Richtig zitieren heißt: Fremde Formulierungen, übernommene Gedanken und Zahlen bekommen einen Beleg, über den andere die Fundstelle finden, und die Belege folgen durchgehend dem Zitierstil, den dein Institut vorgibt. Direkte Zitate stehen wörtlich in Anführungszeichen und mit Seitenzahl, indirekte Zitate (Paraphrasen) in eigenen Worten mit Beleg, und die zitierten Werke stehen vollständig im Literaturverzeichnis. Ob APA, Harvard oder Fußnoten gilt, steht im Leitfaden deines Lehrstuhls.
Richtig zitieren: Regeln, Zitierstile und Checkliste
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Harvard
Autor-Jahr-System ohne offizielles Regelwerk, verbreitet in Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, die Details legt die Hochschule fest.
APA
Autor-Jahr-System nach dem APA-Manual, 7. Auflage: Standard in Psychologie und Pädagogik.
Fußnoten
Vollbeleg in Fußnote, Kurzbeleg ab zweiter Nennung: Standard in Jura, Geisteswissenschaften.
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Was du belegen musst
Ein Beleg zeigt, was von dir stammt und was nicht, und er erlaubt Lesenden, die Stelle im Original nachzuschlagen. Deshalb braucht nicht nur der wörtlich übernommene Satz einen Beleg, sondern auch ein Gedanke, den du in eigenen Worten wiedergibst, und eine Zahl, die du aus einer Studie übernimmst. Mit der Eigenständigkeitserklärung bestätigst du am Ende schriftlich, dass du die genutzten Quellen angegeben hast.
| Was du übernimmst | Beispiel | So belegst du es |
|---|---|---|
| Wortlaut (direktes Zitat) | Eine Definition, auf deren genauen Wortlaut es ankommt | Anführungszeichen und Beleg mit Seitenzahl |
| Inhalt in eigenen Worten (Paraphrase) | Du fasst das Argument eines Aufsatzes zusammen | Beleg mit Seitenzahl, je nach Stil mit „vgl.“ |
| Gedankengang, Modell, Gliederung | Du übernimmst ein Phasenmodell oder den Aufbau eines Kapitels | Beleg, auch wenn kein Satz wörtlich übernommen ist |
| Zahl, Statistik, Tabelle, Abbildung | Eine Quote aus einem Bericht, eine Grafik aus einem Lehrbuch | Beleg mit Fundstelle, bei Abbildungen „Quelle:“ oder „eigene Darstellung nach“ |
| Übersetzung | Du übersetzt eine Passage aus einer englischen Studie | Beleg, dazu „eigene Übersetzung“, wenn dein Leitfaden das verlangt |
| Allgemeinwissen | Das Grundgesetz trat 1949 in Kraft | kein Beleg nötig |
Wer einen Gedanken, eine Gliederung oder eine Übersetzung ohne Beleg übernimmt, plagiiert auch dann, wenn kein Satz wörtlich gleich ist. Hochschulen nennen das Ideen-, Struktur- oder Übersetzungsplagiat (Universität Duisburg-Essen). Die Grenze zum Allgemeinwissen ist im ersten Semester nicht immer klar. Was sich einer bestimmten Person, Studie oder Denkschule zuordnen lässt, belegst du. Im Zweifel setzt du den Beleg.
Direktes Zitat
Beim direkten Zitat bleibt jedes Zeichen so, wie es im Original steht. Es kommt in Anführungszeichen und bekommt eine Seitenzahl. Was du änderst, zeigst du: […] für Auslassungen, eckige Klammern für eigene Ergänzungen und [sic] hinter einem Fehler der Vorlage, den du stehen lässt (Universität Heidelberg). Steht im Original selbst ein Zitat, setzt du es in einfache Anführungszeichen: ‚…‘. Längere Zitate setzt du als eingerückten Block ab: APA ab 40 Wörtern und ohne Anführungszeichen, andere Leitfäden ab etwa drei Zeilen.
„Teilzeit verschiebt […] das Risiko in die Rente“ (Müller, 2021, S. 45).
Direkte Zitate lohnen sich dort, wo es auf die Formulierung selbst ankommt: bei Definitionen, bei Begriffen, die du analysierst, bei einer zugespitzten These. Reihen sich lange Zitate aneinander, fehlt die eigene Verarbeitung, und genau die wird bewertet. Sonderfälle wie [sic!], alte Rechtschreibung, englische Zitate und die Schwellen fürs Blockzitat je Hochschule erklärt der Ratgeber Direktes Zitat.
