Harvard zitieren heißt: Hinter jeder übernommenen Stelle steht im Text ein Kurzbeleg aus Nachname, Erscheinungsjahr und, wo nötig, Seitenzahl, etwa (Lindner 2020, S. 12). Das Werk selbst führst du vollständig im Literaturverzeichnis auf, Fußnoten brauchst du für Belege nicht. Eine offizielle Regelsammlung für die Harvard-Zitierweise gibt es nicht. Satzzeichen, „vgl.“ und die et-al.-Grenze richten sich deshalb nach den Vorgaben deines Instituts oder Lehrstuhls.
Harvard zitieren: Regeln und Beispiele zur Harvard-Zitierweise
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Harvard zitieren auf einen Blick
Die Harvard-Zitierweise ist ein Autor-Jahr-System: Der Kurzbeleg im Text verweist auf den Vollbeleg im Literaturverzeichnis (FernUniversität in Hagen). Fußnoten nutzt du nur für inhaltliche Ergänzungen, nicht für Belege (TH Nürnberg). Personen, Titel und Verlage in allen Beispielen hier sind ausgedacht.
| Fall | Beispiel | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Wörtliches Zitat | „…“ (Lindner 2020, S. 12) | Seitenzahl immer |
| Paraphrase | (vgl. Lindner 2020, S. 12) | „vgl.“ verlangen viele Leitfäden, die Seite in Hausarbeiten meist auch |
| Name im Satz | Lindner (2020, S. 12) zeigt, dass … | Jahr und Seite direkt hinter dem Namen |
| Zwei Autor:innen | (Krämer/Osei 2021, S. 5) | „/“, „und“ oder „&“ je nach Leitfaden |
| Drei und mehr | (Brückner et al. 2022, S. 40) | meist ab drei Personen, an manchen Instituten erst ab vier |
| Organisation | (Musterland-Stiftung Ehrenamt [MSE] 2024), danach (MSE 2024) | voller Name beim ersten Beleg (FernUni Hagen) |
| Zwei Werke, ein Jahr | (Albers 2021a), (Albers 2021b) | Buchstabe im Text und im Verzeichnis |
| Mehrere Quellen | (Lindner 2020; Krämer/Osei 2021) | Semikolon zwischen den Werken |
| Verzeichnis | Lindner, Clara (2020): Ehrenamt im Wandel. Engagement zwischen Verein und Projekt. 2. Aufl. Leipzig: Musterhaus Verlag. | eine alphabetische Liste für Bücher, Aufsätze und Webseiten |
Die Beispiele folgen der Variante von FernUni Hagen und TH Nürnberg. Wo andere Hochschulen abweichen, steht ihr Name unten dabei.
Welche Harvard-Variante für dich gilt
Harvard ist eher ein Prinzip als ein Regelwerk. Laut FernUni Hagen gibt es keine offizielle Regelsammlung, fest steht nur das Autor-Jahr-System, und Abweichungen zwischen Leitfäden sind Varianten, keine Fehler. Die BTU Cottbus-Senftenberg nennt Harvard einen Sammelbegriff für Stile, die sich vor allem in der Zeichensetzung unterscheiden. Die Wiener Geographie versteht ihre Empfehlung ausdrücklich nicht als Pflicht, die ZHdK in Zürich gibt gar keine verbindlichen Richtlinien vor.
Der Leitfaden deines Instituts geht also vor. Gibt es keinen, wählst du eine Variante und hältst sie bis zur letzten Seite durch. Für Citavi nennt der Leitfaden einer Professur der FH Erfurt unter anderem die Vorlage „DER Harvard-Stil (Author-Date, German)“, abgesprochen mit der Betreuung.
Herkunft und Fächer
Laut FernUni Hagen geht die Zitierweise, auch amerikanische Zitierweise genannt, auf eine Veröffentlichung von Edward Laurens Mark aus dem Jahr 1881 zurück, damals Leiter des zoologischen Labors in Harvard. Den Namen hat die Universität nie eingeführt. Verbreitet ist Harvard in den Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (FernUni Hagen, APA-Kurs). In der Geographie wird laut LMU München meist das Harvard-System verwendet.
Kurzbeleg im Text: Seitenzahl, vgl. und Seitenbereiche
Der Kurzbeleg besteht aus Nachname, Erscheinungsjahr und, falls nötig, Seitenzahl (Wiener Geographie, TH Nürnberg).
