Ratgeber

Sekundärzitat: „zitiert nach“ richtig verwenden

Ein Sekundärzitat ist ein Zitat aus zweiter Hand: Du gibst eine Aussage wieder, die du nur aus einem anderen Werk kennst, und kennzeichnest das mit „zitiert nach“ oder „zit. n.“, etwa (Halvorsen 1952, zit. n. Brenner 2021, S. 88). Erlaubt ist das nur als Ausnahme, wenn das Original trotz Suche nicht zu bekommen ist. Ins Literaturverzeichnis gehört immer das gelesene Werk, ob auch das Original, regelt dein Leitfaden.

Stand: Oktober 2026 · Redaktion Citely
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Wann ein Sekundärzitat erlaubt ist

Die Leitfäden setzen dieselbe Reihenfolge: Erst suchst du das Original, und nur wenn das scheitert, zitierst du über ein anderes Werk. Unterschiedlich ist, welche Gründe sie ausdrücklich nennen.

Leitfaden Wann ein Sekundärzitat zulässig ist
APA Style, Secondary Sources, ebenso die FernUniversität in Hagen (ZitFIt, APA 7) sparsam, wenn das Original vergriffen, nicht erhältlich oder nur in einer Sprache erschienen ist, die du nicht verstehst
Universität Potsdam, APA-Zitierregeln nach DGPs in wenigen Ausnahmefällen, etwa bei Klassikern, die trotz umfassender Recherche nicht verfügbar sind
Goethe-Universität Frankfurt, Fachbereich Rechtswissenschaft nur in absoluten Ausnahmefällen, wenn die Primärquelle für die Arbeit wichtig, aber nicht zugänglich ist
Universität Leipzig, Theologische Fakultät wenn das Original nicht oder nur schwer zugänglich ist
Universität Innsbruck, Zitierrichtlinien von historia.scribere 2025 bei wörtlichen Zitaten, deren Original du nicht einsehen konntest, und auch dann nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt

Daraus ergeben sich drei Fälle, in denen ein Sekundärzitat nicht passt:

  • Das Original steht in deiner Bibliothek oder kommt per Fernleihe. Dann liest du es selbst.
  • Du willst dir Lesearbeit sparen. Der Potsdamer Leitfaden sagt ausdrücklich, dass die Ausnahme nicht dazu dient, das gründliche Lesen von Forschungsbefunden durch Lehrbuchzitate zu ersetzen. Er sieht Sekundärzitate vor allem für wörtliche Zitate vor.
  • Es geht um ein Urteil oder um Gesetzesmaterialien. Der Frankfurter Jura-Leitfaden verlangt, die Primärquelle anzugeben und selbst nachzulesen. Aussagen aus Gerichtsentscheidungen nur mit einem Kommentar zu belegen, nennt er einen erheblichen Fehler.

Knappe Zeit bis zur Abgabe nennt keiner dieser Leitfäden als Grund. Reicht die Zeit für eine Fernleihe nicht, frag deine Betreuung, bevor du ausweichst.

Sekundärzitat in APA, Harvard und Fußnoten

Das Grundmuster ist in allen Stilen gleich: zuerst das Original mit Jahr, dann der Zusatz, dann das Werk, das du gelesen hast, mit dessen Seitenzahl. Alle Namen und Titel in den Beispielen dieser Seite sind erfunden.

Stil So sieht der Beleg aus Regel nach
APA 7 und DGPs, in Klammern (Halvorsen, 1952, zitiert nach Brenner, 2021, S. 88) Uni Siegen, Uni Würzburg
APA 7 und DGPs, im Satz Halvorsen (1952, zitiert nach Brenner, 2021, S. 88) beschreibt … Uni Potsdam, FernUni Hagen
APA 7, englischsprachige Arbeit (Halvorsen, 1952, as cited in Brenner, 2021, p. 88) APA Style
Harvard (Halvorsen 1952, zitiert nach Brenner 2021, S. 88) FernUni Hagen
Fußnote, erste Nennung ¹ Ingrid Halvorsen, Die stille Werkstatt, Oslo 1952, S. 14, zit. n. Jonas Brenner, Handwerk und Gedächtnis, Hamburg 2021, S. 88. Uni Frankfurt, Uni Innsbruck
Fußnote, Kurzbeleg mit Jahr ² Halvorsen 1952, S. 14, zit. nach Brenner 2021, S. 88. HSU Hamburg
Fußnote, Kurzbeleg mit Kurztitel ² Halvorsen, Werkstatt, S. 14, zit. n. Brenner, Handwerk, S. 88. Uni Innsbruck