Paraphrase (indirektes Zitat)
Die Paraphrase ist im wissenschaftlichen Schreiben die Normalform. Sie gibt den Inhalt in eigenen Worten und mit eigenem Satzbau wieder. Wer nur Wörter austauscht und die Satzstruktur stehen lässt, hat keine Paraphrase geschrieben, sondern ein verstecktes Zitat. Ein Beispiel im Harvard-Format:
Original (Beispiel): „Wer über viele Jahre in Teilzeit arbeitet, erwirbt geringere Rentenansprüche und trägt diese Lücke im Alter meist allein.“
Zu nah am Original: Wer viele Jahre Teilzeit arbeitet, erwirbt niedrigere Rentenansprüche und trägt diese Lücke im Alter oft allein (vgl. Müller 2021, S. 45).
Eigenständig: Lange Teilzeitphasen wirken nach Müller (2021, S. 45) bis in den Ruhestand: Die Rente fällt niedriger aus, und für die fehlenden Ansprüche kommt im Alter in der Regel niemand sonst auf.
Sekundärzitat („zitiert nach“)
Kennst du ein Zitat nur aus einem anderen Buch, versuchst du zuerst, das Original zu beschaffen und dort nachzulesen. Gelingt das nicht, kennzeichnest du die zweite Hand: (Schulz 1987, zit. n. Müller 2021, S. 45) im Harvard-Format oder (Schulz, 1987, zitiert nach Müller, 2021, S. 45) in APA. Welches Werk ins Literaturverzeichnis gehört, regeln Leitfäden unterschiedlich. Nach APA steht dort nur die Quelle, die du tatsächlich gelesen hast (FernUniversität in Hagen). Die Zitier-Checkliste der Universität Heidelberg verlangt dagegen, das Original trotzdem ins Verzeichnis aufzunehmen. Hier entscheidet dein Leitfaden, und wenn er schweigt, eine kurze Rückfrage bei der Betreuung. Muster für Fußnoten, Beispiele und Wege zum Original stehen im Ratgeber Sekundärzitat.
Angaben aus KI-Tools
Chatbots wie ChatGPT können Literaturangaben ausgeben, die echt aussehen und auf kein reales Werk verweisen. Eine Chatbot-Antwort ist keine Fachquelle für Fakten. Zitierfähig ist erst das Werk, das du gefunden und selbst gelesen hast. Ob und wie du die Nutzung von KI-Tools offenlegen musst, regelt deine Hochschule, oft über die Eigenständigkeitserklärung. Wie du Angaben aus KI-Tools gegenprüfst, steht auf der Seite KI-Quellen prüfen. Wie du einen Chat nach APA zitierst, steht unter APA zitieren.
Welcher Zitierstil passt: APA, Harvard und Fußnoten im Vergleich
In Hausarbeiten im deutschsprachigen Raum begegnen dir vor allem drei Zitierstile (auch Zitationsstile): zwei Autor-Jahr-Stile (APA und Harvard), die im Text einen Kurzbeleg in Klammern setzen, und die Fußnoten-Zitierweise, auch deutsche Zitierweise genannt. In Medizin und technischen Fächern kommen Nummernstile wie Vancouver oder IEEE dazu, bei denen im Text nur eine Ziffer steht.