Komma, Doppelpunkt oder „S.“ vor der Seitenzahl
Bei der Seitenangabe gehen die Leitfäden am deutlichsten auseinander:
| Form | Beispiel | So zeigen es zum Beispiel |
|---|---|---|
| Komma und „S.“ | (Lindner 2020, S. 12) | FernUni Hagen, TH Nürnberg, das Merkblatt des Otto-Suhr-Instituts der FU Berlin |
| Doppelpunkt ohne „S.“ | (Lindner 2020: 12) | Universität Wien (Geographie), Universität Münster (Sozialpädagogik) |
| Komma ohne „S.“ | (Lindner 2020, 12) | Universität Gießen (Soziologie), FH Erfurt |
Die LMU München lässt vier Formen zu, auch mit Namen in Kapitälchen wie (LINDNER 2020, 12), verlangt aber eine einheitliche. Ein Komma zwischen Name und Jahr steht in den Beispielen der ausgewerteten deutschsprachigen Harvard-Leitfäden nur vereinzelt, im Münsteraner Leitfaden etwa an einer Stelle.
Wörtliches Zitat, Paraphrase und „vgl.“
Wörtliche Zitate stehen in Anführungszeichen und brauchen immer eine Seitenzahl (TH Nürnberg). Nennst du die Person im Satz, folgen Jahr und Seite in Klammern direkt auf den Namen. Mehr zu Auslassungen, [sic] und Blockzitaten steht im Ratgeber Direktes Zitat.
Wörtlich: „Vereine verlieren ihre Jüngsten nicht an andere Vereine, sondern an Projekte“ (Lindner 2020, S. 12).
Sinngemäß: Junge Engagierte binden sich heute eher an befristete Projekte als an Vereine (vgl. Lindner 2020, S. 12).
Name im Satz: Lindner (2020, S. 12) sieht die Konkurrenz der Vereine weniger bei anderen Vereinen als bei Projekten.
Beim „vgl.“ vor Paraphrasen unterscheiden sich die Hochschulen:
| Regel | Leitfaden |
|---|---|
| „vgl.“ vor jeder Paraphrase | FernUni Hagen, Universität Münster, Universität Wien (dort entbehrlich, wenn der Name im Satz steht) |
| „vgl.“ freiwillig | TH Nürnberg |
| „vgl.“ oder Name im Satz, in den Naturwissenschaften unüblich | LMU München (Geographie) |
| Paraphrase im Beispiel ganz ohne „vgl.“ | Autorenrichtlinie des API Magazins (HAW Hamburg) |
Vor ein wörtliches Zitat gehört kein „vgl.“. Für reine Lesehinweise nimmt die Wiener Empfehlung „siehe“.
Die Seite einer Paraphrase ist laut FernUni Hagen formal nicht erforderlich, in Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten aber überwiegend Pflicht. Die TH Nürnberg macht es an der Länge der Quelle fest: Bei einem fünfseitigen Fachartikel braucht es nicht unbedingt eine Seitenzahl, bei einem Buch mit fünfzig Seiten auf jeden Fall. Ganz ohne Seite kommst du aus, wenn du dich auf ein Werk als Ganzes beziehst (Wien, Münster).
Seitenbereiche: f., ff. oder genaue Spanne
„f.“ meint eine folgende Seite: (Lindner 2020, S. 14f.) steht für Seite 14 und 15 (FernUni Hagen). Bei „ff.“ gehen die Leitfäden auseinander:
- Abraten, Spanne nennen: FernUni Hagen, etwa (vgl. Lindner 2020, S. 14–19).
- Erlaubt, Spanne empfohlen: Wiener Geographie.
- Regelform ab drei Seiten: LMU-Geographie und Gießener Soziologie, etwa (Lindner 2020, 14ff.).
Seiten, die nicht zusammenhängen, zählst du einzeln auf, in der Wiener Form etwa (vgl. Lindner 2020: 14f., 19).
Mehrere Quellen, ebd. und Sekundärzitat
Mehrere Werke für eine Aussage trennst du mit Semikolon, nach der Wiener Empfehlung üblicherweise chronologisch: (Lindner 2020; Krämer/Osei 2021). „ebd.“ erlaubt die FernUni Hagen, wenn du dieselbe Quelle direkt hintereinander indirekt zitierst. Die Physische Geographie der LMU lässt es nicht zu.
Kennst du eine Aussage nur aus zweiter Hand, nennst du das Original, dann „zitiert nach“ und das gelesene Werk: (Oltmanns 1968, zitiert nach Lindner 2020, S. 31). Ins Verzeichnis kommt nach der FernUni Hagen nur das gelesene Werk. Mehr dazu im Ratgeber Sekundärzitat.
