Dieses Hausarbeit-Beispiel ist eine echte, mit 1,0 bewertete Hausarbeit, anonymisiert veröffentlicht: eine Literaturarbeit aus der Soziologie über Tocquevilles „neuen Despotismus“, 12 Seiten lang, mit 9 Werken im Literaturverzeichnis. Du liest Deckblatt, Gliederung, Einleitung, ein Unterkapitel, die kritische Einordnung, das Fazit und Teile des Literaturverzeichnisses im Original. Zu jedem Teil steht, was er leistet, und am Ende der echte Prüfbericht: 88 von 100, 27 Hinweise.
Hausarbeit Beispiel: echte Soziologie-Hausarbeit mit Note 1,0 und Prüfbericht
Kostenlos und ohne Konto: die ersten 4 Seiten samt Literaturverzeichnis. Alle Befunde siehst du nach kostenloser Anmeldung.
Hausarbeit Beispiel: Steckbrief der Arbeit
Die Beispiel-Hausarbeit ist eine Literaturarbeit ohne eigene Erhebung: Sie rekonstruiert auf 12 Seiten, welche Gefahr Alexis de Tocqueville in der Demokratie sieht und welche Gegenmittel er nennt, und wurde mit 1,0 bewertet.
| Merkmal | Beispiel-Hausarbeit |
|---|---|
| Fach | Soziologie |
| Art der Arbeit | Literaturarbeit: Primärtext und Forschungsliteratur, keine Empirie |
| Titel | Freiheit im Schatten der Gleichheit |
| Untertitel | Tocquevilles Diagnose des „neuen Despotismus“ und seine Heilmittel |
| Leitfrage | Welche neue Gefährdung sieht Tocqueville in demokratischen Gesellschaften heraufziehen, und welche Heilmittel hält er am Beispiel der US-amerikanischen Demokratie für wirksam? |
| Umfang | 12 Seiten und 3.364 Wörter laut Word, mit Deckblatt und Verzeichnissen; 2.650 Wörter Fließtext in Kapitel 1 bis 6 |
| Gliederung | 7 Kapitel: Einleitung, 4 Hauptkapitel, Fazit, Literaturverzeichnis; dazu 6 Unterkapitel |
| Quellen | 9 Werke: Tocquevilles Hauptwerk in zwei Teilen, 4 Zeitschriftenaufsätze, 2 Buchkapitel und Simmels „Soziologie“ von 1908; 2 davon auf Englisch |
| Belege | 54 in Klammern: 32 mit „vgl.“, 22 ohne „vgl.“ hinter wörtlichen Zitaten; 6 der 54 verweisen mit „ebd.“ auf den Beleg davor |
| Zitierweise | Autor und Jahr mit Doppelpunkt vor der Seite, etwa (Aron 1965: 235) |
| Note | 1,0 |
Wörter und Belege haben wir am anonymisierten Text selbst gezählt: Wörter ohne Überschriften, Belege als Klammerangaben mit Seite oder „ebd.“. Namen, Hochschule und Seminar sind durch Platzhalter ersetzt, die Aufgabenstellung auf dem Deckblatt ist als Leitfrage umformuliert. Die Auszüge auf dieser Seite stehen im Original. Geändert ist nur dreierlei: Auslassungen sind mit „[…]“ markiert, Gedankenstriche stehen als Komma, und die Punktlinien im Inhaltsverzeichnis sind gekürzt. Rechtschreibung und Zeichensetzung bleiben sonst unverändert. Nutze die Arbeit als Maßstab für Aufbau, Belege und Umfang, nicht als Textvorlage. Wer Sätze daraus ohne Kennzeichnung übernimmt, begeht ein Plagiat, mehr dazu unter Plagiatsformen.
Deckblatt: Beispiel mit Platzhaltern
Das Deckblatt einer Hausarbeit nennt Hochschule und Seminar, Titel und Untertitel der Arbeit sowie Name und Kontakt der Person, die sie schreibt: Im Beispiel sind das 12 Angaben, von denen hier 9 als Platzhalter stehen.
[Name der Hochschule]
[Fakultät]
[Institut oder Lehrstuhl]
[Titel des Seminars]
Dozent/in: [Name]
[Semester]
Freiheit im Schatten der Gleichheit
Tocquevilles Diagnose des „neuen Despotismus“ und seine Heilmittel
Leitfrage: Welche neue Gefährdung sieht Tocqueville in demokratischen Gesellschaften heraufziehen, und welche Heilmittel hält er am Beispiel der US-amerikanischen Demokratie für wirksam?
Name: [Vorname Nachname]
Matrikel-Nr.: [Nummer]
E-Mail: [Adresse]
Das Blatt hat drei Zonen. Oben steht der Rahmen: Hochschule, Fakultät, Institut, Seminar, Lehrperson und Semester. In der Mitte steht die Arbeit selbst. Der Haupttitel „Freiheit im Schatten der Gleichheit“ ist ein Bild für die These, der Untertitel nennt Autor, Schlüsselbegriff und Thema, darunter folgt die Leitfrage. Unten stehen Name, Matrikelnummer und E-Mail-Adresse.
