Fußnoten-Zitierstil (deutsche Variante)
Der Fußnoten-Zitierstil — auch deutsche Zitierweise genannt — belegt Quellen über hochgestellte Ziffern im Text, die auf eine Fußnote am Seitenende verweisen. Bei der ersten Nennung steht dort der Vollbeleg, ab der zweiten ein Kurzbeleg. Anders als Harvard oder APA hält er den Fließtext frei von Klammern und erlaubt zusätzlich inhaltliche Anmerkungen direkt in der Fußnote. Standard ist er in Jura, Geschichte und den Literaturwissenschaften. Citely erkennt den Fußnoten-Stil und prüft, ob Erstbelege vollständig sind, Kurzbelege korrekt zurückverweisen und „ebd."-Angaben wirklich auf die unmittelbar zuvor genannte Quelle zeigen.
Wann gilt Fußnoten?
In der Praxis gilt der Fußnoten-Stil als Standard in Jura, Geschichte, Germanistik (Literaturwissenschaft), Philosophie und Theologie. Nicht typisch ist er in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (dort Harvard) sowie in Psychologie und Medizin (dort APA). Ein wichtiger Sonderfall ist die Germanistik: Die Literaturwissenschaft zitiert klassisch in Fußnoten, die Linguistik dagegen meist im Autor-Jahr-System direkt im Fließtext — innerhalb desselben Fachs zwei verschiedene Konventionen. Welche Variante an deinem Lehrstuhl gilt, erkennst du am Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten (meist als PDF auf der Institutsseite), an Beispielarbeiten früherer Semester und im Zweifel über eine kurze Mail an den Betreuer. Wichtig: Die deutsche Zitierweise ist weniger streng genormt als APA — die Detailregeln zu „ebd.", „a.a.O." und Kurzbeleg-Form variieren je nach Fach und Lehrstuhl.
Beispiele: Fußnoten-Zitation
Erstnennung (Vollbeleg in der Fußnote): ¹ Reinhart Koselleck: Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1979, S. 38. Erneute Nennung (Kurzbeleg): ² Koselleck: Vergangene Zukunft, S. 41. Unmittelbar dieselbe Quelle wie zuvor: ³ Ebd., S. 42.
Koselleck, Reinhart: Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1979. Hinweis: Im Literaturverzeichnis steht der Nachname vorangestellt, in der Fußnote dagegen der Vorname zuerst.
Häufige Fehler bei Fußnoten
Erstbeleg als Kurzbeleg
Die erste Nennung einer Quelle muss der Vollbeleg sein (Autor, Titel, Ort, Verlag, Jahr, Seite). Häufiger Fehler: gleich mit „Koselleck, S. 38" einsteigen, ohne das Werk vorher vollständig einzuführen — dann ist die Quelle nicht zuordenbar.
„Ebd." über eine fremde Quelle hinweg
„Ebd." verweist nur auf die unmittelbar vorangehende Fußnote. Steht dazwischen eine andere Quelle, zeigt es ins Leere. Nach jeder Zwischenquelle wieder Kurzbeleg mit Autor und Titel.
Vollbeleg-Format uneinheitlich
Mal „Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1979", mal „Suhrkamp, Frankfurt 1979", mal ohne Verlag. Die deutsche Zitierweise ist intern weniger genormt — ein Format wählen und durch alle Fußnoten und das Literaturverzeichnis durchziehen.
Seitenzahl bei Paraphrase vergessen
Auch sinngemäße Wiedergaben brauchen „Vgl." plus Seitenzahl. Ohne Beleg wird aus der Paraphrase formal eine unbelegte Behauptung.
Welche Fächer nutzen Fußnoten?
Häufige Fragen zu Fußnoten
- Wann nehme ich Vollbeleg, wann Kurzbeleg?
- Die Regel ist einfach: Bei der ersten Nennung einer Quelle steht in der Fußnote der Vollbeleg mit allen Angaben — Autor, vollständiger Titel, Auflage, Ort, Verlag, Jahr und Seitenzahl. Ab der zweiten Nennung derselben Quelle genügt der Kurzbeleg aus Nachname, Kurztitel und Seite, zum Beispiel „Koselleck: Vergangene Zukunft, S. 41". Den Kurztitel kürzt du sinnvoll, aber wiedererkennbar. Folgt direkt danach noch einmal dieselbe Quelle, schreibst du „Ebd." mit neuer Seitenzahl. Manche Lehrstühle erlauben statt des Kurztitels die ältere Form „a.a.O." (am angegebenen Ort) — sie gilt heute aber als weniger eindeutig, weil bei mehreren Werken eines Autors unklar bleibt, welches gemeint ist. Citely meldet, wenn ein Kurzbeleg auftaucht, dessen Vollbeleg vorher fehlt.
- Was bedeuten „ebd." und „a.a.O."?
- „Ebd." steht für „ebenda" und verweist auf die exakt vorangehende Fußnote — dieselbe Quelle, oft nur eine andere Seite („Ebd., S. 42"). Voraussetzung: Zwischen den beiden Fußnoten darf keine andere Quelle stehen. „A.a.O." heißt „am angegebenen Ort" und verweist auf ein früher schon vollständig zitiertes Werk, das nicht unmittelbar davorsteht. In der modernen Praxis wird „a.a.O." zunehmend durch den Kurztitel ersetzt, weil es bei mehreren Werken desselben Autors mehrdeutig ist. Beide Abkürzungen sparen Platz, sind aber Fehlerquellen: Ein „ebd." nach einer eingeschobenen Fremdquelle ist der häufigste Formfehler im Fußnoten-Stil. Citely prüft, ob jedes „ebd." tatsächlich auf die direkt vorangehende Quelle zeigt.
- Darf ich in Fußnoten auch inhaltliche Anmerkungen machen?
- Ja — das ist sogar einer der Hauptvorteile des Fußnoten-Stils gegenüber Harvard und APA. In der Fußnote kannst du neben dem Quellenbeleg auch Nebengedanken, Begriffsklärungen, Verweise auf weiterführende Literatur oder kurze Diskussionen unterbringen, die den Lesefluss im Haupttext stören würden. Wichtig ist Maß: Die Fußnote ergänzt, sie ersetzt nicht den Haupttext. Wenn ein zentrales Argument nur in der Fußnote steht, gehört es in den Fließtext. Und auch inhaltliche Anmerkungen mit Quellenbezug brauchen einen sauberen Beleg. Eine gute Faustregel: Wenn deine Fußnoten regelmäßig länger als zwei, drei Sätze werden, prüfe, ob der Gedanke nicht in den Haupttext gehört.