Mehrere Autor:innen, Organisationen und Werke aus einem Jahr
Zwei Autor:innen
Bei zwei Personen nennst du beide Namen. Nur das Zeichen dazwischen wechselt:
| Verbinder | Beispiel | Leitfaden |
|---|---|---|
| Schrägstrich | (Krämer/Osei 2021: 5) | Universität Münster, FernUni Hagen (mit Leerzeichen) |
| „und“ | (KRÄMER und OSEI 2021: 5) | Universität Wien, FU Berlin (OSI, dort auch „/“) |
| „&“ | (Krämer & Osei 2021) | TH Nürnberg |
| Komma, „und“ oder „&“ | (Krämer, Osei 2021, 5) | LMU München lässt alle drei zu |
Drei und mehr Autor:innen
Ab drei Personen kürzen die meisten Leitfäden auf den ersten Namen und „et al.“: (Brückner et al. 2022, S. 40). So halten es FernUni Hagen, TH Nürnberg, LMU München, Universität Wien und das API Magazin. Münster und das OSI-Merkblatt kürzen erst bei mehr als drei Personen. Drei Namen stehen dort aus: (Brückner/Sahin/Vogt 2022: 40). Ein „u. a.“ statt „et al.“ sieht keiner der ausgewerteten Hochschulleitfäden vor.
Im Verzeichnis stehen alle Namen (FernUni Hagen, LMU München), das API Magazin erlaubt dort eine gekennzeichnete Kürzung mit „et al.“. Ergäben zwei Werke denselben Kurzbeleg, nennst du nach der FernUni Hagen so viele Namen, bis sie sich unterscheiden. Wien setzt stattdessen Buchstaben hinter das Jahr.
Organisation als Autor
Steht auf einem Werk nur eine Institution, tritt sie an die Stelle der Person. Die FernUni Hagen nennt beim ersten Beleg den vollen Namen mit Abkürzung in eckigen Klammern, danach nur die Abkürzung, sofern sie allgemein bekannt ist: (Musterland-Stiftung Ehrenamt [MSE] 2024), dann (MSE 2024). Die Universität Wien nutzt ein gebräuchliches Akronym gleich beim ersten Beleg. Zusätze wie GmbH oder AG stehen nach dem API Magazin nur im Verzeichnis.
Mehrere Werke derselben Person im selben Jahr
Zwei Werke derselben Person aus einem Jahr bekommen einen Kleinbuchstaben, im Text und im Verzeichnis: (Albers 2021a) und (Albers 2021b). Welches Werk das a erhält, regeln die Leitfäden verschieden: alphabetisch nach Titel (FernUni Hagen) oder nach der Reihenfolge im Text (Wien, API Magazin).
Ohne Jahr, ohne Seitenzahl, ohne Verfasser
Fehlt eine Angabe, steht ein Kürzel an ihrer Stelle. Münster rät, vorher nachzurecherchieren, ob die Angabe wirklich fehlt.
| Es fehlt | Kürzel | Beispiel | Leitfaden |
|---|---|---|---|
| Erscheinungsjahr | o. J. (ohne Jahr) | (Vereinsring Musterstadt o. J.) | Universität Wien, FernUni Hagen, Universität Münster, LMU München |
| Seitenzahl | o. S. (ohne Seite) | (Vereinsring Musterstadt o. J., o. S.) | LMU München |
| Verfasser:in | o. V. (ohne Verfasser) | (o. V. 2019) | FernUni Hagen, LMU München |
| Erscheinungsort | o. O. (ohne Ort) | steht nur im Verzeichnis | Universität Münster, LMU München |
| Seiten bei Audio und Video | Minutenangabe | (Hauser 2022, 12'30") | Universität Münster, FernUni Hagen |
Das Glossar der FernUni Hagen nutzt daneben „o.D.“ für „ohne Datum“. Für Webseiten ohne Seitenzählung zeigt es eine Absatzangabe wie (Krause 2023, Abs. 2). Hat ein PDF Seitenzahlen, gehört die Seite nach der LMU auch in den Kurzbeleg.
