Ratgeber

Fazit schreiben: was Prüfer in Hausarbeit und Bachelorarbeit bewerten

Ein Fazit beantwortet die Forschungsfrage aus der Einleitung, fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und bewertet sie. Grenzen der Arbeit und ein kurzer Ausblick können folgen, neue Argumente, Daten oder Quellen gehören nicht hinein. Für das Fazit einer Hausarbeit setzen Leitfäden meist rund 10 % des Textes an, für das Fazit einer Bachelorarbeit etwa zwei bis vier Seiten.

Stand: November 2026 · Redaktion Citely
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Was ins Fazit gehört

Ins Fazit gehören die Antwort auf deine Forschungsfrage, eine knappe Bündelung der Ergebnisse und ihre Bewertung. Die Hochschule Darmstadt (Wirtschaft) formuliert es für Abschlussarbeiten am deutlichsten: „Die Forschungsfrage ist im Fazit ausdrücklich und unmittelbar zu beantworten.“ Die Uni Gießen (Deutsch als Fremdsprache) schreibt: „Im Schlussteil der Arbeit fassen Sie die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammen und bewerten diese abschließend in Hinblick auf Ihre Fragestellung.“

Baustein Stellenwert Bögen für Hausarbeiten
Frage aufgreifen und beantworten Kern alle 24 bewerten die Fragestellung, 20 den Bezug der Kapitel auf sie
Ergebnisse bündeln Kern 11 von 24, davon 10 im Schluss
Ergebnisse bewerten Kern 10 von 24, davon 9 im Schluss
Folgerungen ziehen üblich 7 von 24
Grenzen der Arbeit empfohlen 4 von 24
Ausblick oft, keine Pflicht 9 von 24, davon 5 im Schluss

Grenzen und Folgerungen verlangen auch Leitfäden ausdrücklich, etwa die Uni Potsdam (Rechnungswesen) mit dem Hinweis „auf die Grenzen der eigenen Untersuchung/Arbeit“ und die Göttinger Wirtschaftswissenschaften: „Diskutieren Sie die Limitationen Ihrer Arbeit und des bisherigen Forschungsstands.“

Antworten heißt nicht, dass deine These recht behalten muss. Die TU Dresden (Politikwissenschaft) schreibt: „Auch das Falsifizieren einer Hypothese ist übrigens ein völlig legitimes Ergebnis einer wissenschaftlichen Arbeit!“ Bleibt ein Teil der Frage offen, sagst du das und begründest es. Die Helmut-Schmidt-Universität Hamburg (Geschichte) verlangt im Schlussteil ausdrücklich die „Erläuterung der beantworteten und nicht beantworteten Fragen“. Wie du Frage und These am Anfang formulierst, damit das Fazit sie aufgreifen kann, steht unter Forschungsfrage formulieren.

Wie lang ist ein Fazit?

Ein Fazit umfasst in der Hausarbeit rund ein Zehntel des Textes, bei 12 bis 15 Seiten also etwa eine Seite. Für die Bachelorarbeit nennen die Leitfäden zwei bis vier Seiten. Die ausgewerteten Vorgaben im Überblick:

Arbeit Vorgabe Leitfaden
Hausarbeit ca. 10 % des Textes Potsdam, Passau, Basel, Hamburg
Hausarbeit etwa eine Seite, höchstens eine Seite Bielefeld, Basel
Hausarbeit ca. 10–20 % Zürich
Hausarbeit Einleitung und Schluss ca. 10–15 % des Gesamttextes Mainz
Abschlussarbeit 2 bis 4 Seiten, etwa so lang wie die Einleitung TU Darmstadt
Bachelorarbeit mit 30 bis 40 Seiten etwa zwei Seiten WU Wien
Abschlussarbeit in der Informatik höchstens zwei Seiten Duisburg-Essen
empirische Abschlussarbeit Diskussion 7 bis 10 Seiten, danach ein kurzes Fazit Potsdam

Die Spanne ist kleiner, als sie aussieht. Wer 12 Seiten schreibt, landet mit rund 10 % bei gut einer Seite, und die Basler Germanistik setzt genau da die Obergrenze: Der Schlussteil „sollte nicht mehr als ca. eine Seite umfassen“. Die Angabe von 5 bis 10 %, die online oft zu lesen ist, fanden wir in keinem der 59 Leitfäden. Das Fazit unserer Beispiel-Hausarbeit, bewertet mit 1,0, hat 242 Wörter und macht 9,1 % des Fließtexts aus.