| Merkmal | APA 7 | Harvard | Fußnoten |
|---|---|---|---|
| Typische Fächer | Psychologie, Erziehungswissenschaft, Teile der Sozial- und Gesundheitswissenschaften | BWL, VWL, Soziologie, Politikwissenschaft, Geographie | Jura, Geschichte, Literaturwissenschaft, Philosophie, Theologie |
| Beleg im Text | (Müller, 2021, S. 45), zwei Namen mit „&“, ab drei Namen „et al.“ | (Müller 2021, S. 45) oder (Müller 2021: 45) | hochgestellte Ziffer, Beleg in der Fußnote am Seitenende |
| Paraphrase | ohne „vgl.“, Seite laut Manual freiwillig, in Hausarbeiten meist Pflicht | meist mit „vgl.“ und Seite | „Vgl.“ in der Fußnote, mit Seite |
| Wiederholte Nennung | erneut Autor, Jahr, Seite, kein „ebd.“ | erneut Autor, Jahr, Seite; viele Leitfäden erlauben bei direkt folgender Nennung „ebd.“ | Kurzbeleg oder „Ebd.“ |
| Literaturverzeichnis | Initialen, Jahr in Klammern, Verlag ohne Ort, DOI als Link | Name, Jahr, Titel, Ort und Verlag, Details je Leitfaden | zusätzlich zu den Fußnoten, mit der dort zitierten Literatur |
| Regelwerk | Publication Manual der APA, deutsche Anpassungen je Hochschule | kein offizielles Regelwerk, viele Varianten | kein einheitliches Regelwerk, Fachtraditionen |
| Stärke | genau geregelt, fertige Vorlagen in Zotero und Citavi | kurz im Text, flexibel | Fließtext ohne Klammern, Platz für Anmerkungen |
| Schwäche | deutsche Anpassungen weichen voneinander ab | Varianten vermischen sich leicht | mehr Aufwand, „Ebd.“ bricht beim Umstellen von Absätzen |
Für Harvard gibt es keine offizielle Regelsammlung. Die FernUniversität in Hagen beschreibt deshalb ausdrücklich nur eine von mehreren korrekten Varianten und betont, dass die gewählte Form in der ganzen Arbeit gleich bleiben muss (FernUni Hagen, Harvard).
So findest du heraus, welcher Stil gilt
- Im Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten deines Instituts, meist als PDF auf der Institutsseite oder im Modulhandbuch.
- In Beispielarbeiten und Vorgaben, die Lehrende auf der Lernplattform hinterlegen (Moodle, ILIAS, Stud.IP).
- Über eine kurze Mail an die Betreuung, bevor du anfängst zu schreiben, nicht kurz vor der Abgabe.
Zwei Stolperstellen: In der Germanistik zitiert die Literaturwissenschaft oft in Fußnoten, die Linguistik meist im Autor-Jahr-System, also zwei Konventionen in einem Fach. Und die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) orientieren sich bis heute an APA 6. Was das ändert, steht unter APA zitieren. Gibt es keine Vorgabe, wählst du einen Stil und hältst ihn durch.
Ein Beleg in drei Stilen
Ausgangslage (ausgedachtes Beispiel): Jana Müller, „Arbeit im Wandel. Eine Einführung“, erschienen 2021 im Beispielverlag in Musterstadt, die Aussage steht auf Seite 45.
APA 7 mit deutschen Anpassungen:
Im Text: Teilzeit wirkt bis in die Rente (Müller, 2021, S. 45).
Verzeichnis: Müller, J. (2021). Arbeit im Wandel: Eine Einführung. Beispielverlag.
Harvard in einer verbreiteten deutschen Variante:
Im Text: Teilzeit wirkt bis in die Rente (vgl. Müller 2021, S. 45).
Verzeichnis: Müller, Jana (2021): Arbeit im Wandel. Eine Einführung. Musterstadt: Beispielverlag.
Fußnoten:
Im Text: Teilzeit wirkt bis in die Rente.¹
¹ Vgl. Jana Müller: Arbeit im Wandel. Eine Einführung, Musterstadt: Beispielverlag 2021, S. 45.
² Ebd., S. 47.
³ Vgl. Peter Schulz: Zeit und Erwerb, Musterstadt: Beispielverlag 2019, S. 12.
⁴ Müller: Arbeit im Wandel, S. 50.
Verzeichnis: Müller, Jana: Arbeit im Wandel. Eine Einführung, Musterstadt: Beispielverlag 2021.
Fußnote 4 darf kein „Ebd.“ sein, weil mit Fußnote 3 eine andere Quelle dazwischensteht. Wo die Ziffer am Satzzeichen steht, zeigt Fußnoten zitieren.
