Quellen prüfen heißt, jede Angabe deiner Arbeit auf drei Ebenen zu kontrollieren: Gibt es das Werk wie angegeben, ist es zitierfähig, und steht im Original wirklich, wofür du es zitierst? Die Existenz klärst du über DOI, Bibliothekskatalog, KVK und Google Scholar, als Richtwert in ein bis drei Minuten je Titel. Ob ein Zitat stimmt, zeigt nur der Vergleich mit dem Original: Seite aufschlagen, Wortlaut vergleichen, Zusammenhang lesen.
Quellen prüfen: So überprüfst du Quellen, Zitate und Literaturverzeichnis
Kostenlos und ohne Konto: die ersten 4 Seiten samt Literaturverzeichnis. Alle Befunde siehst du nach kostenloser Anmeldung.
Quellen prüfen in drei Ebenen
Die drei Fragen bauen aufeinander auf. Eine Quelle, die es nicht gibt, musst du nicht auf Seriosität prüfen. Eine unseriöse Quelle ersetzt du, bevor du ihre Seitenzahlen kontrollierst.
| Ebene | Frage | Typischer Fehler | Werkzeug | Richtwert je Quelle |
|---|---|---|---|---|
| 1. Existenz | Gibt es das Werk mit genau diesen Angaben? | erfundener Titel, falsches Jahr, DOI führt zu einem anderen Artikel | DOI, Katalog, KVK, Google Scholar | ein bis drei Minuten |
| 2. Zitierfähigkeit | Darf das Werk als wissenschaftlicher Beleg stehen? | Blogartikel als Beleg für eine Studienlage, zurückgezogene Studie | Verlag, Begutachtung, Datum, Retraction Watch | zwei bis fünf Minuten |
| 3. Tragfähigkeit | Steht im Original, was du daraus machst? | falsche Seite, veränderter Wortlaut, Aussage aus dem Zusammenhang gerissen | Volltext, zitierte Seite, Absatz davor und danach | drei bis zehn Minuten je Beleg |
Die Minuten sind Richtwerte für Quellen, die du ohne Umwege findest. Die dritte Ebene ist der eigentliche Zweck jeder Quellenangabe. Der Leitfaden des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt sagt es deutlich: Mit Fußnote und Verzeichniseintrag muss der Leser das Werk und die konkret herangezogene Fundstelle finden, „um so die Textaussage nachprüfen zu können“ (Goethe-Universität Frankfurt, Leitfaden FB 01).
Existenz prüfen: DOI, Katalog, Verlag
Als gefunden gilt eine Quelle erst, wenn Name, Titel, Jahr und Ort der Veröffentlichung übereinstimmen, also Zeitschrift mit Band und Seiten oder Verlag mit Auflage. Ein ähnlicher Titel von einer anderen Person zählt nicht.
1. DOI auf doi.org öffnen (unter einer Minute)
Ein DOI ist eine dauerhafte Kennung für Aufsätze, Bücher und Kapitel und beginnt mit „10.“. Du setzt „https://doi.org/“ davor und öffnest die Adresse im Browser (DOI Foundation). Stimmen Titel, Namen und Jahr, bist du fertig. Führt der DOI zu einem anderen Artikel oder ins Leere, ist die Angabe falsch, aber nicht zwingend erfunden. Dann suchst du über den Titel weiter.
2. Im Katalog deiner Hochschulbibliothek suchen (eine Minute)
Bücher und Sammelbände suchst du im Katalog deiner Bibliothek, denn viele deutschsprachige Bücher haben keinen DOI. Findest du das Buch nur mit einem anderen Jahr, hast du vielleicht eine andere Auflage gelesen. Dann können sich auch die Seitenzahlen verschoben haben.
3. Im Karlsruher Virtuellen Katalog suchen (ein bis zwei Minuten)
Hat deine Bibliothek das Werk nicht, suchst du im Karlsruher Virtuellen Katalog (KVK). Er gibt deine Suche an Bibliotheks- und Buchhandelskataloge weltweit weiter und umfasst mehr als 500 Millionen Einträge zu Büchern und Zeitschriften. Einzelne Aufsätze weist er nicht nach (UB Passau).