Internetquellen nach Harvard zitieren
Im Text belegst du eine Webseite wie ein Buch, mit Name und Jahr: (Krause 2023). Die URL gehört nach dem Münsteraner Leitfaden nicht in den Kurzbeleg, sondern mit dem Abrufdatum ins Verzeichnis. Dort gelten drei Regeln:
- Abrufdatum bei jeder URL. Die FernUni Hagen will es „generell“, die LMU München nennt es zwingend, weil Webseiten sich ändern oder verschwinden.
- DOI vor URL. Hat ein Werk einen DOI, steht er statt der URL (FernUni Hagen, API Magazin). Ein Abrufdatum gehört nach der FernUni Hagen dann nicht dazu.
- Datenbank ist keine Internetquelle. Einen Aufsatz aus einer Plattform wie ScienceDirect zitierst du als Zeitschriftenartikel (LMU München).
Ein Eintrag nach dem Schema der FernUni Hagen:
Krause, M. (2023): Warum Vereinen der Nachwuchs fehlt, [online] https://www.example.org/vereine-nachwuchs [14.03.2026].
Die Schreibweise des Abrufdatums regelt jede Hochschule anders:
| Schreibweise | Leitfaden |
|---|---|
| URL: https://… (abgerufen am 14.03.2026) | TH Nürnberg |
| URL: https://… [Stand: 14.03.2026] | Universität Münster |
| URL: https://… (Stand: 14.03.2026) | LMU München |
| https://… (letzter Aufruf 14.03.2026) | Universität Gießen (Soziologie) |
| [Zugriff am: 14.03.2026]. Verfügbar unter: https://… | API Magazin (HAW Hamburg) |
Tote Links gehören zu den typischen Fehlern, deshalb lohnt vor der Abgabe ein Klick auf jeden Link.
Zeitungsartikel
Einen online gelesenen Zeitungsartikel belegst du wie jede Webseite: im Text mit Name und Jahr, im Verzeichnis mit URL und Abrufdatum. Für die gedruckte Ausgabe gilt das Muster deines Leitfadens, im Zweifel fragst du die Betreuung.
Literaturverzeichnis nach Harvard
Ins Verzeichnis kommen alle Werke, die du im Text zitierst, und nur diese (LMU München, TH Nürnberg). Münster spricht weiter gefasst von allen Quellen, die zur Erstellung der Arbeit verwendet wurden. Steht dein Leitfaden so, frag nach.
- Eine alphabetische Liste. Bücher, Aufsätze und Internetquellen stehen zusammen, nicht nach Quellenart getrennt (Münster, Gießen, API Magazin).
- Mehrere Werke einer Person nach Jahr: das älteste zuerst (Münster, LMU) oder das neueste zuerst (API Magazin).
- Vornamen einheitlich: Münster lässt ausgeschriebene und abgekürzte zu, die LMU will Initialen.
- Form: hängender Einzug ab der zweiten Zeile (FernUni Hagen), die Auflage erst ab der zweiten (API Magazin).
Buch (Monografie)
Muster nach Universität Münster und TH Nürnberg: Nachname, Vorname (Jahr): Titel. Untertitel. Auflage. Ort: Verlag.
Lindner, Clara (2020): Ehrenamt im Wandel. Engagement zwischen Verein und Projekt. 2. Aufl. Leipzig: Musterhaus Verlag.
Die FernUni Hagen kürzt Vornamen, trennt Namen mit Schrägstrich und setzt ein Komma vor den Ort: „Krämer, J. / Osei, A. (2021): Vereine im Quartier. Eine Bestandsaufnahme, Bremen: Musterhaus Verlag.“ Die Wiener Geographie nennt nur den Ort, die LMU lässt Ort oder Verlag genügen, und das API Magazin schreibt das Verzeichnis nach DIN ISO 690.
Beitrag in einem Sammelband
Demir, Okan (2019): Engagement auf Zeit. In: Hauser, Frieda (Hrsg.): Vereine in der Stadtgesellschaft. Bremen: Musterhaus Verlag, S. 41–63.
Das Muster stammt aus Münster. Im Kurzbeleg steht, wer den Beitrag geschrieben hat, also (Demir 2019, S. 50) und nicht die Herausgeberin (LMU München).