Mehr zur Grundform der Stile findest du auf den Seiten zu APA, Harvard und Fußnoten, den Überblick unter Zitierstile.

zit. n., zit. nach oder zitiert nach

„zit. n.“, „zit. nach“ und „zitiert nach“ meinen dasselbe. Die Helmut-Schmidt-Universität Hamburg schreibt „zit. nach“, der Frankfurter Jura-Leitfaden „zitiert nach:“ mit Doppelpunkt, Innsbruck lässt „zit. nach“ oder „zit. in“ zu und kürzt im Beispiel auf „zit. n.“. In englischsprachigen Arbeiten heißt der Zusatz „as cited in“.

Wähle eine Form und bleib in der ganzen Arbeit dabei. Lässt dein Leitfaden die Wahl, nimm in Klammerbelegen „zitiert nach“, wie es die hier verlinkten APA- und Harvard-Leitfäden zeigen, und in Fußnoten die kurze Form „zit. n.“.

Welche Seitenzahl du angibst

Die Seitenzahl hinter dem gelesenen Werk ist die Stelle, an der du die Aussage gefunden hast. So zeigen es alle verlinkten Muster, die eine Seite angeben. Bei wörtlichen Zitaten ist sie Pflicht. In Haus- und Abschlussarbeiten nach Harvard ist sie laut FernUni Hagen auch bei sinngemäßen Zitaten überwiegend obligatorisch.

Das Erscheinungsjahr des Originals nimmst du auf, wenn es bekannt ist; so verlangen es APA Style und die FernUni Hagen. Ist es unbekannt, lässt du es weg. In Fußnoten kannst du zusätzlich die Seite im Original nennen, wenn das gelesene Werk sie angibt. Das Innsbrucker Beispiel zeigt beide Seiten.

Was kein Sekundärzitat ist

Einige Belege sehen ähnlich aus, brauchen aber keinen Zusatz, weil du das Werk selbst gelesen hast:

Im Beleg steht Was es bedeutet Sekundärzitat?
vgl. Brenner 2021, S. 88 du gibst Brenners Gedanken sinngemäß wieder nein
nach Lindqvist (2015) du folgst Lindqvists Einteilung oder Begriff nein
Kessler: Titel, in: Rau (Hrsg.): Sammelband ein Beitrag in einem Sammelband, den du gelesen hast nein
ein Klassiker in Neuausgabe oder Übersetzung du liest das Werk selbst, nur in einer späteren Ausgabe nein
zit. n., zitiert nach, as cited in du kennst die Aussage nur aus einem anderen Werk ja

Bei Neuausgaben und Übersetzungen regelt dein Zitierstil, wie du Originaljahr und Ausgabe angibst. Ein „zit. n.“ gehört dort nicht hin.

Umgekehrt macht eine Paraphrase aus einem Sekundärzitat kein Primärzitat. Gibst du Halvorsens Gedanken, den du nur bei Brenner gelesen hast, in eigenen Worten wieder, bleibt der Zusatz nötig. Der Leipziger Leitfaden nennt das Sekundärzitat direkt im Abschnitt über sinngemäße Zitate.

Welches Werk beim Sekundärzitat ins Literaturverzeichnis gehört

An dieser Frage widersprechen sich die Leitfäden. Zwei Beispiele:

Leitfaden Regel fürs Verzeichnis
FernUniversität in Hagen, ZitFIt für APA 7 und Harvard nur das gelesene Werk. „Primärquellen aus Sekundärquellen“ gehören ausdrücklich nicht ins Literaturverzeichnis
Universität Heidelberg, Checkliste Zitieren und Fußnoten die Originalquelle „trotzdem“ ins Verzeichnis aufnehmen. Jedes in den Fußnoten zitierte Werk muss dort stehen

Wie Hagen regeln es APA Style selbst, die Universität Würzburg in ihrem Leitfaden nach den DGPs-Richtlinien von 2007 und die Universität Potsdam für APA nach DGPs. Die Heidelberger Checkliste ist ein Handout aus dem Tutorium für internationale Studierende von 2021, stützt sich teilweise auf ein Tutorienheft des Historischen Seminars und behandelt das Zitieren mit Fußnoten.

