Self-Check vor der Abgabe

Hausarbeit prüfen — Geschichte

Eine Geschichts-Hausarbeit unterscheidet streng zwischen Quelle und Darstellung: Die Quelle stammt aus der untersuchten Zeit, die Darstellung ist die spätere Deutung durch Historiker. Häufiger Fehler: beide werden vermischt, oder eine Quelle wird zitiert, ohne ihre Entstehung kritisch zu prüfen. Hinzu kommt der Anachronismus — heutige Begriffe und Wertungen werden in die Vergangenheit projiziert. Citely prüft vor der Abgabe Roter Faden, Zitations-Form (Fußnoten), Sprache und Wissenschaftlichkeit — parallel in 5 Minuten.

Stand: Juni 2026 · Autor: Luca Wallenfels
  • Roter Faden
  • Sprache
  • Wissenschaftlichkeit
  • Zitations-Form
  • Zitations-Inhalt

Was Citely für Geschichte-Arbeiten prüft

§01

Roter Faden

Klassischer Bruch: Die Arbeit erzählt Ereignisse chronologisch nach, statt die Fragestellung zu beantworten — aus der Analyse wird eine Chronik. Citely markiert Passagen, die referieren, ohne den Bezug zur leitenden Frage zu halten.

§02

Sprache

Geschichtsarbeiten kippen leicht in wertende oder anachronistische Sprache („Fortschritt", „rückständig"). Citely flaggt wertende Aussagen ohne Beleg und Passagen, die wie Urteil statt Analyse klingen.

§03

Wissenschaftlichkeit

Im Fach gilt: Jede Aussage über die Vergangenheit braucht eine Quelle, und jede Quelle braucht Quellenkritik — die Prüfung, wer sie wann mit welcher Absicht verfasst hat. Citely zeigt, wo Behauptungen ohne Quellenbeleg stehen und wo Quelle und Darstellung nicht getrennt sind.

§04

Zitations-Form

Geschichte zitiert in Fußnoten (deutsche Zitierweise); Quellen und Darstellungen werden im Verzeichnis getrennt geführt. Citely erkennt den Fußnoten-Stil, prüft Konsistenz und meldet, wenn Erstbelege unvollständig sind oder „ebd." ins Leere zeigt.

§05Pro

Zitations-Inhalt

Häufiger Halluzinations-Trigger: erfundene Archivsignaturen, falsch datierte Quellen oder nicht existierende Aufsätze, die KI-Tools beim Umformulieren erzeugen. Citely prüft jede Quelle gegen die Original-Bibliografie und markiert nicht_gefunden oder sinnentstellt.

Typische Fehler in Geschichte-Hausarbeiten

  • Chronik statt Argument

    Die Arbeit erzählt den Ablauf der Ereignisse nach, statt eine analytische Frage zu beantworten. Eine Aneinanderreihung „und dann…" ist keine historische Argumentation. Citely markiert Passagen, die Ereignisse referieren, ohne sie auf die Fragestellung zu beziehen.

  • Quelle und Darstellung vermischt

    Eine zeitgenössische Quelle und die spätere Forschungsdarstellung werden gleich behandelt — etwa wenn die Deutung eines Historikers als Tatsache der Quelle dargestellt wird. Citely markiert, wo die Ebene zwischen Quelle und Darstellung verschwimmt.

  • Fehlende Quellenkritik

    Eine Quelle wird zitiert, ohne zu fragen, wer sie wann, für wen und mit welcher Absicht verfasst hat. Ohne äußere und innere Quellenkritik bleibt unklar, was sie überhaupt belegen kann. Citely markiert, wo eine Quellenaussage ohne Einordnung oder Beleg übernommen wird.

  • Anachronismus

    Heutige Begriffe, Kategorien oder Wertmaßstäbe werden unreflektiert auf die Vergangenheit übertragen — etwa „Nationalstaat" oder „Öffentlichkeit" für Epochen, in denen es sie so nicht gab. Citely flaggt wertende Formulierungen; die historische Einordnung der Begriffe bleibt deine Aufgabe.