Wie viel das Fazit für die Note zählt

Wo der Schluss im Bewertungsbogen eigene Punkte bekommt, zählt er mehr, als sein Umfang vermuten lässt. Die TU Dresden (Germanistische Linguistik) vergibt 10 von 75 Punkten für den Schluss, das sind 13,3 %: 5 Punkte für die Zusammenfassung von Fragestellung und Ergebnissen, 3 für Reflexion und Diskussion, 2 für den Ausblick. Im Bogen der Uni Hildesheim sind es 20 von 128 Punkten, also 15,6 %, und die „Reflexion der Ergebnisse“ bringt dort mit 8 Punkten mehr als die Zusammenfassung mit 6. Ein Fazit von rund 10 % des Textes trägt in diesen Bögen also 13 bis 16 % der Punkte.

Auch ohne eigene Punktzahl schauen Prüfer aufs Fazit. 15 von 24 Hausarbeits-Bögen nennen den Schluss ausdrücklich, bei Bachelorarbeiten 4 von 18. Einige stellen sehr konkrete Fragen:

  • Uni Greifswald (Geschichte): „Fragestellung beantwortet, ggf. reflektiert (z.B. bei Nichtbeantwortung)?“
  • Uni Münster (Politikwissenschaft): „im Fazit werden die bisherigen Argumente gebündelt, abgewogen und analysiert“
  • FU Berlin (Politikwissenschaft): wertet deutlich ab, wenn gilt: „Der Schluss stellt keinen Bezug zur Einleitung her“
  • Uni Mannheim (VWL, Bachelorarbeit): „Wird die Fragestellung im Schlusskapitel beantwortet?“
  • Hochschule Düsseldorf (Wirtschaft, Bachelorarbeit): gewichtet den Schlussteil mit 0,1 und nennt darin das Teilkriterium „Eigener Standpunkt (Fazit)“

Bewertet wird also nicht nur, ob du zusammenfasst, sondern ob du am Ende etwas aus deinen Ergebnissen machst. Wie die Bögen den Rest der Arbeit gewichten, zeigt die Übersicht Worauf Prüfer bei der Bewertung achten.

Was nicht ins Fazit gehört

Ins Fazit gehört nichts, was der Leser nicht schon aus dem Hauptteil kennt. Die Leitfäden nennen fünf Dinge ausdrücklich:

  • Neue Argumente: Die Uni Potsdam (Alte Geschichte) schreibt in Großbuchstaben „KEINE neuen Argumente“, die Uni Passau (Neuere Geschichte): „Es sollen keine neuen inhaltlichen Argumente mehr angeführt werden.“ Die Uni Bayreuth formuliert weicher, das Schlusskapitel „sollte dabei keine wesentlichen neuen Erkenntnisse vermitteln“.
  • Neue Daten oder Analysen: Das SchreibCenter der TU Darmstadt rät: „Liefern Sie keine neuen Daten oder Fakten im Schlussteil, die Sie nicht auch im Hauptteil erwähnt haben.“ Für Abschlussarbeiten der Hochschule Darmstadt gilt: „Im Fazit dürfen keine neuen Analysen oder wesentlichen neuen Inhalte eingeführt werden.“
  • Reparaturen am Hauptteil: Die Uni Würzburg (BWL) warnt davor, „das Fazit dazu zu nutzen, eventuelle Schwächen des Hauptteils zu beheben“. Fehlt ein Argument, gehört es in das Kapitel, zu dem es passt.
  • Bloße Wiederholung: Die Uni Erfurt (Amerikanistik) will die Ergebnisse „nicht einfach wiederholt, sondern zusammengefasst und bewertet“ sehen, die Uni Graz (Geographie) „keinesfalls eine reine Wiederholung der Inhaltsangabe“.
  • Meinung ohne Begründung: Die Uni Rostock (Politikwissenschaft) verlangt „keine Meinungen, sondern reflektierte Bewertung der Ergebnisse“. Der Leitfaden der Neueren Philologien in Frankfurt nennt Sätze wie „Das Thema hat mich fasziniert, weil...“ als Beispiel für das, was nicht hineingehört.

In keinem der 41 Bewertungsbögen steht „keine neuen Argumente“ als eigenes Kriterium. Die Regel kommt aus den Leitfäden. Indirekt zählt sie trotzdem: Ein Argument, das erst im Fazit auftaucht, fehlt im Hauptteil, und dort bewerten 20 von 24 Hausarbeits-Bögen, ob jedes Kapitel zur Frage beiträgt.

Darf man im Fazit zitieren?