4. Aufsätze in Google Scholar suchen (zwei bis drei Minuten)
In Google Scholar setzt du den Titel in Anführungszeichen. Kommt nichts, lässt du den Untertitel weg oder kombinierst den Nachnamen mit zwei markanten Wörtern aus dem Titel.
5. Verlagsseite und Inhaltsverzeichnis prüfen (zwei Minuten)
Auf der Website der Zeitschrift prüfst du, ob der Artikel in dem Band, dem Heft und auf den Seiten steht, die du angibst. Bei einem Kapitel aus einem Sammelband öffnest du das Inhaltsverzeichnis des Bandes auf der Verlagsseite.
6. Publikationsliste der Autorin oder des Autors (zwei bis drei Minuten)
Bleibt die Quelle unauffindbar, schaust du dort nach, wo Forschende ihre Arbeiten selbst auflisten: Profilseite am Institut, ORCID-Eintrag oder Google-Scholar-Profil. Fehlt der Titel auch dort, ist die Angabe sehr wahrscheinlich falsch oder erfunden. Typische Muster erfundener KI-Quellen zeigt die Seite KI-Quellen prüfen.
Das ganze Literaturverzeichnis auf einmal
In die Simple Text Query von Crossref kopierst du bis zu 1.000 Literaturangaben auf einmal, jede in einer eigenen Zeile und durch eine Leerzeile getrennt. Das Formular sucht zu jeder Angabe den passenden DOI (Crossref). Einträge ohne Treffer gehst du einzeln mit den Schritten 2 bis 6 durch.
| Ergebnis | Was es meist bedeutet | Was du tust |
|---|---|---|
| DOI öffnet einen anderen Artikel | Ziffer vertauscht oder DOI aus einer anderen Angabe übernommen | Titel suchen, richtigen DOI eintragen |
| Titel stimmt, Jahr weicht ab | Online-Vorabfassung und Heftausgabe aus verschiedenen Jahren | die Fassung angeben, die du gelesen hast |
| Link einer Webseite tot | Seite geändert oder gelöscht | archivierte Fassung in der Wayback Machine suchen |
| Nach sechs Schritten nichts gefunden | Angabe falsch oder Werk erfunden | Bibliotheksauskunft fragen, sonst Beleg ersetzen |
Seriosität einschätzen
Zitierfähig ist eine Quelle, die seriös ist und die Dritte nachprüfen können. Der Frankfurter Leitfaden verlangt „eine gewisse Seriosität (i.S.d. Wissenschaftlichkeit)“ und eine Quelle, die „allgemein zugänglich und für Dritte verfügbar“ ist (Goethe-Universität Frankfurt).
Wer hat den Text geschrieben?
Prüf, ob die Autorin oder der Autor an einer Hochschule oder einer Forschungseinrichtung arbeitet oder auf andere Weise als Fachperson für das Thema ausgewiesen ist. Die Checkliste der Hochschule Osnabrück stuft Lehrbücher und Abschlussarbeiten anderer Studierender nur als bedingt zitierfähig ein. Haus- und Abschlussarbeiten aus kommerziellen Verlagen, die solche Arbeiten weitgehend ungeprüft veröffentlichen, gelten dort als nicht wissenschaftlich (Hochschule Osnabrück).