Was genau aufs Deckblatt muss, regelt dein Leitfaden. Manche Institute wollen zusätzlich die Wortzahl, wie die Tabelle unter Aufbau und Gliederung zeigt. Auch ob das Deckblatt beim Umfang mitzählt, entscheidet dein Institut. Unter Was zum Umfang zählt findest du einen Leitfaden, der Titelblatt und Inhaltsverzeichnis einrechnet, und zwei, die nur den Text von der Einleitung bis zum Fazit zählen.
Inhaltsverzeichnis und Gliederung
Das Inhaltsverzeichnis der Beispiel-Hausarbeit hat 7 Kapitel auf zwei Ebenen und verrät schon den Gedankengang: erst die Diagnose, dann die Heilmittel, dann der Blick auf die Gegenwart.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ........ 2
2. Gleichheit der Bedingungen und die Ambivalenz der Demokratie ........ 3
3. Der „neue Despotismus“ ........ 4
3.1 Tyrannei der Mehrheit ........ 4
3.2 Die vormundschaftliche Despotie ........ 5
3.3 Individualismus als Mechanismus ........ 5
4. Tocquevilles Heilmittel ........ 6
4.1 Institutionelle Gegenkräfte ........ 6
4.2 Assoziationen und Pressefreiheit ........ 7
4.3 Religion und Sitten ........ 7
5. Tocquevilles Diagnose im Licht der Gegenwart ........ 8
6. Fazit ........ 9
7. Literaturverzeichnis ........ 10
So verteilt sich der Fließtext auf die Kapitel:
| Kapitel | Wörter | Anteil | Aufgabe im Gedankengang |
|---|---|---|---|
| 1 Einleitung | 222 | 8,4 % | Zitat, Problem, These, Aufbau |
| 2 Gleichheit der Bedingungen | 335 | 12,6 % | Grundbegriff klären |
| 3 Der „neue Despotismus“ | 773 | 29,2 % | Diagnose in drei Formen |
| 4 Tocquevilles Heilmittel | 647 | 24,4 % | Gegenmittel auf drei Ebenen |
| 5 Diagnose im Licht der Gegenwart | 431 | 16,3 % | Übertragung auf heute und Grenzen |
| 6 Fazit | 242 | 9,1 % | Antwort auf die Leitfrage |
| Summe | 2.650 | 100 % | ohne Überschriften und Literaturverzeichnis |
Einleitung und Fazit liegen mit 8,4 und 9,1 % nah an der Faustregel von rund 10 % je Teil, die mehrere ausgewertete Leitfäden nennen (Aufbau und Gliederung). Kapitel 3 ist mit 773 Wörtern das längste: Die Diagnose trägt die erste Hälfte der Leitfrage und liefert die Begriffe für alles, was folgt.
Warum die Gliederung trägt
Die Gliederung trägt, weil jedes Hauptkapitel eine Teilaufgabe der Leitfrage übernimmt und die Kapitel 3 und 4 mit je drei Unterkapiteln gleich gebaut sind.
- Kapitel 2 klärt den Grundbegriff, die Gleichheit der Bedingungen. Ohne ihn bliebe die Diagnose unverständlich.
- Kapitel 3 beantwortet die erste Hälfte der Leitfrage, welche Gefährdung Tocqueville sieht, in drei Formen.
- Kapitel 4 beantwortet die zweite Hälfte mit Heilmitteln auf drei Ebenen: institutionell, gesellschaftlich, kulturell-sittlich.
- Kapitel 5 prüft die Diagnose an der Gegenwart und benennt ihre Grenzen.
Drei Formen der Gefahr stehen drei Ebenen von Heilmitteln gegenüber. Genau diese drei Ebenen kündigt die Einleitung an, und das Fazit greift sie wieder auf. Auf der zweiten Ebene gibt es nie einen einzelnen Punkt, auf 3.1 folgen 3.2 und 3.3. Zwei Ebenen liegen im Rahmen der ausgewerteten Leitfäden: Einer erlaubt bis 20 Seiten höchstens drei Ebenen, ein anderer empfiehlt möglichst zwei.
Eine empirische Hausarbeit bräuchte zusätzlich ein Kapitel zur Methode, wie die Beispielgliederung für 12 Seiten zeigt. Nicht abgebildet ist hier die Eigenständigkeitserklärung, die 18 von 21 ausgewerteten Leitfäden verlangen, meist am Ende der Arbeit.
Einleitung: Beispiel mit Erklärung
Die Einleitung der Beispiel-Hausarbeit hat 222 Wörter in zwei Absätzen: Der erste führt von einem Zitat zum Problem, der zweite nennt These, Vorgehen und Aufbau.
„Mitten unter uns geht eine große demokratische Revolution vor sich“ (Tocqueville 1835: 10), mit diesen Worten eröffnet Alexis de Tocqueville sein Hauptwerk Über die Demokratie in Amerika und benennt eine Entwicklung, die er als unaufhaltsam betrachtet: den weltgeschichtlichen Vormarsch der Gleichheit. Raymond Aron ordnet Tocqueville als Soziologen der Linie Montesquieus ein, der die Politik aus den ihr vorausliegenden Sitten erklärt und, anders als Comte oder Marx, keine großen geschichtsphilosophischen Synthesen anstrebt, sondern die Geschichte „verständlich machen, nicht sie unterdrücken“ will (vgl. Aron 1965: 235). Im Zentrum seiner Analyse steht eine ambivalente Erkenntnis: Die Gleichheit der Bedingungen birgt nicht nur das Versprechen politischer Teilhabe, sondern auch die Gefahr einer neuartigen Unterdrückung, des „neuen Despotismus“.