Wann du eine Seitenzahl brauchst
| Situation | APA 7 | Harvard | Fußnoten |
|---|---|---|---|
| Direktes Zitat | Pflicht | Pflicht | Pflicht |
| Paraphrase einer bestimmten Stelle | vom Manual nicht verlangt, in Hausarbeiten meist Pflicht | üblich, mit „vgl.“ | üblich, mit „Vgl.“ |
| Verweis auf ein Werk als Ganzes | ohne Seite | ohne Seite möglich, manche Leitfäden wollen trotzdem eine | ohne Seite möglich |
| Zahl, Tabelle, Definition | Seite sinnvoll, damit man die Stelle findet | mit Seite | mit Seite |
| Quelle ohne Seitenzählung (Webseite) | bei direkten Zitaten Absatznummer (Abs. 4) oder Abschnitt | ohne Seite, manche Leitfäden verlangen „o. S.“ | je nach Leitfaden „o. S.“ oder Abschnitt |
Beim direkten Zitat gibt es keine Ausnahme: ohne Fundstelle kann niemand den Wortlaut prüfen. Bei Paraphrasen verlangt das APA-Manual selbst keine Seite, hält sie bei längeren Werken aber für sinnvoll (APA Style). In Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten ist sie trotzdem überwiegend Pflicht (FernUni Hagen, APA), und Harvard-Leitfäden verlangen sie in der Regel immer (FernUni Hagen, Harvard). Faustregel: Eine Seitenzahl zu viel ist kein Fehler, eine fehlende beim direkten Zitat schon.
Reicht die Stelle über mehrere Seiten, gibst du die genaue Spanne an. „f.“ steht für die folgende Seite, „ff.“ für mehrere folgende Seiten und ist ungenau. Manche APA-Leitfäden schließen beide Kürzel aus (Universität Siegen), und APA selbst verwendet weder „vgl.“ noch „ebd.“. In Jura zitierst du Kommentare nicht mit Seite, sondern mit Randnummer (Rn.). Positionsangaben aus E-Readern sind keine Seiten. Nimm, wenn möglich, die Seitenzählung der PDF- oder Druckausgabe.
Was eine vollständige Quellenangabe enthält
Ein Eintrag im Literaturverzeichnis muss das Werk eindeutig auffindbar machen. Reihenfolge und Zeichensetzung regelt der Stil, die Bestandteile sind weitgehend gleich.
| Quellentyp | Diese Angaben gehören hinein | Häufig vergessen |
|---|---|---|
| Buch (Monografie) | Autor, Jahr, Titel und Untertitel, Auflage ab der zweiten, Verlag (je nach Stil mit Ort) | Auflage, Untertitel |
| Beitrag in einem Sammelband | Autor und Titel des Beitrags, Herausgeber mit „(Hrsg.)“, Titel des Sammelbands, Seitenbereich, Verlag | Seitenbereich, Beitrag nur unter dem Herausgeber zitiert |
| Zeitschriftenartikel | Autor, Jahr, Titel, Zeitschrift, Jahrgang, Heft, Seitenbereich, DOI, falls vorhanden | Heftnummer, DOI |
| Internetquelle | Autor oder Organisation, Datum oder „o. J.“ (in APA „o. D.“), Titel, Website, URL, Abrufdatum je nach Stil | Organisation als Autor, Abrufdatum bei Harvard |
| Gesetz, Urteil (Jura) | Norm mit Gesetz (§ 823 Abs. 1 BGB), Urteil mit Gericht und Fundstelle | in Jura meist nicht im Literaturverzeichnis, bei APA und Harvard je nach Leitfaden schon |
Sortiert wird alphabetisch nach Nachnamen. Zitierfähig ist, was veröffentlicht, eindeutig bezeichnet und dauerhaft zugänglich ist. Vorlesungsskripte gelten in der Regel nicht als zitierwürdig. Wikipedia taugt für den Einstieg, belegt wird mit den Quellen, auf die der Artikel verweist, nachdem du sie selbst gelesen hast. Literaturverwaltungen wie Zotero oder Citavi sparen Arbeit, ihre Stilvorlagen entsprechen aber nicht automatisch der Variante deines Lehrstuhls. Ein Blick auf die ersten Einträge im Verzeichnis zeigt, ob die Vorlage passt.
Plagiat, Falschzitat und Formfehler
Drei Fehlerarten, die oft durcheinandergehen:
- Plagiat: Du gibst fremde Texte, Gedanken, Gliederungen oder Übersetzungen ohne Kennzeichnung als eigene aus.
- Falschzitat: Der Beleg ist da, aber die Wiedergabe stimmt nicht. Der Wortlaut weicht ab, die Aussage ist verkürzt oder verdreht, die Fundstelle passt nicht. Ein Sonderfall ist die Angabe, hinter der gar kein Werk steht.
- Formfehler: Der Beleg stimmt inhaltlich, entspricht aber nicht dem vorgegebenen Stil.