Wurde der Text begutachtet?
| Quellentyp | Qualitätssicherung | Gut geeignet für |
|---|---|---|
| Aufsatz in einer begutachteten Fachzeitschrift | Fachleute begutachten vor der Veröffentlichung (Peer Review) | Forschungsstand, Studienergebnisse |
| Fachbuch, Sammelband | Lektorat, Auswahl durch Verlag oder Herausgebende | Begriffe, Theorien, Positionen |
| Preprint | vor der Begutachtung veröffentlicht | nur gekennzeichnet, besser die spätere Zeitschriftenfassung |
| Bericht einer Behörde oder eines Statistikamts | Institution steht namentlich dafür ein | Zahlen, Daten, Rechtslage |
| Zeitungsartikel, Blog, Website | redaktionell oder gar nicht | Ereignisse, öffentliche Debatten |
| Wikipedia, KI-Chat | keine Begutachtung, Inhalte ändern sich | Einstieg in die Recherche |
Ob eine Zeitschrift begutachtet, steht auf ihrer Website, meist in den Hinweisen für Autorinnen und Autoren. Achte auch auf die Rubrik: Ein Editorial oder eine Rezension ist kein Forschungsartikel, auch wenn sie im selben Heft steht.
Ist der Verlag seriös?
Raubverlage (Predatory Journals) hat eine internationale Expertengruppe 2019 in Nature als Zeitschriften und Verlage definiert, die ihr Eigeninteresse über die Wissenschaft stellen. Erkennbar sind sie an falschen oder irreführenden Angaben, Abweichungen von guter redaktioneller Praxis, fehlender Transparenz oder aggressiver, wahlloser Anwerbung von Beiträgen (Grudniewicz u. a. 2019). Bei einer unbekannten Zeitschrift helfen die Prüffragen von Think. Check. Submit., etwa: Ist der Verlag klar genannt und per Telefon, E-Mail und Post erreichbar? Wird das Begutachtungsverfahren beschrieben? Bei Open-Access-Zeitschriften ist ein Eintrag im Directory of Open Access Journals (DOAJ) ein gutes Zeichen.
Ist die Studie noch gültig?
Auch eine begutachtete Studie kann nachträglich zurückgezogen werden. Die Retraction Watch Database sammelt solche Fälle. Crossref hat sie im September 2023 übernommen und öffentlich zugänglich gemacht (Crossref). Schlag dort die Studien nach, auf denen dein Argument ruht.
Ist die Quelle aktuell genug?
Das hängt von ihrer Aufgabe ab. Statistiken nimmst du aus der neuesten Ausgabe, Gesetze in der Fassung, die zum Abgabetermin gilt, den Forschungsstand aus der jüngsten Übersichtsarbeit und den Studien danach. Einen Grundbegriff zitierst du dagegen aus dem Werk, das ihn geprägt hat, auch wenn es Jahrzehnte alt ist.
Primärquelle oder Sekundärquelle?
Studienergebnisse holst du aus der Originalstudie, nicht aus dem Lehrbuch, das sie nacherzählt. Der Frankfurter Leitfaden warnt, dass bei Sekundärquellen die Fundstelle nicht genau stimmen oder das Original falsch wiedergegeben sein kann, und rät dringend von Blindzitaten ab. Die Heidelberger Checkliste empfiehlt, solche Texte im Original zu beschaffen und zu prüfen (Universität Heidelberg). Wie du ein Zitat aus zweiter Hand kennzeichnest, steht im Ratgeber Sekundärzitat.
Zitate gegen das Original prüfen
Die heikelste Stelle ist selten das Verzeichnis, sondern der Satz im Text: Das Werk ist echt, aber es sagt nicht ganz das, was du ihm zuschreibst. Das passiert auch in Fachzeitschriften. Eine Metaanalyse von 46 Studien mit 32.000 Zitaten aus der medizinischen Fachliteratur fand bei 16,9 Prozent der Zitate Fehler, bei denen die Quelle die Aussage nicht stützte, rund die Hälfte davon schwer (Baethge und Jergas 2025).
Wenn du Zitate prüfst, gehst du bei jedem Beleg vier Punkte durch. Die Beispiele sind ausgedacht.
Seite
Schlag die angegebene Seite auf und such die Stelle. Maßgeblich ist die Seitenzahl, die auf der Seite gedruckt ist, nicht die Zählung deines PDF-Programms.
Der Aufsatz steht im Heft auf den Seiten 201 bis 219. Dein PDF-Programm zeigt „Seite 4 von 19“, oben auf der Seite steht 204. In den Beleg gehört S. 204.