Ja, solange du nur Literatur aufgreifst, die du schon im Hauptteil verwendet hast. Keiner der 59 ausgewerteten Leitfäden verbietet Zitate im Fazit. Die Uni Hamburg (Empirische Kulturwissenschaft) schreibt, im Schluss werde „in der Regel auch keine neue wissenschaftliche Literatur mehr angeführt“. Tabu ist also neue Literatur, nicht der Beleg an sich.

Wo du deine Ergebnisse mit fremden Studien vergleichst, musst du sogar belegen. Die WU Wien (Marketing) erinnert im Schlusskapitel der Bachelorarbeit: „Vergessen Sie nicht zu zitieren!“ Die Uni Erfurt zählt Fußnoten ausdrücklich zu Einleitung, Hauptteil und Schluss. Das Fazit der Beispiel-Hausarbeit greift zwei Studien auf, die der Leser schon aus dem fünften Kapitel kennt. Wie ein Beleg in deinem Stil aussieht, zeigen Fußnoten zitieren, APA und Harvard.

Fazit in Hausarbeit und Bachelorarbeit

Das Fazit einer Bachelorarbeit folgt denselben Regeln wie das einer Hausarbeit, aber Länge, Name und Gewicht unterscheiden sich:

Punkt Hausarbeit Bachelorarbeit
Länge rund 10 % oder etwa eine Seite etwa 2 bis 4 Seiten
Name des Kapitels Fazit, Schluss, Resümee bei empirischen Arbeiten oft Diskussion, danach ein kurzes Fazit
Schluss in Bögen genannt 15 von 24 Bögen 4 von 18 Bögen
Eigene Bewertung Reflexion der Ergebnisse in 10 von 24 Bögen eigener Standpunkt ausdrücklich in Bögen aus Düsseldorf, Mannheim, Bonn und Hamburg
Ausblick 9 von 24 Bögen 5 von 18 Bögen

Eigener Standpunkt. In Bachelorarbeiten wird er ausdrücklich verlangt. In der Mannheimer VWL sollst du „am Ende der Arbeit selbst eine Position“ beziehen, indem du Ergebnisse und Methode diskutierst. Die Uni Bonn (Orient- und Asienwissenschaften) nennt eigene Bewertungen „grundsätzlich erwünschte“. Kein Bogen verbietet eine begründete eigene Einschätzung, auch in Hausarbeiten nicht.

Diskussion und Fazit. Bei empirischen Bachelorarbeiten verschiebt sich die Arbeit in die Diskussion. Die Leitfäden kennen drei Modelle:

  1. Diskussion, danach ein kurzes Fazit: Potsdam (Bildungsforschung) beschreibt das Fazit als „Kurze Darstellung des zentralen Befundes am Ende der Arbeit“, ähnlich die Hochschule Darmstadt und die Uni Bamberg (VWL).
  2. Diskussion im Fazit: Die TU Dortmund (Sozialwissenschaften) gliedert „Fazit: Zusammenfassung, Rückbezug auf Forschungsfrage, Diskussion, Ausblick“.
  3. Diskussion als letztes Kapitel ohne eigenes Fazit: So ist die Formatvorlage der WU Wien (Marketing) gebaut.

Welches Modell gilt, steht in der Vorlage deines Instituts. Die Diskussion deutet deine Ergebnisse im Licht der Literatur, das Fazit sagt danach in wenigen Absätzen, was am Ende als Antwort steht. Mehr zu Aufbau und Bewertung der ganzen Abschlussarbeit steht unter Bachelorarbeit schreiben.

Fazit schreiben in vier Schritten

Ein gutes Fazit folgt einer festen Reihenfolge: Frage, Ergebnisse, Antwort, Grenzen. Nach den Bewertungskriterien der Uni Paderborn (Germanistische Sprachwissenschaft) besteht der Schlussteil „aus Ergebniszusammenfassung, theoretischer, methodischer, empirischer Reflexion und ggf. einem Ausblick“.

  1. Frage aufgreifen. Nenn im ersten Satz die Frage oder These aus der Einleitung, möglichst in denselben Worten. So erkennt der Prüfer sofort, worauf du antwortest.
  2. Ergebnisse bündeln. Fass je Hauptkapitel das Ergebnis in ein bis zwei Sätzen zusammen. Was nichts zur Antwort beiträgt, lässt du weg, auch wenn du dafür viel gelesen hast.
  3. Antwort geben und bewerten. Formulier die Antwort klar, auch wenn sie „teilweise“ oder „nein“ lautet. Die Uni Tübingen (Soziologie) verlangt, dass du argumentierst, „inwiefern und warum“ die Frage als beantwortet gelten kann.
  4. Grenzen und Ausblick. Sag, was deine Arbeit nicht leisten konnte, und nenn bei Bedarf eine konkrete Anschlussfrage. Das Schreibzentrum der Uni Frankfurt warnt: „Allgemeine Floskeln wie ‚es sollte mehr geforscht werden‘ sind hier nicht zielführend“.