Wo welche Fehlerart auffällt, zeigt die Tabelle.
| Fehlerklasse | Beispiel | Wer findet ihn |
|---|---|---|
| Form | „(Müller, 2021)“ in einer Harvard-Arbeit, mal „et al.“, mal „u. a.“, ein „Ebd.“ nach einer fremden Fußnote | Prüfende beim Lesen, du selbst mit dem Leitfaden daneben, Citely im Modul Zitations-Form |
| Nachweis im Verzeichnis | Werk im Text zitiert, Eintrag fehlt; Jahr im Text und im Verzeichnis verschieden; Eintrag ohne Beleg im Text | Prüfende beim Abgleich, du selbst; Citely meldet zitierte Werke, die im Verzeichnis fehlen |
| Inhalt (Falschzitat) | Wortlaut weicht ab, Aussage ins Gegenteil gedreht, Zahl falsch übernommen, falsche Seite | Prüfende bei Stichproben im Original, du selbst am Original; Citely im Pro-Check, wenn ein wörtliches Zitat in deinem hochgeladenen Quellen-PDF nicht oder nur verzerrt steht; Plagiatssoftware nicht |
| Angabe ohne reales Werk | Literaturangabe aus einem KI-Tool, zu der es kein Werk gibt | du selbst über Bibliothekskatalog, Google Scholar oder DOI; Prüfende, wenn sie nachschlagen; Plagiatssoftware nicht |
| Plagiat | Absatz aus einem Aufsatz ohne Anführungszeichen und Beleg, übersetzte Passage ohne Hinweis | Plagiatssoftware der Hochschule zeigt Textübereinstimmungen, Prüfende bewerten sie |
Eine Plagiatssoftware vergleicht deinen Text mit Datenbanken und frei zugänglichen Internetquellen. Übereinstimmungen sind dabei nicht automatisch ein Plagiat, Prüfende bewerten sie einzeln (Universität Duisburg-Essen). Für die Frage, ob ein Beleg seine Quelle richtig wiedergibt, ist so ein Abgleich nicht gebaut. Das zeigt erst der Blick ins Original. Ob es ein Werk gibt, klärst du am schnellsten selbst: im Karlsruher Virtuellen Katalog, über Google Scholar oder indem du die DOI über doi.org aufrufst.
Was Prüfende beim Zitieren kontrollieren
Wie genau korrigiert wird, unterscheidet sich je nach Lehrstuhl. Typisch ist eine Mischung aus dem, was beim Lesen auffällt, und gezieltem Nachschlagen.
Beim Lesen
- Ob ein Stil von Anfang bis Ende durchgehalten ist. Brüche zeigen sich oft an Kapitelgrenzen.
- Ob Behauptungen, Zahlen und Definitionen belegt sind. Ein Absatz voller Fachwissen ohne einen einzigen Beleg fällt auf.
- Wie viel eigene Leistung neben den Zitaten steht. Belegketten ohne eigene Einordnung ersetzen kein Argument.
- Welche Quellen du nutzt: Fachliteratur, aktueller Forschungsstand, Originale statt Sekundärzitaten.
- Ob das Literaturverzeichnis vollständig, einheitlich und alphabetisch sortiert ist.
Beim Nachschlagen
- Stichproben im Original, vor allem bei Belegen, auf denen dein Argument ruht, und bei Werken, die Prüfende selbst gut kennen.
- Der Bericht einer Plagiatssoftware, sofern die Hochschule eine einsetzt.
- Angaben, die sich in keinem Katalog finden lassen.
Bei Abschlussarbeiten kommt häufig ein Kolloquium dazu. Dort musst du erklären können, was in deinen wichtigsten Quellen steht.
Zitieren in Hausarbeit, Seminararbeit und Abschlussarbeit
Die Regeln sind dieselben, ob du eine Seminararbeit, eine Hausarbeit, eine Bachelorarbeit oder eine Masterarbeit schreibst. Es ändert sich der Umfang: mehr Quellen, mehr Kapitel und mehr Stellen, an denen ein Stil auseinanderlaufen kann. Viele Formfehler entstehen beim Zusammenführen von Kapiteln, die zu verschiedenen Zeiten geschrieben wurden, oder beim Kopieren von Belegen aus älteren Arbeiten. Ein zweiter Punkt betrifft Seminararbeiten: Seminare verschiedener Lehrstühle können im selben Semester verschiedene Stile verlangen. Den Leitfaden prüfst du deshalb pro Seminar neu und nicht nur einmal im Studium.
Checkliste vor der Abgabe
- Folgt die Arbeit durchgehend einem Stil, auch in Fußnoten, Tabellen und Abbildungsunterschriften?