Läuft die Stelle über einen Seitenumbruch, gibst du beide Seiten an, in der Form, die dein Stil vorsieht (APA, Harvard, Fußnoten).
Wortlaut
Ein direktes Zitat muss buchstabengenau stimmen. Der Frankfurter Leitfaden verlangt, „den Wortlaut exakt nach der Quelle zu zitieren“. Eingriffe machst du mit […] deutlich, Fehler im Original kennzeichnest du mit [sic], korrigierst sie aber nicht (Universität Heidelberg).
Original: „Digitale Lernplattformen können die Selbstorganisation von Studierenden unterstützen.“
In der Arbeit: „Digitale Lernplattformen verbessern die Selbstorganisation von Studierenden“ (Weber 2021, S. 33).
Aus „können unterstützen“ ist „verbessern“ geworden. Die Seite stimmt, das Zitat nicht.
Kontext
Lies den Absatz vor und nach der Stelle. Oft gibt eine Autorin eine verbreitete Meinung wieder, um ihr im nächsten Satz zu widersprechen.
Original: „Häufig heißt es, Nebenjobs gingen zulasten der Studienleistung. Unsere Daten zeigen diesen Zusammenhang nicht.“
In der Arbeit: Nebenjobs gehen zulasten der Studienleistung (vgl. Weber 2021, S. 58).
Der Beleg schreibt Weber das Gegenteil ihres Ergebnisses zu. Dieselbe Falle steckt in Auslassungen: Fällt mit einem […] ein „nicht“, ein „kaum“ oder ein „nur unter bestimmten Bedingungen“ weg, ist das Zitat formal gekennzeichnet und inhaltlich verfälscht.
Paraphrase
Bei einer sinngemäßen Wiedergabe gibt es keinen Wortlaut zum Vergleichen. Du prüfst, ob deine Fassung so stark ist wie das Original und nicht stärker.
Original: „In unserer Befragung von 240 Studierenden einer Hochschule berichteten Teilnehmende mit festen Lernzeiten seltener von Prüfungsangst.“
In der Arbeit: Feste Lernzeiten verringern Prüfungsangst (vgl. Weber 2021, S. 61).
Besser: Weber (2021, S. 61) fand in einer Befragung von 240 Studierenden, dass Teilnehmende mit festen Lernzeiten seltener von Prüfungsangst berichteten.
Aus einer Befragung an einer Hochschule wurde eine allgemeine Regel, aus einem Zusammenhang eine Ursache.
Bei 40 Belegen schaffst du nicht alle gleich gründlich. Prüf zuerst direkte Zitate, dann Zahlen und Studienergebnisse, dann die Belege für deine zentralen Thesen und zuletzt alles, was du aus zweiter Hand oder aus einem KI-Vorschlag übernommen hast.
Literaturverzeichnis prüfen: Abgleich mit dem Text
Wer Quellenangaben prüft, gleicht am Ende Text und Verzeichnis in beide Richtungen ab. Die Heidelberger Checkliste verlangt, dass jedes in den Fußnoten zitierte Werk im Literaturverzeichnis steht (Universität Heidelberg). Umgekehrt gehören laut Frankfurter Leitfaden nur die Werke hinein, die in den Fußnoten verwendet werden, nicht alles, was du gelesen hast (Goethe-Universität Frankfurt). Die Checkliste der American Psychological Association fragt zusätzlich, ob Namen und Jahre im Text genauso geschrieben sind wie im Verzeichnis und ob jeder Beleg zu genau einem Eintrag führt (APA, In-Text Citation Checklist).
- Vom Text zum Verzeichnis. Geh die Belege der Reihe nach durch und such jeden Nachnamen mit der Suchfunktion im Verzeichnis. Fehlt der Eintrag oder weicht das Jahr ab, notierst du die Stelle.