Schreib das Fazit zuletzt aus, zusammen mit der Einleitung. Die Schreibwerkstatt der Uni Stuttgart rät: „Schreiben Sie sich schon früh Stichpunkte für Einleitung und Schluss an Hand unserer Checkliste auf. Formulieren Sie diese aber erst zum Schluss aus“. Die Basler Germanistik begründet es: Die endgültige Fassung gelingt erst, „wenn die Ergebnisse aus dem Hauptteil feststehen“.

Fazit: Beispiel für eine Hausarbeit

Das folgende Musterfazit ist ausgedacht. Es gehört zur Beispielfrage aus dem Ratgeber Hausarbeit schreiben: „Warum setzen die Hitzeaktionspläne zweier Großstädte beim Schutz älterer Menschen unterschiedliche Schwerpunkte?“ Die Arbeit hat 12 Seiten, das Fazit rund 200 Wörter.

Ziel dieser Arbeit war es zu erklären, warum die Hitzeaktionspläne zweier Großstädte beim Schutz älterer Menschen unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Der Vergleich in Kapitel 4 hat gezeigt, dass Stadt A vor allem auf Information setzt, auf Hitzewarnungen, Broschüren und ein Hitzetelefon, während Stadt B Pflegedienste und Nachbarschaftsnetze einbindet.

Der Unterschied lässt sich vor allem mit der Zuständigkeit erklären. In Stadt A verantwortet das Gesundheitsamt den Plan und behandelt Hitze als Aufgabe der Aufklärung, in Stadt B das Sozialamt, das auf bestehende Pflegestrukturen zurückgreift. Damit bestätigt sich die in Kapitel 2 entwickelte Annahme, dass Hitzeschutz dort ansetzt, wo eine Verwaltung schon Zugang zu älteren Menschen hat. Für allein lebende Ältere ohne Pflegedienst, die als besonders gefährdet gelten, sieht allerdings keiner der beiden Pläne einen direkten Zugang vor.

Die Untersuchung stützt sich nur auf die Plandokumente. Ob die Maßnahmen im Sommer tatsächlich umgesetzt werden, bleibt offen. Interviews in beiden Ämtern könnten klären, wie weit Plan und Praxis auseinanderliegen.

Absatz Baustein Bezug im Text
1 greift die Frage auf und bündelt das Ergebnis des Vergleichs Einleitung, Kapitel 4
2 gibt die Antwort, bewertet sie und zeigt eine Lücke beider Pläne Kapitel 2 und 5
3 nennt die Grenze der Quellenbasis und eine konkrete Anschlussfrage Kapitel 3

Das Fazit bringt keine neue Quelle und kein neues Argument. Die gefährdete Gruppe kennt der Leser aus Kapitel 2, die Zuständigkeiten aus Kapitel 5. Eigenes Vorgehen steht im Präteritum oder Perfekt („war es“, „hat gezeigt“), Ergebnisse stehen im Präsens. Ein echtes Fazit einer mit 1,0 bewerteten Hausarbeit, Absatz für Absatz erklärt, findest du im Hausarbeit-Beispiel.

Formulierungen für das Fazit

Diese Satzanfänge passen zu den vier Bausteinen. Nimm sie als Gerüst und füll sie mit deinem Ergebnis, damit das Fazit nicht nach Vorlage klingt.

Baustein Formulierung
Frage aufgreifen Ziel dieser Arbeit war es, … zu untersuchen.
Frage aufgreifen Die eingangs gestellte Frage, ob …, lässt sich wie folgt beantworten.
Ergebnisse bündeln Die Analyse in Kapitel 3 hat gezeigt, dass …
Ergebnisse bündeln Zusammengenommen sprechen die Befunde dafür, dass …
Antwort geben Die Ausgangsthese bestätigt sich damit nur für …
Bewerten Besonders aufschlussreich ist, dass …
Grenzen nennen Einschränkend ist zu beachten, dass sich die Untersuchung auf … stützt.
Ausblick Offen bleibt, ob … Das ließe sich mit … prüfen.