Unsere Empfehlung: Dein Leitfaden entscheidet. Drei Punkte helfen dir, ihn richtig zu lesen:

  1. Das gelesene Werk gehört immer ins Verzeichnis. Darin sind sich alle Leitfäden einig, die das Verzeichnis beim Sekundärzitat regeln, denn aus diesem Werk stammt dein Wortlaut, und dort muss man ihn nachschlagen können.
  2. Strittig ist nur das Original. Schreibt dein Leitfaden nichts dazu, schick deiner Betreuung eine kurze Frage: „Soll bei ‚zit. n.‘ auch das Original ins Literaturverzeichnis?“
  3. Ohne Antwort folgst du deinem Stil. Für APA, DGPs und Harvard sagen die hier verlinkten Leitfäden: nur das gelesene Werk. Für Fußnoten verlangt die Heidelberger Checkliste beide.

So sieht das Verzeichnis in beiden Fällen aus:

Nur das gelesene Werk (APA):

Brenner, J. (2021). Handwerk und Gedächtnis. Hafenstadt Verlag.

Beide Werke (Fußnoten, Heidelberger Regel):

Brenner, Jonas: Handwerk und Gedächtnis, Hamburg 2021.

Halvorsen, Ingrid: Die stille Werkstatt, Oslo 1952.

Risiken beim Zitieren aus zweiter Hand

Fehler wandern mit

Der Frankfurter Jura-Leitfaden nennt zwei Gefahren, die oft unterschätzt werden: Die Fundstelle stimmt nicht genau, oder die Primärquelle ist inhaltlich falsch wiedergegeben beziehungsweise in ihrer Tragweite falsch eingeordnet. Hat Brenner bei Halvorsen „S. 41“ statt „S. 14“ notiert, steht der Zahlendreher auch in deiner Fußnote. Mit „zit. n.“ ist wenigstens erkennbar, dass die Angabe aus Brenners Buch stammt.

Der Zusammenhang bleibt beim Original

Wer zitiert, wählt aus und liest aus seiner Sicht. Der Würzburger Leitfaden spricht deshalb vom „Stille-Post-Phänomen“: Über Sekundärzitate können große inhaltliche Verzerrungen entstehen. Ein erfundenes Beispiel zeigt, wie schnell das geht.

Im Original (Halvorsen 1952, S. 14): „In den kleinen Werkstätten, und nur dort, ersetzte die Gewohnheit die geschriebene Regel.“

Bei Brenner (2021, S. 88): Halvorsen zufolge „ersetzte die Gewohnheit die geschriebene Regel“.

In deiner Hausarbeit: Schon Halvorsen zeigte, dass Gewohnheit im Handwerk die geschriebene Regel ersetzte.

Das Zitat bei Brenner ist wörtlich korrekt, aber die Einschränkung auf kleine Werkstätten fehlt. In deiner Arbeit wird daraus eine allgemeine These, die Halvorsen so nie aufgestellt hat.

Das Blindzitat

Ein Blindzitat nennt das Original so, als hättest du es selbst gelesen, obwohl du es nur aus zweiter Hand kennst. Der Frankfurter Leitfaden rät davon „dringend“ ab, die Heidelberger Checkliste verlangt, zitierte Texte im Original zu beschaffen und zu prüfen. Das Problem ist nicht nur formal: Jeder Fehler der Zwischenquelle sieht dann aus wie deine eigene Lektüre.

Das Original beschaffen

Plane die Suche früh ein, denn der langsamste Weg dauert Wochen.

  1. Katalog deiner Bibliothek. Such nach Titel und Autor, auch unter E-Books und lizenzierten Zeitschriften. Vieles liest du über den Zugang deiner Hochschule als PDF.
  2. Karlsruher Virtueller Katalog (KVK). Der KVK durchsucht viele Bibliotheks- und Buchhandelskataloge auf einmal, für einzelne Aufsätze nimmst du Google Scholar (Schritt 4).
  3. Fernleihe. Steht das Werk nicht in deiner Bibliothek, bestellst du es aus einer anderen. Die Dauer hängt von der Bibliothek ab: Die UB Bielefeld nennt für Bücher 5 bis 10 Arbeitstage und für Aufsätze, die in der Regel als PDF per E-Mail kommen, 2 bis 3 Arbeitstage. Die UB Gießen rechnet für eine Fernleihe mit rund 2 bis 3 Wochen.
  4. Aufsätze über Google Scholar. Der Titel aus dem Literaturverzeichnis der Zwischenquelle führt oft direkt zu einem Volltext oder zur Seite des Verlags.
  5. Die Zwischenquelle als Wegweiser. Brenner nennt Titel, Ausgabe und Seite. Mit diesen Angaben gehst du im Original direkt an die Stelle und liest den Absatz davor und danach.
  6. Fremdsprachige Originale. Such zuerst nach einer Übersetzung. Gibt es keine und verstehst du die Sprache nicht, ist das einer der Gründe, die APA Style und die FernUni Hagen für ein Sekundärzitat nennen.