- Vom Verzeichnis zum Text. Such die Nachnamen aus dem Verzeichnis im Text. Ohne Treffer zitierst du das Werk an passender Stelle oder streichst den Eintrag.
| Abweichung | Beispiel | Lösung |
|---|---|---|
| Werk fehlt im Verzeichnis | im Text (Weber 2021), im Verzeichnis keine Weber | Eintrag ergänzen |
| Eintrag ohne Beleg im Text | Krause 2019 im Verzeichnis, im Text nirgends | zitieren oder streichen |
| Jahr weicht ab | im Text 2020, im Verzeichnis 2021 | an der Quelle klären, welche Fassung du genutzt hast |
| Name anders geschrieben | im Text Maier, im Verzeichnis Meier | Schreibweise aus der Quelle übernehmen |
| Beleg passt zu zwei Einträgen | zwei Werke von Weber aus 2021 | 2021a und 2021b vergeben, im Text und im Verzeichnis |
Solche Lücken entstehen vor allem dort, wo du Belege von Hand nachgetragen oder Absätze aus älteren Fassungen kopiert hast. Bei 20 Quellen rechnest du für beide Richtungen mit etwa einer Viertelstunde. Wie ein vollständiger Eintrag aussieht, zeigt die Übersicht Zitierstile.
Quellen mit KI überprüfen
Quellen, die ein Chatbot vorschlägt, prüfst du besonders gründlich, denn Sprachmodelle erzeugen auch Angaben zu Werken, die es nicht gibt. Wie oft das passiert, zeigt die Studienlage auf der Seite KI-Quellen prüfen.
- Als Suchhilfe taugt ein Chatbot. Er schlägt Suchbegriffe, Fachausdrücke und mögliche Autorinnen vor. Die Werke selbst suchst du im Katalog, über den DOI oder in Google Scholar.
- Als Nachweis taugt er nicht. Bestätigt dir ein Chatbot, dass eine Quelle existiert, prüfst du sie trotzdem mit den sechs Schritten oben.
- Ein Zitatabgleich braucht den Originaltext. Ob ein Zitat stimmt, lässt sich nur am Original klären, egal ob du vergleichst oder ein Werkzeug.
Ob Hochschulen KI-Texte erkennen, klärt der Ratgeber Kann die Uni KI erkennen?.
Checkliste vor der Abgabe
- Alle DOIs über doi.org geöffnet, Titel, Namen und Jahr stimmen.
- Bücher im Katalog oder im KVK gefunden, die Auflage stimmt.
- Aufsätze ohne DOI gefunden, Zeitschrift, Band, Heft und Seiten stimmen.
- Keine Quelle in der Arbeit, die nach sechs Schritten unauffindbar blieb.
- Unbekannte Zeitschriften mit Think. Check. Submit. und DOAJ geprüft.
- Tragende Studien in der Retraction Watch Database nachgeschlagen.
- Zahlen aus der neuesten Ausgabe, Studienergebnisse aus der Originalstudie.
- Direkte Zitate buchstabengenau verglichen, Eingriffe mit […] und [sic] gekennzeichnet.
- Seitenangaben sind Druckseiten, keine PDF-Seiten.
- Bei zentralen Belegen den Absatz davor und danach gelesen.
- Paraphrasen sind nicht stärker als das Original.
- Jeder Beleg hat einen Eintrag im Verzeichnis, jeder Eintrag einen Beleg im Text, Namen und Jahre gleich geschrieben.
Was Citely für dich prüft
Citely ist ein Self-Check für studentische Hausarbeiten vor der Abgabe. Fünf Module prüfen Roter Faden, Sprache, Wissenschaftlichkeit und Zitierform, im Pro-Check zusätzlich, ob deine Zitate von den hochgeladenen Quellen-PDFs gedeckt sind. Bei zwei Schritten dieser Seite nimmt dir Citely Arbeit ab: beim Abgleich vom Text zum Literaturverzeichnis und beim Abgleich deiner Zitate mit dem Original.