- Passt die Auflage: APA 7 oder die ältere Fassung, die dein Leitfaden meint?
- Haben direkte Zitate Anführungszeichen, den exakten Wortlaut und eine Seitenzahl?
- Sind Auslassungen und Ergänzungen in Zitaten mit eckigen Klammern gekennzeichnet?
- Sind Paraphrasen in eigenen Worten geschrieben und belegt, mit Seite, wenn dein Leitfaden sie verlangt?
- Haben Zahlen, Definitionen und übernommene Modelle einen Beleg?
- Verweist „Ebd.“ nur auf die Quelle der direkt vorangehenden Fußnote?
- Sind die Fußnoten fortlaufend nummeriert?
- Findest du für die Belege im Text einen Eintrag im Verzeichnis, mit gleicher Schreibweise des Namens und gleichem Jahr?
- Stehen im Verzeichnis nur Werke, die du im Text auch zitierst?
- Hast du Angaben aus KI-Tools im Katalog oder über die DOI gefunden und das Werk selbst gelesen?
- Sind Sekundärzitate als solche gekennzeichnet, und hast du versucht, das Original zu bekommen?
- Führen URLs und DOIs noch zum zitierten Werk?
- Hast du die zentralen Zitate ein letztes Mal mit dem Original verglichen?
Was Citely beim Zitieren prüft
Citely ist ein Self-Check für studentische Hausarbeiten. Fürs Zitieren sind zwei Module zuständig, die Verschiedenes leisten.
Zitations-Form, auch im Gratis-Check. Der Gratis-Check läuft ohne Konto und prüft mit drei Modulen (Sprache, Wissenschaftlichkeit, Zitations-Form) die ersten 4 Seiten samt Literaturverzeichnis. Die Prüfung dauert rund 5 Minuten, die Befunde siehst du vollständig nach einer kostenlosen Anmeldung. In einem bezahlten Check läuft dieselbe Prüfung über die ganze Arbeit. Zuerst erkennt das Modul, nach welchem Stil deine Arbeit überwiegend zitiert (APA, auch in der DGPs-Form, Harvard oder Fußnoten), und weist dann auf Abweichungen von genau diesem Stil hin:
- Formbrüche wie ein Komma vor dem Jahr in einer Harvard-Arbeit oder eine uneinheitliche „et al.“-Schwelle
- Mischformen, etwa ein einzelner Beleg im APA-Format zwischen Harvard-Belegen
- uneinheitliche Schreibweisen im Verzeichnis, etwa mal „&“ und mal „und“ zwischen den Namen, mal Vorname und mal Initial
- Werke, die du im Text zitierst, die im Literaturverzeichnis aber fehlen
- bei Fußnoten, ob ein „Ebd.“ auf die direkt vorangehende Fußnote verweist
Zitations-Inhalt im Pro-Check. Im Pro-Check gleicht Citely deine Zitate mit bis zu 15 hochgeladenen Quellen-PDFs ab, prüft an der zitierten Seite und markiert wörtliche Zitate, die dort nicht oder nur verzerrt stehen. Nennst du hinter „zitiert nach“ oder „zit. n.“ Name und Jahr des Werks, aus dem du tatsächlich zitierst, gleicht Citely mit diesem Werk ab, wenn du dessen PDF hochlädst.
Kostenlos und ohne Konto: die ersten 4 Seiten samt Literaturverzeichnis. Alle Befunde siehst du nach kostenloser Anmeldung.
Häufige Fragen zum Zitieren
- Muss ich bei indirekten Zitaten die Seitenzahl angeben?
- Ja, in den meisten Hausarbeiten und Seminararbeiten schon. In Harvard-Varianten und bei Fußnoten gehört die Seite auch zur Paraphrase, meist mit „vgl.“ davor. Das APA-Manual verlangt sie bei Paraphrasen nicht, hält sie bei längeren Werken aber für sinnvoll, und viele Hochschulen machen sie in Qualifikationsarbeiten zur Pflicht. Ohne Seite bleibt nur der Verweis auf ein Werk als Ganzes, etwa wenn du die Grundthese eines Buches nennst. Im Zweifel gibst du die Seite an: Eine Seite zu viel ist kein Fehler, eine fehlende beim direkten Zitat schon.
- Welcher Zitierstil ist für eine Hausarbeit richtig?