Bleibt die Suche erfolglos, notiere dir, was du versucht hast. Fragt deine Betreuung nach, kannst du es belegen. Taucht ein Werk in keinem Katalog auf, prüf, ob es überhaupt existiert. Wie das geht, steht im Ratgeber Quellen prüfen.

Beispiele vom Fund bis zum Beleg

Original gefunden: direkt zitieren (APA)

Du liest im Lehrbuch von Arslan (2020) ein Zitat aus einer Studie von Lindqvist (2015). Die Zeitschrift ist über deine Bibliothek als E-Journal verfügbar.

Entwurf: (Lindqvist, 2015, zitiert nach Arslan, 2020, S. 57)

Nach dem Nachlesen: (Lindqvist, 2015, S. 212)

Im Verzeichnis steht jetzt Lindqvist. Arslan nur dann, wenn du das Lehrbuch an anderer Stelle selbst zitierst.

Original nicht erhältlich: Sekundärzitat (Harvard)

Eine Firmenfestschrift von Wendt aus dem Jahr 1938 liegt nur im Archiv des Unternehmens. Du kennst sie aus der Monografie von Okafor.

Die Festschrift beschreibt die Gründer als „Kaufleute ohne Kontor“ (Wendt 1938, zitiert nach Okafor 2019, S. 131).

Literaturverzeichnis (Regel der FernUni Hagen für Harvard):

Okafor, Daniel (2019): Familienunternehmen erzählen sich selbst. Hamburg: Hafenstadt Verlag.

Fremdsprachiges Original: Sekundärzitat (Fußnote)

Eine norwegische Schrift von Aune (1931) steht in keiner deutschen Bibliothek, und du liest kein Norwegisch. Ostrowski zitiert sie in deutscher Übersetzung.

³ Sigrid Aune, Verkstedets stemme, Bergen 1931, S. 22, zit. n. Paula Ostrowski, Gewerkschaften im Norden, Lüneburg 2017, S. 143.

Ins Verzeichnis kommt Ostrowski. Aune nimmst du nur auf, wenn dein Leitfaden das wie die Heidelberger Checkliste verlangt.

Checkliste vor der Abgabe

  • Für jedes Sekundärzitat hast du das Original gesucht: Katalog, KVK, Fernleihe.
  • Alle Zitate aus zweiter Hand sind mit „zit. n.“ oder „zitiert nach“ gekennzeichnet. Kein Blindzitat.
  • Du nutzt in der ganzen Arbeit eine Schreibweise des Zusatzes.
  • Zuerst steht das Original, dann der Zusatz, dann das gelesene Werk.
  • Die Seitenzahl gehört zum gelesenen Werk und steht hinter dessen Namen und Jahr.
  • Das Jahr des Originals steht drin, wenn es bekannt ist.
  • Wörtliche Zitate übernimmst du genau so, wie sie im gelesenen Werk stehen.
  • Das gelesene Werk steht im Literaturverzeichnis.
  • Das Original steht nur dann im Verzeichnis, wenn dein Leitfaden es verlangt.
  • Sekundärzitate bleiben Einzelfälle und tragen keine zentrale These allein.

Was Citely für dich prüft

Im Gratis-Check prüft Citely ohne Konto die ersten 4 Seiten deiner Arbeit samt Literaturverzeichnis mit drei Modulen: Sprache, Wissenschaftlichkeit und Zitations-Form. Rund 5 Minuten später ist dein Bericht da, und mit einer kostenlosen Anmeldung siehst du alle Befunde. Zitations-Form erkennt deinen Zitierstil und meldet Abweichungen in der Form: einen Beleg, der einem anderen Stil folgt als der Rest der Arbeit, oder wechselnde Schreibweisen innerhalb deines Stils.