Die vorliegende Arbeit verfolgt die These, dass Tocquevilles Diagnose die Gefährdung demokratischer Freiheit als ein Phänomen versteht, das aus der inneren Dynamik der Gleichheitsleidenschaft selbst erwächst, vermittelt über den demokratischen Individualismus als Rückzug des Bürgers ins Private. Seine Heilmittel bilden dabei ein zusammenhängendes System, das sich an gegenwärtigen Entwicklungen überprüfen lässt. Dazu wird zunächst Tocquevilles Zeitdiagnose rekonstruiert (Kapitel 2), bevor seine Analyse des „neuen Despotismus“ in drei Ausprägungen dargestellt wird (Kapitel 3). Anschließend werden die Heilmittel auf institutioneller, gesellschaftlicher und kulturell-sittlicher Ebene herausgearbeitet (Kapitel 4). Um Reichweite und Grenzen der Theorie auszuloten, wird die Diagnose auf gegenwärtige Entwicklungen, den zivilgesellschaftlichen Rückzug und die Herausforderungen digitaler Öffentlichkeit, bezogen (Kapitel 5).
| Stelle | Was sie leistet |
|---|---|
| Absatz 1, Satz 1 | Einstieg mit einem wörtlichen Zitat aus Tocquevilles Hauptwerk, sofort mit Seite belegt. Noch im selben Satz steht das Thema: der Vormarsch der Gleichheit. |
| Absatz 1, Satz 2 | ordnet den Autor über die Forschungsliteratur ein, als Paraphrase mit „vgl.“ |
| Absatz 1, Satz 3 | benennt das Problem, die zwei Seiten der Gleichheit, und führt den Schlüsselbegriff „neuer Despotismus“ ein |
| Absatz 2, Satz 1 und 2 | stellt die These in einem Satz auf und kündigt an, dass sie an der Gegenwart geprüft wird |
| Absatz 2, Satz 3 bis 5 | Vorgehen und Aufbau: Kapitel 2 bis 5, jedes mit eigenem Verb (rekonstruieren, darstellen, herausarbeiten, beziehen) |
Statt einer Frage formuliert diese Einleitung eine These. Die Leitfrage steht auf dem Deckblatt, und das Fazit greift sie mit den Worten „Die eingangs gestellte Frage“ auf. Ob dir eine These genügt oder die Frage selbst in die Einleitung gehört, regelt dein Leitfaden, manche verlangen die Frage dort ausdrücklich. Welche Bausteine Leitfäden für die Einleitung nennen, steht unter Einleitung schreiben.
Hauptteil: ein Unterkapitel Satz für Satz
Ein gutes Unterkapitel verbindet vier Bausteine: eine Behauptung, Gedanken aus der Literatur in eigenen Worten, wörtliche Zitate für zugespitzte Formulierungen und die eigene Einordnung. Unterkapitel 3.1 der Beispiel-Hausarbeit zeigt das auf 223 Wörtern.
3.1 Tyrannei der Mehrheit
Eine erste Gefährdung identifiziert Tocqueville in der „Allmacht der Mehrheit“. Wer eine Ungerechtigkeit erfährt, findet nirgends eine unabhängige Instanz: die öffentliche Meinung bildet die Mehrheit, die Legislative stellt sie dar, die Exekutive dient ihr (vgl. Ottmann 2008: 114). Der neue Despotismus zielt nach Tocqueville nicht auf den Körper, sondern auf die Seele: Er ist, wie Ottmann zusammenfasst, „eine Sache der demokratischen Mehrheiten, der öffentlichen Meinung, der Versklavung der Geister“ (Ottmann 2008: 115). Ottmann fasst zusammen: Der Herrscher sagt nicht mehr „entweder du denkst wie ich oder du bist des Todes“; er sagt: „du bist frei, nicht so zu denken wie ich; du behältst dein Leben, deinen Besitz, alles; aber von dem Tage an bist du unter uns ein Fremdling“ (Ottmann 2008: 115). Der Konformitätsdruck marginalisiert Abweichler nicht durch Gewalt, sondern durch subtile Ausgrenzung.
Dieser geistige Despotismus bedarf, wie Ottmann hervorhebt, keiner formalen Zensur mehr: Wenn er erst einmal herrscht, werden abweichende Werke gar nicht mehr entstehen, weil die Selbstzensur an die Stelle der Kontrolle durch die Obrigkeit tritt (vgl. Ottmann 2008: 115). Zugleich erzeugt die Gleichheit der Bedingungen eine Verflachung der Ziele: Es gebe, so Tocqueville, „viele kleine Streber, aber wenig große Strebung" (Ottmann 2008: 115). Die Tyrannei der Mehrheit wirkt damit nicht nur als äußerer Druck, sondern verändert das Innenleben der demokratischen Gesellschaft, in dem sie Originalität und geistige Unabhängigkeit systematisch entmutigt.