Ich-Form und Zeitform im Fazit

Ob du im Fazit „ich“ schreiben darfst, regelt dein Institut, und die Leitfäden widersprechen sich hier direkt. Die Uni Passau erlaubt die erste Person im Schluss „notfalls“, die WU Wien (Marketing) will im Schlusskapitel „sowohl auf die Ich-Form als auch auf persönliche Anmerkungen“ verzichten. Die Uni Mainz (Erziehungswissenschaft) lässt Ich-Sätze zu, wenn sie „eigene, wissenschaftlich begründete Urteile anzeigen“. Steht nichts in deinem Leitfaden, frag deine Betreuung oder bleib bei neutralen Formen wie „Die Analyse zeigt“.

Bei der Zeitform gilt meist: Ergebnisse und Schlussfolgerungen im Präsens, das eigene Vorgehen im Präteritum oder Perfekt. Die TU Chemnitz (Sozialpsychologie) schreibt Schlussfolgerungen ausdrücklich „im Präsens“ vor. Eine Ausnahme ist die Geschichtswissenschaft: Die Helmut-Schmidt-Universität Hamburg nennt die Vergangenheitsform als übliche Erzählzeit und rät, Wechsel ins Präsens „unbedingt“ zu vermeiden.

Bezug zur Einleitung prüfen

Einleitung und Fazit bilden einen Rahmen um deine Arbeit. Mindestens 15 der 59 Leitfäden empfehlen das ausdrücklich, als „Klammer“, „Rahmen“, „Bogen“ oder „Spiegel“. Das Schreibzentrum der Uni Frankfurt bringt den Anspruch auf den Punkt: „Eine wissenschaftliche Arbeit sollte für die Lesenden allein durch Einleitung und Schluss bereits verständlich sein.“

Einen messbaren Maßstab gibt die Checkliste des Hamburger Schreibzentrums: „Faustregel: Mindestens drei klare Bezüge herstellen!“ Drei Bezüge sind zum Beispiel die Frage, die These und die angekündigten Kapitel. Lies dafür Einleitung und Fazit direkt hintereinander und markier jede Stelle, an der das Fazit auf die Einleitung antwortet. Das SchreibCenter der TU Darmstadt schlägt eine Übung vor: nur die Einleitung nehmen und daraus einen Schlussteil schreiben, „in dem Sie auf Fragen und Hypothesen aus der Einleitung antworten“.

Als eigenes Bewertungskriterium steht der Bezug nur in 2 von 24 Hausarbeits-Bögen, an der FU Berlin und in der Mainzer Schreibwerkstatt. Prüfer lesen ihn trotzdem mit, denn ohne Bezug zur Frage fehlt dem Fazit die Antwort.

Wo sich Hochschulen widersprechen

Bei fünf Fragen geben die Leitfäden gegensätzliche Antworten. Es gilt, was dein Institut vorgibt:

  • Ist der Ausblick Pflicht? Ja: Die Hochschule Darmstadt zählt ihn für Abschlussarbeiten zu dem, was das Fazit „insbesondere enthalten“ soll. Nein: Für das SchreibCenter der TU Darmstadt bietet er sich „nicht bei jeder wissenschaftlichen Arbeit“ an. Die Uni Zürich (Neuere deutsche Literatur) hält es für nicht sinnvoll, „mögliche andere Themen anzuführen, die aber in der Arbeit nicht behandelt wurden“.
  • Gehört die eigene Meinung hinein? Ja: Die Uni Zürich (Musikwissenschaft) hält eine abschließende Stellungnahme für „unbedingt angezeigt“, das SchreibCenter der TU Darmstadt bietet sogar „Meiner Meinung/ Ansicht nach…“ als Formulierung an. Nein: Rostock will „keine Meinungen“, aber eine reflektierte Bewertung.
  • Ich-Form im Fazit? Ja, notfalls: Passau. Nein: WU Wien (Marketing). Für begründete Urteile ja: Mainz (Erziehungswissenschaft).
  • Zusammenfassen oder reflektieren? Der Frankfurter Philosophie-Leitfaden sieht den Schluss vor allem als Zusammenfassung der „wichtigsten Gedanken und Ergebnisse“. Die TU Dortmund (Erziehungswissenschaft) will „keine langwierigen Wiederholungen und Zusammenfassungen“, sondern Reflexion.
  • Muss das Kapitel Fazit heißen? Nein: Die FU Berlin (Sozial- und Kulturanthropologie) lässt „Fazit, Schluss, Schlussbetrachtung, Resümee“ zu. In der Literaturwissenschaft nennt die Uni Erfurt die Bezeichnung „Fazit“ „eher unüblich“, und die Frankfurter Geschichte fragt im Bewertungsbogen sogar, ob Überschriften wie „Einleitung“, „Ergebnis“, „Schluss“ vermieden sind.