Gratis-Check: Zitierform und fehlende Verzeichniseinträge
Den Gratis-Check startest du ohne Konto. Citely liest die ersten 4 Seiten deiner Arbeit samt Literaturverzeichnis und prüft sie mit drei Modulen: Sprache, Wissenschaftlichkeit und Zitations-Form. Die Zitations-Form erkennt deinen Zitierstil, meldet Abweichungen davon und markiert Werke, die du im Text zitierst, die im Literaturverzeichnis aber fehlen. Nach rund 5 Minuten liegt dein Bericht vor, die vollständige Liste der Befunde siehst du nach einer kostenlosen Anmeldung.
Pro-Check: deine Zitate gegen deine Quellen-PDFs
Im Pro-Check lädst du zu deiner Arbeit bis zu 15 Quellen-PDFs hoch. Citely gleicht deine Zitate mit diesen Originalen ab, schlägt die zitierte Stelle im Original auf und markiert wörtliche Zitate, die dort nicht oder nur verzerrt stehen. Für Sekundärzitate gilt: Nennst du hinter „zitiert nach“ Name, Jahr und Seite des Werks, aus dem du zitierst, und lädst dessen PDF hoch, gleicht Citely mit genau diesem Werk ab. Gescannte Quellen liest Citely per Texterkennung. Dazu prüft der Pro-Check die ganze Arbeit, auch den Roten Faden: ob deine Forschungsfrage gestellt und im Fazit beantwortet wird und ob die Kapitel aufeinander aufbauen.
| Prüfung | Gratis-Check | Pro-Check |
|---|---|---|
| Umfang | erste 4 Seiten samt Literaturverzeichnis | ganze Arbeit |
| Zitierstil erkennen, Abweichungen melden | ja | ja |
| Zitierte Werke, die im Verzeichnis fehlen | markiert | markiert |
| Zitate gegen deine Quellen-PDFs | im Pro-Check | bis zu 15 PDFs, zitierte Stelle im Original aufgeschlagen |
| „zitiert nach“ | im Pro-Check | Abgleich mit dem gelesenen Werk, wenn dahinter Name, Jahr und Seite stehen |
| Roter Faden | in den bezahlten Checks | ja |
Wie die Module je Arbeitstyp greifen, zeigen Hausarbeit prüfen, Bachelorarbeit prüfen und Masterarbeit prüfen.
Kostenlos und ohne Konto: die ersten 4 Seiten samt Literaturverzeichnis. Alle Befunde siehst du nach kostenloser Anmeldung.
Häufige Fragen
- Wie prüfe ich am schnellsten, ob eine Quelle existiert?
- Hat die Angabe einen DOI, setzt du „https://doi.org/“ davor und öffnest die Adresse. Stimmen Titel, Namen und Jahr, ist die Quelle in unter einer Minute bestätigt. Bücher ohne DOI suchst du im Katalog deiner Hochschulbibliothek und im Karlsruher Virtuellen Katalog, Aufsätze in Google Scholar mit dem Titel in Anführungszeichen. Für ein ganzes Literaturverzeichnis lohnt sich die Simple Text Query von Crossref: Sie nimmt bis zu 1.000 Angaben auf einmal an und sucht zu jeder den passenden DOI. Was dort keinen Treffer bekommt, prüfst du einzeln weiter, zuletzt über die Publikationsliste der Autorin oder des Autors. Als gefunden gilt eine Quelle erst, wenn Name, Titel, Jahr und Ort der Veröffentlichung übereinstimmen. Ein ähnlicher Titel von einer anderen Person reicht nicht.
- Wie lange dauert es, alle Quellen einer Hausarbeit zu prüfen?
- Als Richtwert brauchst du für die Existenz einer Quelle ein bis drei Minuten, mit DOI oft weniger als eine Minute. Bei 20 Quellen sind das rund 40 Minuten. Den Abgleich von Text und Literaturverzeichnis schaffst du in etwa einer Viertelstunde. Am längsten dauert der Vergleich mit dem Original, je nach Beleg drei bis zehn Minuten. Bei 30 Belegen kommen so anderthalb bis fünf Stunden zusammen. Deshalb lohnt sich eine Reihenfolge: zuerst direkte Zitate, dann Zahlen und Studienergebnisse, dann die Belege für deine zentralen Thesen. Plan die Prüfung nicht für den Abend vor der Abgabe ein, denn eine Quelle, die du ersetzen musst, kostet zusätzlich Zeit für Suche und Lektüre.
