetzestext. Eine Darstellung ist die spätere wissenschaftliche Auseinandersetzung damit, also die Forschungsliteratur von Historikern. In der Geschichtswissenschaft spricht man bewusst von „Quelle und Darstellung", nicht von Primär- und Sekundärliteratur wie in anderen Fächern. Die Trennung ist nicht nur terminologisch: Quellen und Darstellungen werden im Literaturverzeichnis in zwei getrennten Abschnitten geführt. Verwechselst du beide — etwa indem du die Deutung eines Historikers als Aussage der Quelle ausgibst —, bricht die methodische Grundlage deiner Arbeit.
- Wie zitiere ich archivalische Quellen?
- Archivalische Quellen haben in der Regel keine Seitenzahlen, deshalb zitierst du sie über ihren Aufbewahrungsort. Das Schema lautet: Archiv (mit gebräuchlicher Abkürzung), Bestand und vollständige Signatur. Bei Handschriften kommt die Blattangabe dazu — „fol." für folium, mit „r" (recto, Vorderseite) oder „v" (verso, Rückseite). Ein Beispiel: „Nürnberg, GNM, Hs. 3227a, fol. 13v–15r". Im Quellenverzeichnis führst du nicht jede einzelne Quelle auf, sondern Archiv und Bestand gesammelt. Wichtig: Die genauen Abkürzungen und das Schema gibt dein Historisches Seminar im Leitfaden vor — viele Archive haben eigene Zitierkonventionen. Citely meldet Belege aus deinen Fußnoten, für die dein Quellen- oder Literaturverzeichnis keinen Eintrag enthält.
- Was gehört zur Quellenkritik?
- Quellenkritik ist die methodische Prüfung einer Quelle, bevor du mit ihr argumentierst. Sie hat zwei Teile. Die äußere Quellenkritik klärt die Eckdaten: Wer hat die Quelle wann, wo und in welcher Form verfasst, ist sie echt oder eine Fälschung, wie ist sie überliefert? Die innere Quellenkritik fragt nach Inhalt und Absicht: Was will die Quelle aussagen, für wen wurde sie geschrieben, welche Perspektive und welche blinden Flecken hat sie? Erst nach dieser Einordnung kannst du beurteilen, was eine Quelle überhaupt belegt — eine Propagandaschrift ist eine echte Quelle für die Propaganda, nicht für die Wirklichkeit. Im Modul Wissenschaftlichkeit markiert Citely Wertungen ohne Beleg in deinem Text, auch solche, die du aus der Sprache einer Quelle übernommen hast.
- Welcher Zitierstil gilt in der Geschichtswissenschaft?
- In der Geschichtswissenschaft gelten Fußnoten — die deutsche Zitierweise. Bei der ersten Nennung steht der Vollbeleg in der Fußnote, danach der Kurzbeleg; „ebd." verweist auf die unmittelbar vorangehende Quelle. Autor-Jahr-Systeme wie Harvard oder APA sind unüblich und werden an den meisten Historischen Seminaren nicht akzeptiert. Eine fachtypische Besonderheit: Im Literaturverzeichnis trennst du Quellen und Darstellungen in zwei Abschnitte, archivalische und gedruckte Quellen oft noch einmal getrennt. Die genauen Regeln legt der Leitfaden deines Seminars fest — die Detailkonventionen variieren stärker als bei APA. Citely erkennt den Fußnoten-Stil und meldet, wenn Belege uneinheitlich sind oder ein „ebd." ins Leere zeigt.