Häufige Fehler im Fazit

Fehler Besser
Das Fazit wiederholt die Kapitel der Reihe nach. Je Kapitel nur das Ergebnis, das zur Antwort beiträgt.
Die Frage aus der Einleitung kommt nicht mehr vor. Im ersten Satz die Frage aufgreifen, im zweiten Absatz beantworten.
Ein neues Argument oder eine neue Studie taucht auf. Ins passende Kapitel des Hauptteils verschieben.
Die Antwort bleibt vage („es kommt darauf an“). Klar antworten, Einschränkungen mit Grund nennen.
Der Ausblick ist eine Floskel. Eine konkrete Anschlussfrage mit möglicher Methode nennen.
Persönliche Eindrücke statt Bewertung. Bewertung aus den Ergebnissen begründen.
Das Fazit ist länger als die Einleitung. Auf rund 10 % kürzen, Details im Hauptteil lassen.

Checkliste für dein Fazit

  • Greift der erste Satz die Frage oder These der Einleitung auf, möglichst in denselben Worten?
  • Gibt das Fazit eine klare Antwort, auch wenn sie „teilweise“ oder „nein“ lautet?
  • Bündelt es die Ergebnisse der Hauptkapitel, ohne sie nacherzählt zu wiederholen?
  • Bewertest du die Ergebnisse mit Begründung statt mit Eindruck?
  • Kommen keine neuen Argumente, Daten oder Quellen vor?
  • Stammen alle Belege im Fazit aus Literatur, die schon im Hauptteil steht?
  • Nennst du die Grenzen deiner Arbeit und, falls passend, eine konkrete Anschlussfrage?
  • Findest du mindestens drei Bezüge zwischen Einleitung und Fazit?
  • Liegt die Länge bei rund 10 % des Textes oder in dem Rahmen, den dein Institut vorgibt?
  • Stimmen Ich-Form, Zeitform und Kapitelname mit deinem Leitfaden überein?

Was Citely an deinem Fazit prüft

Ob dein Fazit wirklich die Frage aus der Einleitung beantwortet, siehst du nach Wochen am eigenen Text kaum noch. Ob Forschungsfrage und Fazit zusammenpassen und ob deine Belege die Behauptungen stützen, prüft ab Basic das Modul Roter Faden. Den Bericht hast du nach rund 5 Minuten, mehr unter Hausarbeit prüfen.