- Das legt dein Institut oder dein Lehrstuhl fest, meist im Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten. Als grobe Orientierung: Psychologie und Erziehungswissenschaft zitieren meist nach APA, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften oft nach Harvard, Jura, Geschichte und Literaturwissenschaft mit Fußnoten. Gibt es keine Vorgabe, wählst du einen Stil und hältst ihn in der ganzen Arbeit durch.
- Was ist der Unterschied zwischen APA und Harvard?
- Beide sind Autor-Jahr-Stile, der Unterschied liegt in den Details. APA trennt Name, Jahr und Seite mit Kommas, (Müller, 2021, S. 45), verbindet zwei Namen in der Klammer mit „&“ und setzt kein „vgl.“ vor Paraphrasen. Deutsche Harvard-Varianten lassen das Komma vor dem Jahr meist weg, (Müller 2021, S. 45), und markieren Paraphrasen mit „vgl.“. Für APA gibt es mit dem Publication Manual ein festes Regelwerk, Harvard gibt es ohne offizielles Regelwerk in vielen Varianten. Welche Form gilt, steht in deinem Leitfaden.
- Darf ich verschiedene Zitierstile in einer Arbeit mischen?
- Nein. Eine Arbeit folgt einem Stil, im Text, in den Fußnoten und im Literaturverzeichnis. Mischformen entstehen meist, wenn Belege aus verschiedenen Vorlagen kopiert oder Kapitel zu unterschiedlichen Zeiten geschrieben werden, etwa mal „(Müller, 2021)“ und mal „(Müller 2021)“. Erlaubt ist, was dein Leitfaden ausdrücklich vorsieht, zum Beispiel einzelne erläuternde Fußnoten in einer Arbeit mit Autor-Jahr-Belegen.
- Ist ein falsches Zitat schon ein Plagiat?
- Nein, nicht automatisch. Plagiieren heißt, fremde Texte oder Gedanken zu übernehmen, ohne ihre Herkunft kenntlich zu machen. Ein Falschzitat ist gekennzeichnet, gibt die Quelle aber falsch wieder: Der Wortlaut weicht ab, die Aussage ist verdreht oder die Fundstelle passt nicht. Auch das ist ein Mangel, den Prüfende bei Stichproben im Original bemerken. Eine erfundene Quellenangabe kann die Hochschule zudem als Täuschungsversuch werten. Wie schwer ein Falschzitat wiegt, hängt davon ab, wie oft es vorkommt und ob dein Argument darauf aufbaut.
- Findet eine Plagiatssoftware erfundene oder falsch wiedergegebene Quellen?
- Nein. Plagiatssoftware sucht nach übernommenem Wortlaut und vergleicht deinen Text dafür mit Datenbanken und frei zugänglichen Internetquellen. Ob eine Literaturangabe zu einem realen Werk führt, gehört nicht zu ihrer Aufgabe, und ob ein Zitat die Quelle richtig wiedergibt, zeigt erst der Blick ins Original. Ob es ein Werk gibt, prüfst du deshalb selbst über den Bibliothekskatalog, Google Scholar oder die DOI.
- Gehören nur zitierte Quellen ins Literaturverzeichnis?
- Ja, in der Regel. Ins Literaturverzeichnis kommen die Werke, die du im Text belegst, und umgekehrt braucht ein Beleg im Text einen Eintrag im Verzeichnis. Gelesene, aber nicht zitierte Literatur bleibt draußen, es sei denn, dein Leitfaden sieht einen eigenen Abschnitt für weiterführende Literatur vor. In Jura stehen Gesetze und Urteile meist nicht im Literaturverzeichnis.
- Wie zitiere ich in einer Seminararbeit richtig?
- Nach denselben Regeln wie in einer Hausarbeit, mit dem Stil, den dein Seminar oder Lehrstuhl vorgibt. Wörtliche Zitate stehen in Anführungszeichen mit Seitenzahl, Paraphrasen in eigenen Worten mit Beleg, und die zitierten Werke stehen im Literaturverzeichnis. Weil Seminare verschiedener Lehrstühle unterschiedliche Stile verlangen können, prüfst du den Leitfaden pro Seminar. Vor der Abgabe lohnt ein Abgleich von Text und Verzeichnis und ein Blick auf zentrale Zitate im Original.
Kostenlos und ohne Konto: die ersten 4 Seiten samt Literaturverzeichnis. Alle Befunde siehst du nach kostenloser Anmeldung.