Im Pro-Check gleicht Citely deine Zitate mit bis zu 15 hochgeladenen Quellen-PDFs ab. Citely schlägt die zitierte Stelle in deiner Quelle auf und markiert wörtliche Zitate, die dort nicht oder nur verzerrt stehen. Bei Sekundärzitaten setzt der Abgleich an der richtigen Stelle an: Stehen hinter „zit. n.“, „zit. nach“ oder „zitiert nach“ Name, Jahr und Seite des Werks, aus dem du tatsächlich zitierst, liest Citely diese Angaben als Beleg für genau dieses Werk und gleicht mit ihm ab, wenn du dessen PDF hochlädst. Bei (Halvorsen 1952, zit. n. Brenner 2021, S. 88) schlägt Citely also Seite 88 bei Brenner auf, genau dort, wo du das Zitat gefunden hast. Im Bericht steht dein Beleg weiter so, wie du ihn geschrieben hast.

So holst du das meiste heraus: Lade das gelesene Werk als PDF hoch und schreib hinter den Zusatz Name, Jahr und Seite dieses Werks, wie in den Mustern mit Jahreszahl oben. Hast du das Original doch noch bekommen und zitierst direkt, lädst du dessen PDF hoch, und der Pro-Check gleicht mit dem Original ab. Wie der Gratis-Check abläuft und was die Prüfung einer ganzen Hausarbeit umfasst, liest du auf den verlinkten Seiten.