Zeitschriftenartikel
Sahin, Aylin (2021): Vereinsbindung junger Erwachsener. In: Zeitschrift für Beispielsoziologie, Jg. 12, H. 3, S. 87–104. https://doi.org/10.5555/zbs.2021.087
Jahrgang und Heft schreiben die Leitfäden unterschiedlich:
| Form | Ausschnitt | Leitfaden |
|---|---|---|
| Jg. und Nr. | in: Zeitschrift für Beispielsoziologie, Jg. 12, Nr. 3, S. 87–104. | FernUni Hagen |
| Jg. und H. | In: Zeitschrift für Beispielsoziologie, Jg. 12, H. 3, S. 87–104. | Universität Münster |
| Heft in Klammern | In: Zeitschrift für Beispielsoziologie, 12(3), S. 87–104. | TH Nürnberg |
ChatGPT und andere KI-Tools nach Harvard zitieren
Eine Harvard-Regel für KI-Tools haben wir bei keiner Hochschule in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gefunden, die vorhandenen Leitfäden folgen APA oder MLA oder sind stilneutral. Selbst die Universitätsbibliothek Uppsala schreibt in ihrer Harvard-Anleitung, dass es für generative KI noch keine etablierte Praxis gibt. Zwei Leitfäden helfen trotzdem weiter:
- Uppsala (Harvard, Schweden): Autor ist der Anbieter, also OpenAI statt ChatGPT, dazu Tool mit Version und URL. Im Text beschreibst du zusätzlich, wie du das Tool genutzt hast, samt Prompt.
- Universität Basel (stilneutral): KI-Tools gibst du an wie andere Hilfsmittel, sonst kann die Arbeit als Täuschung gewertet werden. Dazu gehören der Prompt als Titel, Tool mit Version, Anbieter, Datum und URL. Rechtschreibprüfung oder Wörterbücher ohne generative Funktion zitierst du nicht. Über die Form entscheiden die Dozierenden.
Übertragen auf die Zeichensetzung dieser Seite sähe ein Eintrag nach Uppsala so aus. Das ist eine Orientierung, keine Regel:
Im Text: Die erste Gliederung entstand mit ChatGPT (OpenAI 2026).
Im Verzeichnis: OpenAI (2026): ChatGPT, Version [Modellname]. San Francisco: OpenAI. https://chatgpt.com
Welche Form gilt, klärst du mit deiner Betreuung. Prompt, Tool, Version und Datum notierst du am besten schon beim Arbeiten. Die APA-Regel steht unter APA zitieren: KI-Tools wie ChatGPT.
Wichtiger als die Form ist der Inhalt: Laut Universität Basel erfinden KI-Tools auch Literaturangaben. Nennt dir ein Chatbot ein Werk, suchst du es im Katalog, liest die Stelle und zitierst das Werk, nicht den Chat. Wie das geht, zeigen KI-Quellen prüfen und der Ratgeber Quellen prüfen.
Harvard und APA am selben Beispiel
Beide Stile arbeiten mit Autor und Jahr. Die TH Nürnberg schreibt, dass APA trotzdem ein eigener, stärker normierter Stil ist. Der Leitfaden einer Professur der FH Erfurt führt APA 7 dagegen unter der Überschrift „Harvard Zitation“, mit Harvard als Oberbegriff. Welche Form ein Leitfaden meint, zeigen deshalb erst seine Beispiele.
Die APA-Spalte folgt der Seite APA zitieren und dem APA-7-Kurs der FernUni Hagen.
| APA 7 in einer deutschen Arbeit | Harvard | |
|---|---|---|
| Kurzbeleg | (Lindner, 2020, S. 12) | (Lindner 2020, S. 12) |
| Paraphrase | (Lindner, 2020, S. 12), ohne „vgl.“ | (vgl. Lindner 2020, S. 12) |
| Wiederholung, Seitenbereich | kein „ebd.“, kein „f.“ oder „ff.“ | „ebd.“, „f.“ und „ff.“ je nach Leitfaden |
| Buch im Verzeichnis | Lindner, C. (2020). Ehrenamt im Wandel: Engagement zwischen Verein und Projekt (2. Aufl.). Musterhaus Verlag. | Lindner, Clara (2020): Ehrenamt im Wandel. Engagement zwischen Verein und Projekt. 2. Aufl. Leipzig: Musterhaus Verlag. |
| Zwei Personen im Verzeichnis | Krämer, J., & Osei, A. (2021). | Krämer, J. / Osei, A. (2021): |
| Abrufdatum bei Webseiten | nur bei Seiten, die sich laufend ändern, vor der URL | bei jeder URL, bei der FernUni Hagen in eckigen Klammern dahinter |
| Regelwerk | Publication Manual der APA, 7. Auflage | keine offizielle Regelsammlung |
Belastbar sind diese Unterschiede: das Regelwerk, das Komma vor dem Jahr, die Kürzel „vgl.“, „ebd.“, „f.“ und „ff.“, Zeichen und Verlagsort im Verzeichnis sowie das Abrufdatum. Beim „vgl.“ schränkt die FernUni Hagen selbst ein: Manche Hochschulen erwarten es auch in APA-Arbeiten.