| Satz | Baustein | Was er leistet |
|---|---|---|
| 1 „Eine erste Gefährdung …“ | Leitsatz | nennt das Thema und zählt mit: die erste von drei Formen aus der Gliederung |
| 2 „Wer eine Ungerechtigkeit …“ | Paraphrase mit „vgl.“ | gibt einen Gedanken aus der Literatur in eigenen Worten wieder, mit Seite |
| 3 „Der neue Despotismus zielt …“ | direktes Zitat im eigenen Satz | übernimmt nur die zugespitzte Formel, „wie Ottmann zusammenfasst“ nennt die Quelle im Satz |
| 4 „Ottmann fasst zusammen: …“ | längeres Zitat | macht die abstrakte Aussage an einem Beispiel anschaulich |
| 5 „Der Konformitätsdruck …“ | eigene Einordnung | zieht aus den Zitaten davor eine Folgerung in eigenen Worten |
| 6 „Dieser geistige Despotismus …“ | Paraphrase mit Signalwort | „wie Ottmann hervorhebt“ und „vgl.“ trennen den fremden Gedanken vom eigenen |
| 7 „Zugleich erzeugt …“ | Erweiterung | fügt eine zweite Folge hinzu, die Verflachung der Ziele |
| 8 „Die Tyrannei der Mehrheit wirkt damit …“ | Zwischenfazit | bündelt das Unterkapitel mit „damit“ in einem Satz |
Im letzten Satz steht „in dem sie“, gemeint ist „indem“: Der Prüfbericht markiert genau diese Stelle.
Für die ganze Arbeit sehen die Zahlen so aus: In Kapitel 1 bis 6 stehen 54 Belege auf 2.650 Wörtern, im Schnitt einer auf rund 49 Wörter. 32 davon tragen „vgl.“, 22 stehen ohne „vgl.“ hinter wörtlichen Zitaten, und „ebd.“ kommt sechsmal vor. Dreimal steht „vgl.“ direkt hinter dem Schlusszeichen eines wörtlichen Zitats, das zählt der Prüfbericht als Abweichung in der Zitierform. Die 21 Absätze haben im Schnitt 126 Wörter.
Wann sich ein wörtliches Zitat lohnt, erklärt Direktes Zitat. Wie du Gedanken in eigene Worte bringst, steht unter Indirektes Zitat, Signalwörter wie „hebt hervor“ oder „fasst zusammen“ unter Verben des Referierens. Den Doppelpunkt vor der Seitenzahl kennt auch eine verbreitete Harvard-Variante.
Kritische Einordnung: Grenzen der Theorie benennen
Benennst du die Grenzen einer Theorie, zeigst du, dass du sie nicht nur wiedergibst, sondern beurteilst: Die Beispiel-Hausarbeit tut das im letzten Absatz von Kapitel 5 mit drei Einwänden auf 157 Wörtern.
Die ersten beiden Absätze von Kapitel 5 übertragen Tocquevilles Diagnose auf den Mitgliederschwund großer Verbände in den USA und auf die digitale Öffentlichkeit. Der dritte Absatz schränkt sie ein:
Allerdings muss die Reichweite von Tocquevilles Analyse kritisch eingeschränkt werden. Skocpol macht darauf aufmerksam, dass Tocqueville die staatliche Grundlage zivilgesellschaftlicher Vitalität unterschätzte: Die großen amerikanischen Assoziationen entstanden nicht in einem staatsfreien Raum, sondern waren auf föderale Infrastruktur angewiesen (vgl. Skocpol 1997: 461). Ottmann erinnert zudem daran, dass Tocqueville in seinen Schriften zu Algerien eine Theorie kolonialer Expansion verteidigt, die in scharfem Widerspruch zu seiner Freiheitstheorie steht (vgl. Ottmann 2008: 129). Vor allem aber galt die von Tocqueville beschriebene Gleichheit der Bedingungen nur für einen begrenzten Teil der amerikanischen Gesellschaft: Versklavte Menschen, indigene Völker und Frauen blieben von der politischen Teilhabe und damit von seinen Heilmitteln ausgeschlossen. Tocqueville war sich dieser Spannung zumindest teilweise bewusst (Aron betont, er sei hinsichtlich der Möglichkeit eines gleichberechtigten Zusammenlebens der Rassen „von düsterem Pessimismus erfüllt“ gewesen, vgl. Aron 1965: 215), doch er zog daraus keine systematischen Konsequenzen für seine Demokratietheorie. Diese Blindstellen sind bei der Übertragung seiner Diagnose auf heutige Verhältnisse mitzudenken.
Der Absatz ist gebaut wie ein kleines Argument. „Allerdings“ markiert die Wende. Es folgen zwei Einwände aus der Forschung, jeder mit eigenem Beleg: die unterschätzte Rolle des Staates und der Widerspruch zu Tocquevilles Schriften über Algerien. „Vor allem aber“ gewichtet den dritten Einwand als den stärksten, den Ausschluss großer Gruppen von der Gleichheit. Der letzte Satz zieht die Folgerung für jede Übertragung auf heute. Entscheidend ist die Richtung: Die Arbeit verwirft Tocqueville nicht, sie begrenzt, wofür seine Diagnose taugt.