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Häufige Fragen

Was gehört in ein Fazit?
In ein Fazit gehören die Antwort auf die Forschungsfrage, die wichtigsten Ergebnisse in knapper Form und ihre Bewertung. Viele Leitfäden erwarten außerdem die Grenzen der Arbeit, ein Ausblick ist verbreitet, aber keine Pflicht. Von 24 Bewertungsbögen für Hausarbeiten verlangen 11 eine Zusammenfassung der Ergebnisse und 10 eine Reflexion oder Bewertung. Neue Argumente, Daten oder Quellen gehören nicht hinein, das schreiben etwa die Uni Potsdam, die Uni Passau und das SchreibCenter der TU Darmstadt.
Wie lang ist ein Fazit in der Hausarbeit und in der Bachelorarbeit?
In der Hausarbeit rund 10 % des Textes, bei 12 bis 15 Seiten also etwa eine Seite. So steht es in Leitfäden aus Potsdam, Passau, Basel und Hamburg, die Basler Germanistik nennt höchstens eine Seite. Für Abschlussarbeiten rät das SchreibCenter der TU Darmstadt zu zwei bis vier Seiten, etwa so lang wie die Einleitung, die WU Wien nennt bei 30 bis 40 Seiten etwa zwei. Bei empirischen Arbeiten trägt die Diskussion den Umfang, das Fazit danach bleibt kurz.
Darf man im Fazit zitieren?
Ja, wenn du nur Literatur aufgreifst, die schon im Hauptteil vorkommt. In den 59 ausgewerteten Leitfäden findet sich kein Zitatverbot für das Fazit. Ausgeschlossen ist neue Literatur: Laut der Uni Hamburg (Empirische Kulturwissenschaft) wird im Schluss in der Regel keine neue wissenschaftliche Literatur mehr angeführt. Vergleichst du deine Ergebnisse mit anderen Studien, belegst du sie wie im Hauptteil, die WU Wien erinnert im Schlusskapitel ausdrücklich daran.
Darf ich im Fazit meine eigene Meinung schreiben?
Ja, als begründete Bewertung deiner Ergebnisse, nicht als persönlicher Eindruck. Die Uni Rostock verlangt im Schluss eine reflektierte Bewertung statt bloßer Meinung, die Uni Zürich (Musikwissenschaft) hält eine abschließende Stellungnahme für unbedingt angezeigt. In Bachelorarbeiten fordern Bewertungsbögen den eigenen Standpunkt teils ausdrücklich, etwa an der Hochschule Düsseldorf und in der Mannheimer VWL. Ob du dabei „ich“ schreibst, regelt dein Institut: Passau erlaubt es im Schluss notfalls, die WU Wien (Marketing) nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Fazit und Diskussion?
Die Diskussion deutet deine Ergebnisse im Licht der Literatur, das Fazit fasst danach knapp zusammen, was als Antwort auf die Frage bleibt. In empirischen Bachelorarbeiten stehen häufig beide Kapitel hintereinander, etwa an der Uni Potsdam (Bildungsforschung), wo das Fazit den zentralen Befund kurz darstellt. Die TU Dortmund (Sozialwissenschaften) legt die Diskussion ins Fazit, die WU Wien (Marketing) schließt mit der Diskussion ganz ohne eigenes Fazit. Welche Form gilt, zeigt die Vorlage deines Instituts.
Wie viel zählt das Fazit für die Note?
Wo der Schluss im Bewertungsbogen eigene Punkte hat, zählt er 13 bis 16 % der Punkte: 10 von 75 an der TU Dresden (Germanistische Linguistik), 20 von 128 an der Uni Hildesheim. Damit trägt er etwas mehr, als sein Anteil von rund 10 % am Text erwarten lässt. In Hildesheim bringt die Reflexion der Ergebnisse 8 Punkte, die Zusammenfassung nur 6. Auch ohne eigene Punkte achten Prüfer auf den Schluss, 15 von 24 Bewertungsbögen für Hausarbeiten nennen ihn ausdrücklich.
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Quellen