Zitierstil-Empfehlung für Geschichte

In der Geschichtswissenschaft sind Fußnoten (deutsche Zitierweise) der Standard — Vollbeleg bei der ersten Nennung, Kurzbeleg danach. Eine Besonderheit des Fachs: Quellen und Darstellungen werden im Apparat und im Verzeichnis getrennt geführt, weil sie unterschiedliche Gattungen sind. Archivalische Quellen zitierst du nicht nach Seite, sondern über Archiv, Bestand und Signatur, bei Handschriften zusätzlich nach Blatt (fol.) mit recto/verso. Autor-Jahr-Systeme wie Harvard sind in der Geschichte unüblich. Welche Detailregeln gelten, steht im Leitfaden deines Historischen Seminars. Citely erkennt den Fußnoten-Stil und meldet Inkonsistenzen im Beleg.

Alle Zitierstile im Überblick

Häufige Fragen zu Geschichte

Was ist der Unterschied zwischen Quelle und Darstellung?
Das ist die wichtigste Unterscheidung im Geschichtsstudium. Eine Quelle stammt aus der Zeit, die du untersuchst — ein Brief, eine Akte, eine Zeitung, ein Foto, ein Gesetzestext. Eine Darstellung ist die spätere wissenschaftliche Auseinandersetzung damit, also die Forschungsliteratur von Historikern. In der Geschichtswissenschaft spricht man bewusst von „Quelle und Darstellung", nicht von Primär- und Sekundärliteratur wie in anderen Fächern. Die Trennung ist nicht nur terminologisch: Quellen und Darstellungen werden im Literaturverzeichnis in zwei getrennten Abschnitten geführt. Verwechselst du beide — etwa indem du die Deutung eines Historikers als Aussage der Quelle ausgibst —, bricht die methodische Grundlage deiner Arbeit. Citely markiert beim Upload, wo diese Ebenen im Text verschwimmen.
Wie zitiere ich archivalische Quellen?
Archivalische Quellen haben in der Regel keine Seitenzahlen, deshalb zitierst du sie über ihren Aufbewahrungsort. Das Schema lautet: Archiv (mit gebräuchlicher Abkürzung), Bestand und vollständige Signatur. Bei Handschriften kommt die Blattangabe dazu — „fol." für folium, mit „r" (recto, Vorderseite) oder „v" (verso, Rückseite). Ein Beispiel: „Nürnberg, GNM, Hs. 3227a, fol. 13v–15r". Im Quellenverzeichnis führst du nicht jede einzelne Quelle auf, sondern Archiv und Bestand gesammelt. Wichtig: Die genauen Abkürzungen und das Schema gibt dein Historisches Seminar im Leitfaden vor — viele Archive haben eigene Zitierkonventionen. Citely prüft, ob deine Belege im Text einen vollständigen Eintrag im Verzeichnis haben.
Was gehört zur Quellenkritik?
Quellenkritik ist die methodische Prüfung einer Quelle, bevor du mit ihr argumentierst. Sie hat zwei Teile. Die äußere Quellenkritik klärt die Eckdaten: Wer hat die Quelle wann, wo und in welcher Form verfasst, ist sie echt oder eine Fälschung, wie ist sie überliefert? Die innere Quellenkritik fragt nach Inhalt und Absicht: Was will die Quelle aussagen, für wen wurde sie geschrieben, welche Perspektive und welche blinden Flecken hat sie? Erst nach dieser Einordnung kannst du beurteilen, was eine Quelle überhaupt belegt — eine Propagandaschrift ist eine echte Quelle für die Propaganda, nicht für die Wirklichkeit. Citely ersetzt die Quellenkritik nicht, weist im Modul Wissenschaftlichkeit aber auf Quellenaussagen hin, die ohne Einordnung übernommen wirken.
Welcher Zitierstil gilt in der Geschichtswissenschaft?
In der Geschichtswissenschaft gelten Fußnoten — die deutsche Zitierweise. Bei der ersten Nennung steht der Vollbeleg in der Fußnote, danach der Kurzbeleg; „ebd." verweist auf die unmittelbar vorangehende Quelle. Autor-Jahr-Systeme wie Harvard oder APA sind unüblich und werden an den meisten Historischen Seminaren nicht akzeptiert. Eine fachtypische Besonderheit: Im Literaturverzeichnis trennst du Quellen und Darstellungen in zwei Abschnitte, archivalische und gedruckte Quellen oft noch einmal getrennt. Die genauen Regeln legt der Leitfaden deines Seminars fest — die Detailkonventionen variieren stärker als bei APA. Citely erkennt den Fußnoten-Stil und meldet, wenn Belege uneinheitlich sind oder ein „ebd." ins Leere zeigt.

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