Was die Bewertungskriterien dazu sagen
Warum die Arbeit eine 1,0 bekam, lässt sich von außen nicht belegen. Legst du sie neben die fünf Kriteriengruppen aus 25 ausgewerteten Bewertungsbögen, siehst du, welche Stellen der Arbeit zu welcher Gruppe gehören.
| Kriteriengruppe | In Bögen | Wo die Beispiel-Hausarbeit ansetzt |
|---|---|---|
| Fragestellung und Aufbau | 25 von 25 | Gliederung in Diagnose, Heilmittel und Gegenwart entlang der zweiteiligen Leitfrage |
| Inhalt und Argumentation | 25 von 25 | drei Formen der Gefahr, verbunden über den Individualismus als Mechanismus |
| Literatur und Belege | 25 von 25 | 9 Werke, 54 Belege mit Seite oder „ebd.“ |
| Form und Sprache | 25 von 25 | Autor-Jahr-Belege, Inhalts- und Literaturverzeichnis |
| Eigenständigkeit | 22 von 25 | eigene These, Übertragung auf digitale Öffentlichkeit, drei benannte Grenzen |
In den fünf Bögen, deren Gewichtung sich den Gruppen zuordnen lässt, hat die Gruppe Inhalt und Argumentation den größten Anteil, 32 bis 42 %. Die Zuordnung in der Tabelle ist unsere Einordnung und keine Aussage über die tatsächliche Begründung der Note. Die Kriterien im Einzelnen stehen unter Worauf Prüfer bei der Bewertung achten.
Fazit: Beispiel mit Erklärung
Das Fazit der Beispiel-Hausarbeit beantwortet auf 242 Wörtern in drei Absätzen die Leitfrage, bündelt die Ergebnisse und endet mit Grenzen und einer offenen Frage.
Die eingangs gestellte Frage, welche Heilmittel Tocqueville gegen den „neuen Despotismus“ für wirksam erachtet, lässt sich differenziert beantworten. Seine Zeitdiagnose beschreibt eine Gefährdung, die nicht von äußerer Gewalt ausgeht, sondern aus der inneren Dynamik der Gleichheitsleidenschaft erwächst: als Tyrannei der Mehrheit, als vormundschaftliche Despotie und, als verbindender Mechanismus, als demokratischer Individualismus, der die Bürger in die Privatsphäre zurücktreibt und den Freiraum schafft, in das die Staatsmacht eindringt.
Die Heilmittel bilden ein zusammenhängendes System auf drei Ebenen: institutionelle Dezentralisierung durch Föderalismus und unabhängige Justiz, gesellschaftliche Gegenkräfte in Form von Assoziationen und freier Presse, sowie kulturell-sittliche Fundamente in Gestalt von Religion und öffentlichem Geist. Das „wohlverstandene Eigeninteresse“ liefert die Grundlage dafür, dass auch der vereinzelte Bürger sich zum Engagement bewegen lässt. Der Blick auf die Gegenwart bestätigt die Diagnose: Skocpols und Putnams Forschung zum Rückgang bürgerschaftlichen Engagements zeigt, dass der Verfall eines Elements, das Gesamtsystem schwächt. Die digitale Transformation verschafft Tocquevilles Warnung vor dem Konformitätsdruck neue Dringlichkeit.
Die Analyse hat aber auch Grenzen aufgezeigt. Tocqueville unterschätzte, wie im Hauptteil dargelegt, die staatliche Grundlage zivilgesellschaftlicher Vitalität. Seine Kolonialpolitik gegenüber Algerien offenbart eine Blindstelle seiner Freiheitstheorie. Vor allem aber galt die Gleichheit der Bedingungen nur für die weiße, männliche Bürgerschaft: Versklavte Menschen, indigene Völker und Frauen blieben von seinen Heilmitteln ausgeschlossen. Diese Blindstellen schränken die Übertragbarkeit ein, ohne die Kerndiagnose zu entkräften: Es bleibt die Frage, ob eine Demokratie, die den aktiven Bürger durch den passiven Konsumenten ersetzt, nicht letztlich die Voraussetzungen ihrer eigenen Freiheit untergräbt.
| Absatz | Was er leistet | Bezug im Text |
|---|---|---|
| 1 | greift die Frage auf und fasst die Diagnose in drei Formen zusammen | Deckblatt, Einleitung, Kapitel 3 |
| 2 | bündelt die Heilmittel auf drei Ebenen und den Gegenwartsbezug | Kapitel 4 und 5 |
| 3 | nennt die Grenzen und öffnet zum Schluss eine Frage als Ausblick | Kapitel 5 |
Das Fazit führt keine neue Quelle ein, Skocpol und Putnam kennst du schon aus Kapitel 5. Lies Einleitung und Fazit hintereinander, dann siehst du die Klammer. Die These aus der Einleitung, die Gefahr wachse aus der Gleichheitsleidenschaft und wirke über den Individualismus, kehrt im ersten Absatz des Fazits fast in denselben Worten wieder, die drei Ebenen der Heilmittel im zweiten. Was ins Fazit gehört und was nicht, zeigt Fazit schreiben. Vier Stellen im Fazit markiert der Prüfbericht, darunter zwei Sprachfehler: „in das die Staatsmacht eindringt“, richtig ist „in den“, und das überzählige Komma in „eines Elements, das Gesamtsystem“.