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Häufige Fragen

Was bedeutet „zit. n.“?
„zit. n.“ ist die Abkürzung für „zitiert nach“. Der Zusatz zeigt, dass du eine Aussage nicht im Original gelesen hast, sondern in einem anderen Werk, das sie zitiert. Vor dem Zusatz steht das Original, dahinter das Werk, das du tatsächlich in der Hand hattest, mit dessen Seitenzahl: (Halvorsen 1952, zit. n. Brenner 2021, S. 88). Die Formen „zit. n.“, „zit. nach“ und „zitiert nach“ bedeuten dasselbe, in englischsprachigen Arbeiten nach APA heißt es „as cited in“. Leitfäden wie die der FernUniversität in Hagen und der Universität Potsdam erlauben Sekundärzitate nur als Ausnahme, wenn das Original nicht zu beschaffen ist. Wichtig ist außerdem die Einheitlichkeit: Entscheide dich für eine Schreibweise und bleib in der ganzen Arbeit dabei. In den hier verlinkten Leitfäden steht in Klammerbelegen „zitiert nach“, in Fußnoten kommen beide Formen vor.
Wie zitiere ich ein Zitat aus einem anderen Buch?
Das hängt davon ab, wessen Worte du übernimmst. Willst du den ursprünglichen Autor zitieren und kennst seine Aussage nur aus dem Buch, das du gelesen hast, ist das ein Sekundärzitat. Dann suchst du zuerst das Original. Findest du es nicht, gibst du beide Werke an: (Halvorsen 1952, zitiert nach Brenner 2021, S. 88). Übernimmst du dagegen einen Satz des gelesenen Buchs wörtlich, in dem selbst ein Zitat steht, ist das ein Zitat im Zitat. Das innere Zitat setzt du dann in einfache Anführungszeichen ‚…‘, so sieht es die Checkliste der Universität Heidelberg vor.
Wie gebe ich ein Sekundärzitat nach APA an?
In deutschsprachigen Arbeiten nach APA 7 oder den DGPs-Richtlinien nennst du zuerst das Original mit Jahr, dann „zitiert nach“ und das gelesene Werk mit Seitenzahl: (Halvorsen, 1952, zitiert nach Brenner, 2021, S. 88). Im Satz schreibst du Halvorsen (1952, zitiert nach Brenner, 2021, S. 88). In englischsprachigen Arbeiten lautet der Zusatz „as cited in“: (Halvorsen, 1952, as cited in Brenner, 2021, p. 88). Ist das Jahr des Originals unbekannt, lässt du es laut APA Style weg. Ins Literaturverzeichnis kommt nach APA nur das gelesene Werk, hier also Brenner. APA Style rät, Sekundärquellen sparsam zu nutzen, etwa wenn das Original vergriffen, nicht erhältlich oder nur in einer Sprache erschienen ist, die du nicht verstehst. Weicht dein Institut davon ab, gilt dessen Vorgabe.
Wie sieht ein Sekundärzitat nach Harvard aus?
Harvard folgt demselben Muster wie APA, nur ohne Komma zwischen Name und Jahr: (Halvorsen 1952, zitiert nach Brenner 2021, S. 88). Steht der Name im Satz, schreibst du Halvorsen (1952, zitiert nach Brenner 2021, S. 88). Die Seitenzahl gehört zum gelesenen Werk, also zu Brenner. In Haus- und Abschlussarbeiten ist sie laut FernUniversität in Hagen auch bei sinngemäßen Harvard-Zitaten überwiegend Pflicht. Das Jahr des Originals nimmst du auf, wenn es bekannt ist. Ins Literaturverzeichnis kommt nach der Regel der FernUni Hagen nur Brenner, nicht Halvorsen. Prüfe trotzdem den Leitfaden deines Instituts: Die FernUni Hagen betont selbst, dass es bei Harvard kein starres Regelwerk gibt und Abweichungen zwischen Hochschulen keine Fehler, sondern Varianten des Stils sind. Bleib innerhalb deiner Arbeit bei einer Form, auch beim Zusatz.
Gehört beim Sekundärzitat das Original ins Literaturverzeichnis?
Das hängt von deinem Leitfaden ab, denn die Hochschulen regeln es unterschiedlich. Die FernUniversität in Hagen schreibt für APA 7 und Harvard, dass Primärquellen aus Sekundärquellen nicht ins Literaturverzeichnis gehören. APA Style und die Leitfäden der Universitäten Würzburg und Potsdam sehen das genauso. Die Checkliste Zitieren und Fußnoten der Universität Heidelberg verlangt dagegen, die Originalquelle trotzdem aufzuführen. Einig sind sich alle in einem Punkt: Das Werk, das du gelesen hast, steht immer im Verzeichnis. Unsere Empfehlung: Schau zuerst in den Leitfaden deines Instituts. Steht dort nichts, frag deine Betreuung kurz per Mail. Bekommst du keine Antwort, folge deinem Stil, also bei APA, DGPs und Harvard nur das gelesene Werk, bei Fußnoten nach der Heidelberger Regel beide Werke.
Welche Seitenzahl gebe ich bei „zitiert nach“ an?
Die Seitenzahl hinter „zitiert nach“ ist die Seite im Werk, das du gelesen hast, also die Stelle, an der du das Zitat gefunden hast. Bei (Halvorsen 1952, zit. n. Brenner 2021, S. 88) steht das Zitat auf Seite 88 bei Brenner. Halvorsens eigene Seitenzahl kennst du nur, wenn Brenner sie angibt. In Fußnoten kannst du sie dann zusätzlich hinter das Original setzen: Halvorsen 1952, S. 14, zit. n. Brenner 2021, S. 88. Beide Seiten zeigt auch das Muster der Universität Innsbruck. Bei wörtlichen Zitaten ist die Seitenzahl Pflicht. Stehen hinter „zit. n.“ Name, Jahr und Seite des gelesenen Werks, schlägt der Pro-Check von Citely genau diese Seite im hochgeladenen PDF dieses Werks auf und gleicht dein Zitat dort ab.
Ist „vgl.“ dasselbe wie „zit. n.“?
Nein. „vgl.“ steht vor einer sinngemäßen Wiedergabe eines Werks, das du selbst gelesen hast. Die Theologische Fakultät der Universität Leipzig etwa kennzeichnet indirekte Zitate in der Fußnote so. „zit. n.“ zeigt dagegen, dass du die Aussage nur aus einem anderen Werk kennst. Gibst du Halvorsens Gedanken, den du nur bei Brenner gelesen hast, in eigenen Worten wieder, bleibt der Zusatz „zit. n.“ nötig, denn du kennst den Gedanken weiterhin nur aus zweiter Hand. Auch „nach Lindqvist (2015)“ ist kein Sekundärzitat, sondern zeigt, dass du einer Einteilung oder einem Begriff folgst. Und „in:“ verweist auf den Sammelband oder die Zeitschrift, in der ein Beitrag erschienen ist. Nur „zit. n.“, „zitiert nach“ und „as cited in“ markieren ein Zitat aus zweiter Hand.
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