Kein Unterscheidungsmerkmal sind dagegen:
- „S.“ oder „p.“: eine Frage der Sprache. In deutschen Arbeiten steht in APA und in Harvard-Varianten mit Seitenkürzel „S.“, die englische Harvard-Seite der TH Nürnberg schreibt „p.“.
- „et al.“ ab drei: APA 7 kürzt ab drei Personen schon beim ersten Beleg, die meisten Harvard-Leitfäden auch, einzelne erst ab vier.
- „&“: kommt in beiden Stilen vor, Harvard kennt daneben „/“ und „und“.
- Stellung des Jahres im Verzeichnis: in beiden direkt hinter den Namen.
APA, Harvard und Fußnoten nebeneinander zeigt die Seite Zitierstile im Überblick.
Häufige Fehler beim Harvard-Zitieren
Wie oft Zitierfehler in studentischen Arbeiten vorkommen, hat das Projekt Refairenz untersucht: 82 Haus- und Abschlussarbeiten an der PH Freiburg und 252 Arbeiten an der Universität Konstanz (Refairenz, Kursmaterial der Universität Heidelberg). Die Auswertung stammt von 2016, bezieht sich auf Arbeiten in verschiedenen Zitierstilen und nennt gerundete Werte.
| Fehler | Was gemeint ist | PH Freiburg | Konstanz |
|---|---|---|---|
| Bibliographieballon | im Verzeichnis deutlich mehr Werke als im Text belegt | rund 50 % | rund 41 % |
| „vgl.“ falsch oder uneinheitlich | etwa „vgl.“ vor einem wörtlichen Zitat | rund 50 % | rund 4 % |
| Lücken im Kurzbeleg | fehlende Seiten oder Jahre, wechselnde Form | rund 40 % | rund 15 % |
| Unterzitation | Paraphrase und Zitat in einem Absatz, Beleg nur hinter dem Zitat | rund 40 % | rund 9 % |
| uneinheitliches Verzeichnis | fehlende Angaben, wechselnde Darstellung oder Reihenfolge | rund 30 % | rund 15 % |
| tote Links | zitierte Webseite nicht mehr erreichbar | rund 15 % | rund 1 % |
| Bibliographieamnesie | im Text zitiert, im Verzeichnis vergessen | rund 10 % | rund 9 % |
| Zitat aus zweiter Hand | Original genannt, aber nur aus einem anderen Werk bekannt | rund 10 % | rund 4 % |
Typische Harvard-Fehler im Einzelnen
| Falsch | Richtig | Warum |
|---|---|---|
| (Lindner, 2020, S. 12) zwischen Belegen ohne Komma | (Lindner 2020, S. 12) | Das Komma ist typisch für APA. Eine Form gilt für die ganze Arbeit. |
| mal (Lindner 2020, S. 12), mal (Lindner 2020: 12) | durchgehend eine Schreibweise | Die Form ist wählbar, ein Wechsel nicht. |
| (vgl. Lindner 2020, S. 12) hinter einem wörtlichen Zitat | „…“ (Lindner 2020, S. 12) | „vgl.“ kennzeichnet sinngemäße Übernahmen. |
| „…“ (Lindner 2020) | „…“ (Lindner 2020, S. 12) | Wörtliche Zitate brauchen eine Seitenzahl. |
| (Hauser 2019, S. 50) für Demirs Beitrag | (Demir 2019, S. 50) | Im Kurzbeleg steht, wer den Beitrag geschrieben hat. |
| (Albers 2021) bei zwei Werken aus 2021 | (Albers 2021a) oder (Albers 2021b) | Sonst ist unklar, welches Werk gemeint ist. |
| mal „et al.“, mal „u. a.“ | eine Form, in Hochschulleitfäden „et al.“ | Zwei Kürzel für dasselbe wirken uneinheitlich. |
| „ebd.“ nach dem Beleg einer anderen Quelle | vollständiger Kurzbeleg | „ebd.“ verweist nur auf den direkt vorangehenden Beleg (TH Nürnberg nennt es einen häufigen Fehler). |
| „Sie nannte es „Ehrenamt light“.“ | „Sie nannte es ‚Ehrenamt light‘.“ | Ein Zitat im Zitat steht in einfachen Anführungszeichen (Universität Gießen). |
Ob du wörtliche Zitate kursiv setzen darfst, regelt dein Leitfaden: Gießen verbietet jede Hervorhebung, Wien erlaubt Kursivsatz.