Literaturverzeichnis: Beispiel mit 9 Werken
Das Literaturverzeichnis der Beispiel-Hausarbeit führt 9 Werke aus den Jahren 1835 bis 2014 auf, alphabetisch nach Nachnamen, mit dem Jahr in Klammern hinter dem Namen und mit Seitenbereich bei Aufsätzen und Buchkapiteln.
[…]
Bluhm, Harald/Krause, Skadi (2014): Tocquevilles erfahrungswissenschaftliche Analyse der Demokratie. Quellen, Konturen und Leistungsfähigkeit seines Konzepts. In: Leviathan, Bd. 42, Nr. 4, S. 635–656.
[…]
Ottmann, Henning (2008): Tocqueville (1805–1859). Ein Denker der Demokratie zwischen alter und neuer Welt. In: Ders.: Geschichte des politischen Denkens. Stuttgart: J.B. Metzler, S. 108–132.
[…]
Simmel, Georg (1908): Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung. Berlin: Duncker & Humblot.
Skocpol, Theda (1997): The Tocqueville Problem: Civic Engagement in American Democracy. In: Social Science History, Bd. 21, Nr. 4, S. 455–479.
Tocqueville, Alexis de (1835): Über die Demokratie in Amerika. Erster Teil. Aus d. Franz. neu übertr. von Hans Zbinden. Zürich: Manesse (Ausgabe 1987).
[…]
| Werkart | Muster im Beispiel | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Zeitschriftenaufsatz | In: Leviathan, Bd. 42, Nr. 4, S. 635–656 | Zeitschrift, Band, Heft und Seitenbereich |
| Kapitel im Buch derselben Person | In: Ders.: Geschichte des politischen Denkens | „Ders.“ statt des wiederholten Namens |
| Monografie | Berlin: Duncker & Humblot | Ort und Verlag, keine Seiten |
| Übersetzter Klassiker | (1835) vorn, (Ausgabe 1987) hinten | Jahr der Erstausgabe im Beleg, benutzte Ausgabe im Eintrag |
| Zwei Autoren | Bluhm, Harald/Krause, Skadi | beide Namen, getrennt durch Schrägstrich |
Die Beispiel-Hausarbeit kommt mit 9 Werken auf 12 Seiten aus. Eine feste Untergrenze nennen nur 4 von 21 ausgewerteten Leitfäden, sie reicht von 5 bis 15 Titeln (Wie viele Quellen). Wie du Einträge je Quellentyp baust und sortierst, erklärt der Ratgeber Literaturverzeichnis.
Was der Prüfbericht gefunden hat
Der Pro-Check von Citely hat die Beispiel-Hausarbeit zusammen mit 7 Quellen-PDFs in rund 5 Minuten geprüft: Gesamtwert 88 von 100, 27 Hinweise, keiner davon als kritisch eingestuft.
Hochgeladen haben wir die anonymisierte Word-Datei und 7 der 9 Werke aus dem Literaturverzeichnis als PDF, drei davon als Scan. Für Putnam und Simmel lag kein PDF vor. Außer der Anonymisierung und einem Absatz, der versehentlich als Überschrift formatiert war, haben wir vor dem Prüflauf nichts geändert. Wo die Auszüge oben markierte Stellen enthalten, stehen sie unverändert, etwa „in dem sie“ in 3.1 und „in das die Staatsmacht eindringt“ im Fazit.

Kopf des Prüfberichts vom 28.10.2026, der Zitierstil wurde als Harvard erkannt.
Quellenabgleich: 49 von 54 Belegen geprüft
Im Quellenabgleich hat der Bericht 49 der 54 Belege gegen die hochgeladenen PDFs geprüft: 25 zählt er als „wörtlich belegt“, 24 als „sinngemäß gedeckt“ und 0 als „auffällig“.

Die 27 Hinweise im Überblick
Die 27 Einträge der Hinweisliste stammen aus vier Modulen, die Tabelle zeigt je Modul Stellen, die der Bericht markiert hat.
| Modul | Hinweise | Beispiele aus dem Bericht |
|---|---|---|
| Sprache | 12 | „das“ statt „dass“ in „möglich ist, das die Freiheit“; „in dem sie“ statt „indem“; „den“ statt „dem“ in „den Machtanspruch des Staates entgegenwirkt“; „in das“ statt „in den“ in „den Freiraum schafft, in das die Staatsmacht eindringt“; fehlende Kommas vor „der“, „in der“ und „wie“ |
| Zitations-Form | 6 | dreimal „vgl.“ im Beleg direkt hinter einem wörtlichen Zitat; Putnam 1995 im Literaturverzeichnis, die Aussage aber nur über Ottmann 2008 belegt; „ebd.“, das der Bericht für Harvard als unüblich einstuft (als Info) |
| Wissenschaftlichkeit | 5 | „Was an dieser Beschreibung besonders auffällt“ als unbelegtes Werturteil; Floskeln wie „gewinnt besondere Aktualität“ und „Man muss hier allerdings vorsichtig sein“ |
| Roter Faden | 4 | kein Übergang von Kapitel 4 zu Kapitel 5; der Simmel-Vergleich ist nicht an die Leitfrage angebunden |
Was du daraus mitnimmst
Auch eine mit 1,0 bewertete Arbeit enthält „das“ statt „dass“, fehlende Kommas und Floskeln. Solche Stellen überliest du am eigenen Text leicht, und Form und Sprache fragen alle 25 ausgewerteten Bewertungsbögen ab. Im Quellenabgleich landete keiner der 49 geprüften Belege unter „auffällig“.