- Kann ich Quellen mit ChatGPT oder einer anderen KI überprüfen?
- Ja, als Suchhilfe, als Nachweis aber nicht. Ein Chatbot kann Fachbegriffe und mögliche Autorinnen vorschlagen, aber selbst Angaben erfinden. In einem Experiment mit GPT-4o waren 35 von 176 Quellenangaben erfunden, das sind 19,9 Prozent, und 64 der 141 echten Angaben enthielten Fehler, am häufigsten beim DOI (Linardon u. a. 2025, JMIR Mental Health). Bestätigt dir ein Chatbot eine Quelle, prüfst du sie trotzdem selbst: DOI öffnen, im Katalog suchen, in Google Scholar nachsehen. Ob ein Zitat stimmt, lässt sich nur am Originaltext klären. Genau so arbeitet der Pro-Check von Citely: Er gleicht deine Zitate mit deinen hochgeladenen Quellen-PDFs ab und markiert wörtliche Zitate, die dort nicht oder nur verzerrt stehen.
- Was mache ich, wenn ich eine Quelle nirgends finde?
- Geh zuerst alle Wege durch: DOI, Bibliothekskatalog und KVK, Google Scholar, Verlagsseite mit Inhaltsverzeichnis und Publikationsliste der Autorin oder des Autors. Oft steckt ein Tippfehler im Namen dahinter, eine andere Auflage oder ein Titel, der in der Zeitschrift leicht anders lautet. Hilft das nicht, frag die Auskunft deiner Hochschulbibliothek. Gibt es das Werk, aber nicht vor Ort, kommst du über die Fernleihe daran. Lässt sich die Quelle gar nicht nachweisen, nimmst du sie aus der Arbeit: Du suchst für die Aussage einen Beleg, den du selbst gelesen hast, oder streichst die Aussage. Eine Angabe, die niemand finden kann, verfehlt ihren Zweck, denn Lesende sollen die Fundstelle nachprüfen können.
- Woran erkenne ich, ob eine Zeitschrift seriös ist?
- Schau auf die Website der Zeitschrift. Seriöse Fachzeitschriften beschreiben dort ihr Begutachtungsverfahren, meist in den Hinweisen für Autorinnen und Autoren, und nennen Verlag und Kontaktdaten klar. Die Initiative Think. Check. Submit. empfiehlt Prüffragen wie: Ist der Verlag per Telefon, E-Mail und Post erreichbar? Wird beschrieben, wie und von wem begutachtet wird? Vorsicht ist geboten, wenn eine Zeitschrift die Annahme garantiert oder eine sehr kurze Begutachtungszeit verspricht. Für Open-Access-Zeitschriften spricht ein Eintrag im Directory of Open Access Journals. Prüf außerdem, in welcher Rubrik der Text steht: Editorials und Rezensionen sind keine Forschungsartikel. Im Zweifel hilft dir das Fachreferat deiner Hochschulbibliothek.
- Wie prüfe ich, ob mein Literaturverzeichnis vollständig ist?
- Du gleichst Text und Verzeichnis in beide Richtungen ab: Zuerst suchst du zu jedem Beleg im Text den passenden Eintrag, danach zu jedem Eintrag mindestens eine Stelle im Text, am schnellsten mit der Suchfunktion und dem Nachnamen. Achte dabei auf gleich geschriebene Namen und Jahre und darauf, dass kein Beleg zu zwei Einträgen passt. Beides fragt auch die Checkliste der American Psychological Association ab. Werke, die du gelesen, aber nirgends belegt hast, gehören laut dem Leitfaden der Goethe-Universität Frankfurt nicht ins Verzeichnis. Verlangt dein Institut eine eigene Liste weiterführender Literatur, gilt sein Leitfaden.