  1. Hochschule Darmstadt, FB Wirtschaft: Richtlinien zur Erstellung von Bachelor- und Masterarbeiten (PDF 06/2026)
  2. Universität Gießen, Deutsch als Zweit- und Fremdsprache: Handreichung zum wissenschaftlichen Schreiben (September 2025)
  3. Universität Tübingen, Institut für Soziologie: Leitfaden Techniken wissenschaftlichen Arbeitens (Sommersemester 2026)
  4. TU Dresden, Politische Systeme und Systemvergleich: Leitfaden zum Erstellen einer wissenschaftlichen Arbeit (September 2022)
  5. Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Geschichtswissenschaft: Leitfaden Hausarbeit (10/2023)
  6. Universität Münster, Institut für Sinologie: Leitfaden zum Verfassen einer schriftlichen Hausarbeit (2024)
  7. Universität Potsdam, Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung: Leitfaden für Seminar- und Abschlussarbeiten (10/2023)
  8. Universität Göttingen, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät: Leitfaden zur Erstellung von Abschlussarbeiten (06/2025)
  9. Universität Bielefeld, Kunst und Musik: Hinweise zum Verfassen wissenschaftlicher Hausarbeiten (PDF 02/2022)
  10. Universität Potsdam, Professur Geschichte des Altertums: Leitfaden zur Erstellung von Seminararbeiten (Stand 04/2026)
  11. Universität Passau, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte: Merkblatt zur schriftlichen Hausarbeit (Juli 2025)
  12. Universität Basel, Politikwissenschaft: Merkblatt zur Gestaltung von Seminararbeiten (August 2026)
  13. Universität Hamburg, Empirische Kulturwissenschaft: Leitfaden zum Verfassen von Hausarbeiten und Abschlussarbeiten (10/2021)
  14. Universität Basel, Deutsches Seminar: Leitfaden für (Pro-)Seminararbeiten (Juni 2026)
  15. Universität Zürich, Musikwissenschaftliches Institut: Merkblatt zum Erstellen schriftlicher Arbeiten (03/2024)
  16. TU Darmstadt, SchreibCenter am Sprachenzentrum: Schlussteile schreiben (Februar 2020)
  17. WU Wien, Department für Marketing: Formatvorlage Bachelorarbeit (PDF 05/2021)
  18. Universität Duisburg-Essen, Intelligente Systeme: Aufbau einer Abschlussarbeit (abgerufen 05.11.2026)
  19. Universität Potsdam, Digitale Bildung: Leitfaden zum Verfassen einer Abschlussarbeit (2025)
  20. Universität Potsdam, Erziehungswissenschaftliche Bildungsforschung: Leitfaden zum Verfassen einer empirischen Abschlussarbeit (10/2024)
  21. Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Internationale Rechnungslegung: Empfehlungen zur Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten (Januar 2026)
  22. Universität Würzburg, BWL und Unternehmensfinanzierung: Leitfaden für das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten (PDF 04/2024)
  23. Universität Erfurt, Anglistik/Amerikanistik: Leitfaden für literaturwissenschaftliche Hausarbeiten (April 2025)
  24. Universität Graz, Geographie und Raumforschung: Anleitungen für wissenschaftliche Arbeiten (Oktober 2021)
  25. Universität Rostock, Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften: Leitfaden für politikwissenschaftliche Hausarbeiten (Stand April 2026)
  26. Goethe-Universität Frankfurt, FB 10 Neuere Philologien: Leitfaden zum Verfassen wissenschaftlicher Hausarbeiten (PDF 10/2020)
  27. Goethe-Universität Frankfurt, Schreibzentrum: Das Zusammenspiel von Einleitung und Schluss (11/2023)
  28. Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Philosophie: Leitfaden für philosophische Hausarbeiten (PDF 03/2015)
  29. Universität Bamberg, VWL, insb. Bildungsökonomik: Leitfaden zum Verfassen von Abschluss- und Seminararbeiten (Mai 2023)
  30. TU Dortmund, Fakultät Sozialwissenschaften: Leitfaden Schriftliche Arbeiten (11/2023)
  31. TU Dortmund, Allgemeine Erziehungswissenschaft und Berufspädagogik: Hinweise zum Verfassen einer wissenschaftlichen Hausarbeit (PDF 11/2018)
  32. Universität Stuttgart, Schreibwerkstatt: Checkliste Was gehört in eine wissenschaftliche Arbeit (2020)
  33. Universität Mainz, Institut für Erziehungswissenschaft: Orientierungsleitfaden für Studierende (August 2025)
  34. TU Chemnitz, Sozialpsychologie: Leitfaden für schriftliche Ausarbeitungen (Januar 2025)
  35. Universität Hamburg, Schreibzentrum: Checkliste Einleitung und Schluss (2023)
  36. Universität Zürich, Deutsches Seminar: Merkblatt literaturwissenschaftliche Arbeit, Neuere deutsche Literatur (Februar 2025)
  37. FU Berlin, Sozial- und Kulturanthropologie: Leitfaden zum Verfassen von wissenschaftlichen Hausarbeiten (März 2019)
  38. TU Dresden, Germanistische Linguistik und Sprachgeschichte: Bewertungsbogen Seminararbeit (abgerufen 04.11.2026)
  39. Universität Hildesheim, Prüfungsamt 2: Beurteilungsbogen für Hausarbeiten (abgerufen 04.11.2026)
  40. Universität Greifswald, Historisches Institut: Bewertungsbogen zur Hausarbeit (April 2021)
  41. Universität Münster, Politikwissenschaft: Bewertungskriterien für Hausarbeiten (abgerufen 04.11.2026)
  42. FU Berlin, Politikwissenschaft: Bewertungsraster für Hausarbeiten (abgerufen 04.11.2026)
  43. Universität Paderborn, Germanistische Sprachwissenschaft: Bewertungskriterien für linguistische Hausarbeiten (abgerufen 04.11.2026)
  44. Universität Mainz, Campusweite Schreibwerkstatt: Auswahl fachübergreifender Kriterien zur Textbeurteilung (abgerufen 04.11.2026)
  45. Goethe-Universität Frankfurt, Historisches Seminar: Kriterien zur Beurteilung der eigenen Hausarbeiten (2010)
  46. Universität Mannheim, VWL: Bewertungskriterien für Abschlussarbeiten (07/2015)
  47. Hochschule Düsseldorf, Wirtschaftswissenschaften: Gutachtenvorlage Bachelorarbeit (abgerufen 04.11.2026)
  48. Universität Bonn, Orient- und Asienwissenschaften: Bewertungskriterien (abgerufen 04.11.2026)
  49. HAW Hamburg, Nachhaltige Ingenieurwissenschaften: Beurteilungskriterien Thesis (10/2025)