Beispiel-Themen und Forschungsfragen je Fach
Ein Hausarbeitsthema braucht einen eng gefassten Gegenstand und eine Frage, die eine Erklärung verlangt und sich im vorgegebenen Umfang beantworten lässt. Die folgenden sieben Themen und Fragen sind für diese Seite erfunden und folgen diesem Muster.
| Fach | Thema (erfunden) | Forschungsfrage (erfunden) | Mehr zum Fach |
|---|---|---|---|
| Soziologie | Coworking-Spaces als Arbeitsorte | Wie lassen sich Coworking-Spaces mit Simmels Begriff der Kreuzung sozialer Kreise deuten? | Soziologie |
| Politik | Bürgerräte in Städten | Warum übernehmen Stadträte die Empfehlungen kommunaler Bürgerräte in manchen Städten und in anderen nicht? | Politik |
| BWL | Vier-Tage-Woche im Mittelstand | Wie erklärt das Konzept der Arbeitgeberattraktivität, dass mittelständische Unternehmen eine Vier-Tage-Woche einführen? | BWL |
| Psychologie | Smartphone beim Lernen | Wie erklärt die Aufmerksamkeitsforschung, dass ein sichtbares Smartphone das Lernen stören kann? | Psychologie |
| Germanistik | Chatverläufe im Gegenwartsroman | Wie erzeugen eingefügte Chatverläufe in einem Gegenwartsroman Nähe zwischen den Figuren? | Germanistik |
| Geschichte | Streit um die Sommerzeit 1980 | Mit welchen Argumenten stritt die westdeutsche Presse 1980 über die Sommerzeit, und warum setzte sich die Einführung durch? | Geschichte |
| Pädagogik | Jahrgangsgemischte Grundschulklassen | Warum führen Grundschulen jahrgangsgemischte Klassen ein, und welche Ziele nennen ihre Schulkonzepte? | Pädagogik |
Wie du ein Thema eingrenzt und eine Frage schärfst, zeigt Forschungsfrage formulieren. Die Fachseiten nennen typische Fehler in Hausarbeiten des jeweiligen Fachs und den dort üblichen Zitierstil.
Checkliste: Deine Hausarbeit mit dem Beispiel vergleichen
Zehn Fragen helfen dir, deine Hausarbeit neben die Beispiel-Hausarbeit zu legen; in Klammern steht, was du dazu im Beispiel findest.
- Steht deine Frage oder These so klar da, dass das Fazit sie in einem Satz aufgreifen kann? (Fazit, erster Satz)
- Liegen Einleitung und Fazit bei rund einem Zehntel des Fließtexts? (8,4 und 9,1 %)
- Übernimmt jedes Hauptkapitel einen Teil der Antwort? (Diagnose, Heilmittel, Gegenwart)
- Hat jede Gliederungsebene mindestens zwei Punkte? (3.1 bis 3.3, 4.1 bis 4.3)
- Nennt der erste Satz jedes Unterkapitels sein Thema oder stellt er eine Frage? (3.1 und 3.3)
- Hat jeder übernommene Gedanke einen Beleg mit Seite? (im Beispiel 54 Belege auf 2.650 Wörter)
- Folgt auf ein längeres Zitat deine eigene Einordnung? (3.1, Satz 5)
- Benennst du Grenzen deiner Theorie oder deines Materials? (Kapitel 5, drei Einwände)
- Kommt dein Fazit ohne neue Quellen aus? (keine neue Quelle im Fazit)
- Passen Belege im Text und Einträge im Verzeichnis zusammen, und folgen die Einträge einem Schema? (9 Einträge, Belege nach Autor und Jahr; der Prüfbericht fand eine Stelle: Putnam steht im Verzeichnis, im Text aber nur über Ottmann belegt)
Die allgemeine Liste für die letzte Runde steht unter Checkliste vor der Abgabe.
Was Citely an deiner Hausarbeit prüft
Mit Citely prüfst du deine Hausarbeit vor der Abgabe. Sprache, Wissenschaftlichkeit und Zitations-Form markieren Fehler mit Vorschlag, Floskeln und Abweichungen von deinem Zitierstil; ab Basic prüft der Rote Faden, ob Forschungsfrage und Fazit zusammenpassen. Im Pro-Check gleicht Citely deine wörtlichen und sinngemäßen Zitate mit deinen hochgeladenen Quellen-PDFs ab und markiert, was es an der zitierten Seite nicht oder nur verzerrt findet. Der Bericht kommt nach rund 5 Minuten.
Kostenlos und ohne Konto: die ersten 4 Seiten samt Literaturverzeichnis. Alle Befunde siehst du nach kostenloser Anmeldung.
Häufige Fragen
- Wo finde ich ein Beispiel für eine gute Hausarbeit?