- Kann ich meine Zitate automatisch mit den Originalen abgleichen lassen?
- Ja, mit dem Pro-Check von Citely. Du lädst deine Arbeit und bis zu 15 Quellen-PDFs hoch. Zu deinen Zitaten öffnet Citely die angegebene Stelle in deinem PDF und markiert wörtliche Zitate, deren Wortlaut dort fehlt oder verzerrt ist. Belege mit „zit. n.“ gleicht der Pro-Check mit dem gelesenen Werk ab, wenn dessen PDF dabei ist und hinter dem Zusatz Name, Jahr und Seite stehen. Gescannte Quellen liest Citely per Texterkennung. Zum Einstieg prüft der Gratis-Check ohne Konto die ersten 4 Seiten samt Literaturverzeichnis: Er erkennt deinen Zitierstil, meldet Abweichungen und markiert zitierte Werke, die im Verzeichnis fehlen. Das Ergebnis kommt nach rund 5 Minuten, die ganze Befundliste zeigt Citely dir nach einer kostenlosen Anmeldung.
Kostenlos und ohne Konto: die ersten 4 Seiten samt Literaturverzeichnis. Alle Befunde siehst du nach kostenloser Anmeldung.
Quellen
- Hochschule Osnabrück, LearningCenter: Kriterien zur Beurteilung von Quellen im wissenschaftlichen Kontext (Stand 02/2022)
- Goethe-Universität Frankfurt, FB Rechtswissenschaft: Erstellung studentischer Hausarbeiten, Leitfaden für Studierende (Fundstelle nachprüfbar, Zitierfähigkeit, Wortlaut, Primär/Sekundär, nur verwendete Werke ins Verzeichnis)
- Universität Heidelberg, Tutorium für internationale Studierende 2021: Checkliste Zitieren und Fußnoten ([...], [sic], Original beschaffen, jedes zitierte Werk ins Verzeichnis)
- American Psychological Association: In-Text Citation Checklist (7th ed.)
- Baethge C, Jergas H (2025): Systematic review and meta-analysis of quotation inaccuracy in medicine. Research Integrity and Peer Review (46 Studien, 32.000 Zitate, 16,9 % fehlerhaft, 8,0 % schwer)
- Linardon J u. a. (2025): Influence of Topic Familiarity and Prompt Specificity on Citation Fabrication in Mental Health Research Using Large Language Models. JMIR Mental Health (176 Angaben, 35 erfunden = 19,9 %, 64 von 141 mit Fehlern)
- Grudniewicz A u. a. (2019): Predatory journals: no definition, no defence. Nature 576 (Konsensdefinition)
- DOI Foundation: DOI Resolution Documentation
- Universitätsbibliothek Passau: Karlsruhe Virtual Catalog (über 500 Mio. Einträge, keine Aufsätze)
- Karlsruher Virtueller Katalog (KVK)
- Crossref: Simple Text Query, Dokumentation (bis 1.000 Angaben je Abfrage, Format)
- Crossref: Simple Text Query, Formular
- Crossref Blog (12.09.2023): Retraction Watch database acquired by Crossref and made a public resource
- Retraction Watch Database
- Think. Check. Submit.: Checkliste für Zeitschriften
- Directory of Open Access Journals (DOAJ)
- Google Scholar
- ORCID
- Internet Archive: Wayback Machine
Weiterlesen
- SekundärzitatWann du aus zweiter Hand zitieren darfst und wie „zitiert nach“ in APA, Harvard und Fußnoten aussieht.
- KI-Quellen prüfenTypische Muster erfundener Quellen aus Chatbots und wie du sie Schritt für Schritt aufdeckst.
- Richtig zitierenRegeln, Zitierstile und Checkliste für Belege im Text und das Literaturverzeichnis.
- Hausarbeit prüfenZitate mit deinen Quellen-PDFs abgleichen und Roten Faden und Sprache prüfen lassen.