Checkliste vor der Abgabe
- Seitenangabe, „vgl.“, et-al.-Grenze und Abrufdatum sind mit meinem Leitfaden geklärt.
- Alle Kurzbelege haben dieselbe Zeichensetzung vor Jahr und Seite.
- Jedes wörtliche Zitat steht in Anführungszeichen und hat eine Seitenzahl.
- „vgl.“ steht nur vor Paraphrasen, und zwar durchgängig.
- Steht in einem Absatz eine Paraphrase vor einem wörtlichen Zitat, hat auch sie einen Beleg.
- Zwei Namen sind überall gleich verbunden, „et al.“ beginnt überall ab derselben Zahl.
- Zwei Werke derselben Person aus einem Jahr tragen a und b, im Text und im Verzeichnis.
- Bei Sammelbänden nennt der Kurzbeleg die Person, die den Beitrag geschrieben hat.
- Internetquellen haben URL und Abrufdatum, und jeder Link funktioniert noch.
- Das Verzeichnis ist alphabetisch und nennt nur zitierte Werke.
- KI-Nutzung ist angegeben, Literaturangaben aus Chatbots habe ich im Katalog gefunden und gelesen.
- Jeder Kurzbeleg führt zu genau einem Eintrag im Verzeichnis, mit gleichem Namen, gleichem Jahr und gleichem Buchstaben.
Was Citely an deiner Harvard-Arbeit prüft
Citely ist ein Self-Check für Hausarbeiten und hilft beim letzten Punkt der Checkliste und bei den Formfragen, an denen Harvard-Varianten leicht durcheinandergeraten.
- Gratis-Check ohne Konto: Im Gratis-Check prüft Citely die ersten 4 Seiten deiner Arbeit und dein Literaturverzeichnis mit den Modulen Sprache, Wissenschaftlichkeit und Zitations-Form. Nach rund 5 Minuten steht dein Bericht, und nach einer kostenlosen Anmeldung siehst du alle Befunde.
- Zitations-Form: Das Modul erkennt, ob deine Arbeit nach Harvard, APA oder mit Fußnoten zitiert, und misst die Belege dann an diesem Stil. In einer Harvard-Arbeit weist es etwa auf einen Kurzbeleg mit Komma vor dem Jahr hin, auf den Wechsel zwischen „S. 12“ und „: 12“, auf ein „u. a.“ neben „et al.“, auf mal „und“ und mal „&“ zwischen zwei Namen, auf Vornamen, die im Verzeichnis mal ausgeschrieben und mal abgekürzt sind, und auf einzelne Belege in einem anderen Stil. Außerdem meldet es Werke, die du im Text zitierst, die im Literaturverzeichnis aber fehlen.
- Pro-Check mit deinen Quellen: Für den Abgleich mit dem Original lädst du im Pro-Check bis zu 15 Quellen-PDFs hoch. Citely prüft dort an der zitierten Seite und markiert wörtliche Zitate, die es an dieser Stelle nicht oder nur verzerrt findet.
Kostenlos und ohne Konto: die ersten 4 Seiten samt Literaturverzeichnis. Alle Befunde siehst du nach kostenloser Anmeldung.
Welche Fächer nutzen Harvard?
Häufige Fragen zu Harvard
- Muss ich bei Harvard die Seitenzahl angeben?
- Ja, bei wörtlichen Zitaten immer. Bei Paraphrasen ist die Seite laut FernUniversität in Hagen formal nicht erforderlich, in Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten aber überwiegend Pflicht. Die TH Nürnberg richtet sich nach dem Umfang der Quelle: Ein kurzer Fachartikel braucht nicht unbedingt eine Seite, ein Buch schon. Keine Seite brauchst du, wenn du dich auf ein Werk als Ganzes beziehst. Wie die Seite im Kurzbeleg steht, regelt dein Leitfaden, etwa (Lindner 2020, S. 12), (Lindner 2020: 12) oder (Lindner 2020, 12). In einer Arbeit nutzt du nur eine dieser Formen.
- Muss bei Harvard „vgl.“ vor ein indirektes Zitat?