- Diese Seite zeigt eine echte, mit 1,0 bewertete Hausarbeit, anonymisiert veröffentlicht: eine Literaturarbeit aus der Soziologie mit 12 Seiten und 9 Werken im Literaturverzeichnis. Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Einleitung, ein Unterkapitel des Hauptteils, die kritische Einordnung, das Fazit und Teile des Literaturverzeichnisses stehen im Original, jeweils mit Erklärung. Frag außerdem deine Betreuung, ob dein Institut eine Musterarbeit bereitstellt. Prüf bei jedem Beispiel drei Dinge: Ist die Note bekannt, passt das Fach zu deinem, und entspricht die Zitierweise den Vorgaben deines Instituts? Ein Beispiel ohne Note zeigt nur, wie eine Arbeit aussehen kann, nicht, wie sie bewertet wurde.
- Wie sieht das Deckblatt einer Hausarbeit aus?
- Oben stehen Hochschule, Fakultät, Institut, Seminartitel, Lehrperson und Semester, in der Mitte Titel und Untertitel der Arbeit, unten Name, Matrikelnummer und E-Mail-Adresse. So ist das Deckblatt der Beispiel-Hausarbeit auf dieser Seite aufgebaut, dort mit Platzhaltern statt echter Angaben. Der Haupttitel „Freiheit im Schatten der Gleichheit“ macht neugierig, der Untertitel nennt Autor, Schlüsselbegriff und Thema, darunter steht die Leitfrage. Manche Institute verlangen zusätzlich die Wortzahl auf dem Titelblatt. Ob das Deckblatt beim Umfang mitzählt, regelt ebenfalls dein Leitfaden: Ein ausgewerteter Leitfaden rechnet Titelblatt und Inhaltsverzeichnis ein, zwei andere zählen nur den Text von der Einleitung bis zum Fazit.
- Wie fängt man die Einleitung einer Hausarbeit an?
- Mit einem Satz, der direkt zum Thema führt, zum Beispiel mit einem belegten Zitat aus dem Primärtext. Die Beispiel-Hausarbeit auf dieser Seite beginnt mit Tocquevilles Satz „Mitten unter uns geht eine große demokratische Revolution vor sich“, belegt mit Seitenzahl, und nennt noch im selben Satz ihr Thema, den Vormarsch der Gleichheit. Danach ordnet sie den Autor über die Forschungsliteratur ein und benennt das Problem. Der zweite Absatz stellt die These auf und beschreibt das Vorgehen Kapitel für Kapitel. Welche Bausteine dein Institut für die Einleitung erwartet, etwa eine ausdrücklich gestellte Frage, steht in deinem Leitfaden.
- Wie lang ist die Einleitung einer Hausarbeit?
- Rund ein Zehntel des Textes, bei 12 Seiten also gut eine Seite. Diesen Richtwert nennen mehrere der Hochschulleitfäden, die Citely für den Ratgeber Hausarbeit schreiben ausgewertet hat, für Einleitung und Fazit gleichermaßen. In der Beispiel-Hausarbeit auf dieser Seite hat die Einleitung 222 von 2.650 Wörtern Fließtext, das sind 8,4 Prozent, verteilt auf zwei Absätze. Das Fazit kommt auf 242 Wörter oder 9,1 Prozent. Für den Hauptteil bleiben damit gut vier Fünftel des Textes. Was in die Einleitung gehört, also Problem, Frage oder These, Vorgehen und Aufbau, zeigt die kommentierte Einleitung auf dieser Seite.
- Darf ich eine Beispiel-Hausarbeit als Vorlage nutzen?
- Ja, für Aufbau und Form: Du darfst dir abschauen, wie Gliederung, Einleitung, Belege, Fazit und Literaturverzeichnis gebaut sind und wie viel Raum jeder Teil bekommt. Nein, für den Text: Übernimmst du Sätze, Formulierungen oder Gedankengänge ohne Kennzeichnung, ist das ein Plagiat, auch wenn es nur einzelne Wendungen sind. Willst du aus einer Beispielarbeit zitieren, brauchst du wie bei jeder anderen Quelle Anführungszeichen und Beleg, und ob sie als Quelle taugt, klärst du am besten mit deiner Betreuung. Auch das Thema zu übernehmen hilft wenig, denn deine Frage muss zu deinem Seminar und deiner Literatur passen.
- Wie viele Quellen braucht eine Hausarbeit mit 12 Seiten?
- Eine feste Zahl gibt es nicht. Die Beispiel-Hausarbeit auf dieser Seite kommt auf 12 Seiten mit 9 Werken aus: Tocquevilles Hauptwerk in zwei Teilen, vier Zeitschriftenaufsätze, zwei Buchkapitel und Simmels Soziologie von 1908. Von 21 Hochschulleitfäden, die Citely für den Ratgeber Hausarbeit schreiben ausgewertet hat, nennen nur 4 eine Untergrenze, sie liegt zwischen 5 und 15 Titeln. Wichtiger als die Zahl ist, dass du die für dein Thema zentralen Texte nutzt und übernommene Gedanken belegst. In der Beispiel-Hausarbeit stehen auf 2.650 Wörter Fließtext 54 Belege, im Schnitt einer auf rund 49 Wörter. Ob deine Betreuung eine bestimmte Zahl oder Art von Quellen erwartet, klärst du am besten vor dem Schreiben.
Kostenlos und ohne Konto: die ersten 4 Seiten samt Literaturverzeichnis. Alle Befunde siehst du nach kostenloser Anmeldung.
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- LiteraturverzeichnisWas ins Verzeichnis gehört, wie du sortierst und wie Einträge für Buch, Aufsatz und Internetquelle aussehen.