- Nein, nicht an jeder Hochschule. Die FernUniversität in Hagen, die Universität Münster und die Universität Wien verlangen „vgl.“ vor Paraphrasen, Wien allerdings nicht, wenn der Name im Satz steht. Die TH Nürnberg stellt es frei. Die LMU München lässt statt „vgl.“ auch den Namen im Satz gelten und nennt „vgl.“ in den Naturwissenschaften unüblich. Fest steht nur: Vor ein wörtliches Zitat gehört kein „vgl.“, und innerhalb deiner Arbeit nutzt du es einheitlich. Das Projekt Refairenz zählte falsches oder uneinheitliches „vgl.“ an der PH Freiburg zu den häufigsten Zitierfehlern in studentischen Arbeiten.
- Ab wie vielen Autoren schreibt man bei Harvard „et al.“?
- Meist ab drei. So halten es die FernUniversität in Hagen, die TH Nürnberg, die LMU München und die Universität Wien, etwa (Brückner et al. 2022, S. 40). Die Universität Münster und das Otto-Suhr-Institut der FU Berlin kürzen erst bei mehr als drei Personen. Bei zwei Personen nennst du immer beide Namen, verbunden je nach Leitfaden mit „/“, „und“ oder „&“. Im Literaturverzeichnis stehen in der Regel alle Namen. „u. a.“ statt „et al.“ zeigt keiner der ausgewerteten Hochschulleitfäden. Die Grenze, die du wählst, gilt für die ganze Arbeit.
- Braucht eine Internetquelle nach Harvard ein Abrufdatum?
- Ja, wenn du sie über eine URL zitierst. Die FernUniversität in Hagen verlangt das Abrufdatum bei Harvard generell, die LMU München nennt es zwingend, weil sich Webseiten ändern oder verschwinden können. Hat das Werk einen DOI, gibst du ihn statt der URL an, und nach der FernUniversität in Hagen entfällt dann das Abrufdatum. Im Text steht nur der Kurzbeleg ohne URL, etwa (Krause 2023). Die Schreibweise unterscheidet sich: Hagen setzt das Datum in eckigen Klammern hinter die URL, die TH Nürnberg schreibt „(abgerufen am 14.03.2026)“, die Universität Münster „[Stand: 14.03.2026]“.
- Wie zitiere ich ChatGPT nach Harvard?
- Eine feste Harvard-Regel dafür haben wir bei keiner Hochschule in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gefunden. Die Universitätsbibliothek Uppsala nennt in ihrer Harvard-Anleitung den Anbieter als Autor, also OpenAI, dazu Tool, Version und URL, und verlangt, im Text die Nutzung samt Prompt zu beschreiben. Die Universität Basel fordert stilneutral Prompt, Tool mit Version, Anbieter, Datum und URL. Über die Form entscheiden deine Dozierenden, frag deshalb nach. Literaturangaben, die ein Chatbot vorschlägt, suchst du im Katalog und zitierst das gelesene Werk, nicht den Chat.
- Ist Harvard das Gleiche wie APA?
- Nein. Beide sind Autor-Jahr-Stile, aber APA folgt dem Regelwerk der American Psychological Association, aktuell in der 7. Auflage, während es für Harvard keine offizielle Regelsammlung gibt. In deutschen Arbeiten zeigt sich der Unterschied vor allem am Komma: APA schreibt (Lindner, 2020, S. 12), deutschsprachige Harvard-Leitfäden meist ohne Komma vor dem Jahr, etwa (Lindner 2020, S. 12). Harvard nutzt oft „vgl.“, „ebd.“, „f.“ und „ff.“, APA 7 sieht diese Kürzel nicht vor. Im Verzeichnis setzt APA einen Punkt hinter das Jahr und lässt den Verlagsort weg, ein Abrufdatum steht dort nur bei Seiten, die sich laufend ändern. „S.“ oder „p.“ hängt dagegen nur an der Sprache der Arbeit.
Kostenlos und ohne Konto: die ersten 4 Seiten samt Literaturverzeichnis. Alle Befunde siehst du nach kostenloser Anmeldung.
Weiterlesen
- Richtig zitierenWelcher Stil wann gilt, im direkten Vergleich.
- APA zitierenAutor-Jahr-System nach dem APA-Manual, 7. Auflage: Standard in Psychologie und Pädagogik.
- Fußnoten zitierenVollbeleg in Fußnote, Kurzbeleg ab zweiter Nennung: Standard in Jura, Geisteswissenschaften.
- ChatGPT-Quellen prüfenWoran du erfundene Quellen erkennst und wie du sie vor der Abgabe prüfst.